Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Landhandel setzt auf Kanalausbau
Lokales Lauenburg Landhandel setzt auf Kanalausbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 13.06.2017
Aus dem Silo in Kronsforde am Elbe-Lübeck-Kanal wird Getreide auf ein Binnenschiff geschüttet. Der Ausbau des Kanals könnte den Transport von Getreide mit Schiffen vorantreiben. Quelle: Fotos: Neelsen, Grombein, König

Das im Wachstum befindliche Unternehmen mit 820 Mitarbeitern im In- und Ausland setzt auf ökonomische Vorteile durch größere Tranportkapazitäten auf dem Wasser. Es bekennt sich aber auch klar zu den Vorteilen für den Klimaschutz, der mit jedem Container, der von der Autobahn auf den Kanal wechselt, verbessert wird. Brackmann hatte sich als Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag dafür eingesetzt, dass der Kanal im Bundesverkehrswegeplan mit 836 Millionen Euro ertüchtigt wird.

ATR-Chef Ludwig Striewe verdeutlicht Politiker Norbert Brackmann (CDU) ökonomische und ökologische Vorteile.

Das Unternehmen

ATR hat Mitarbeiter in Deutschland, Dänemark und Polen. Jahresumsatz: 900 Millionen Euro. Geschäftsfeld sind Futtermittel, Getreidehandel, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Saaten.

Vertriebsgebiete sind Schleswig-Holstein, Ostdeutschland und Niedersachsen. Heute und Morgen informiert ATR bei den Feldtagen auf dem Hof Teut in Bäk über Forschungsergebnisse in Sachen Ackerbau.

„Wir fänden es absurd, wenn der Elbe-Lübeck-Kanal ein Gewässer für Freizeitschiffe sein sollte. Er muss für die Wirtschaft gepflegt werden“, so Striewe. Er sei Brackmann sehr dankbar dafür, sich für die Ertüchtigung eingesetzt zu haben. Das Binnenwasserstraßennetz sei in Deutschland an sich sehr gut. Doch das kleine Stück von der Elbe zum größten Binnenmeer der Welt, der Ostsee, sei ein Engpass. Brackmann: „Hier besteht die große Chance für die Verlagerung der Transporte vom Lkw auf Schiffe.“ 160000 Tonnen Getreide aus dem Ostseeraum lagert ATR im firmeneigenen Lager in Lübeck. Auch am Möllner Hafen hat ATR ein Silo. Und am Silo Ratzeburg bemühe sich die Firma schon jetzt mit dem Bau eines neuen Bahngleises, Transporte auf die Schiene zu verlagern. Künftig sollen hier Züge beladen werden können.

„Auch das ist zwar eine wirtschaftliche Entscheidung, die aber der Umwelt zu Gute kommt“, so Striewe. Bislang sei die Region im Hinblick auf die Binnenschifffahrt ein Engpass. In der Vergangenheit habe es öfter Probleme gegeben, überhaupt Binnenschiffe für die Fahrt auf dem ELK zu bekommen. Nur noch sechs Prozent der Binnenschiffe könnten den ELK überhaupt befahren, so Brackmann. 800 bis 900 Tonnen könnte eines dieser wenigen Binnenschiffe tragen. Die neuen Euroschiffe, die den Kanal nach der Ertüchtigung befahren könnten, wären in der Lage 1600 Tonnen zu transportieren. „Damit würde der Transport entsprechend günstiger und damit wettbewerbsfähig gegenüber dem Lkw“, so Striewe.

Derzeit werden über den ELK pro Jahr insgesamt nur 600000 Tonnen Güter transportiert. Das Potenzial liegt laut Schätzungen der IHK jedoch bei drei Millionen Tonnen. Das Geschäft der ATR floriere.

Es seien weitere Standorte erworben worden und nach wie vor werde Personal gesucht. Die Firma, die ihren Hautsitz in Ratzeburg hat, ist mit 820 Mitarbeitern ein großer Arbeitgeber. 160 davon arbeiten allein in Ratzeburg. Schleswig-Holstein sei weltweit betrachtet ein einmaliger Standort für die Weizenproduktion. Deutschland habe einen hohen Selbstversorgungsgrad mit Getreide und stehe damit weltweit an neunter Stelle. Striewe: „Damit spielt Deutschland auch eine große Rolle bei der Ernährung der Welt.“

 Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige