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Lauenburg Lang erwartet und endlich angekommen: Die Schulassistenten
Lokales Lauenburg Lang erwartet und endlich angekommen: Die Schulassistenten
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20:25 15.01.2016
„Assistenten werden gezielt eingesetzt.“ Monika Schulze, Schulleiterin Krummesse

Freude in den Grundschulen im Lauenburgischen: Die schulischen Assistenzkräfte haben ihren Dienst in Schleswig-Holstein zum Jahreswechsel aufgenommen.

Das Land finanziert deren Einsatz auch in den Grundschulen des Kreises Herzogtum Lauenburg. Die sollen die Lernbedingungen verbessern und ermöglichen, dass Lehrkräfte sich besser auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Das Land hat fürs Lauenburgische 34 Arbeitsverträge mit Schulassistenten geschlossen, die nun verteilt werden. Sieben Schulen im Kreis haben außerdem das vom Land zugewiesene Geld genommen und die neuen Kräfte selbst beschäftigt. Die Landesregierung hat dafür einen einfachen Finanzierungsschlüssel vorgelegt. 125 Euro pro Schüler und Jahr werden an jeder Grundschule im Lande zur Verfügung gestellt .

„Die Assistenzkräfte sind in den Schulen insgesamt sehr willkommen. Was in kürzester Zeit an Arbeitsverträgen realisiert wurde, ist ganz erstaunlich“, erklärt Schulrätin Katrin Thomas. Eine ganz neue Profession sei entstanden. Die meisten Schulassistenten seien bereits in den lauenburgischen Grundschulen im Einsatz.

Ursprünglich hatte das Land angedacht, die Schulassistenten bereits im September einzustellen. Laut Thomas habe sich das allerdings verzögert, weil noch über die Trägerschaft debattiert wurde.

Insgesamt 342 Schulassistenten kommen landesweit zum Einsatz. Sie sollen an den 477 öffentlichen Grundschulen, 43 Schulen der dänischen Minderheit und 26 Grundschulen in privater Trägerschaft arbeiten.

In der Stecknitz Grund- und Gemeinschaftsschule haben der Schulverband und Schulleiterin Monika Schulze nicht abgewartet, bis grünes Licht aus Kiel kam. „Wir haben die schulischen Assistenzkräfte bereits im August 2014 eingesetzt“, erklärt sie. Der Schulverband habe die Finanzierung organisiert, bevor das Geld aus Kiel floss. An den Standorten in Krummesse und Berkenthin werden seitdem gezielt vier Kräfte eingesetzt, die unter Berücksichtigung der Schulferien je 14 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen. „Ich bekomme ein positives Feedback über ihre Arbeit aus dem Kollegium“, so Schulze. An ihrer Schule wird auf jahrelang bewährte Schulbegleiter gesetzt, die sich nicht über pädagogische Ausbildungen, sondern über Fortbildungen für schulische Assistenz qualifiziert haben.

„Eine dreijährige Arbeit als Schulbegleiterin ist die Mindestanforderung dafür, dass das Land einen Bewerber anstellt“, sagt Schulrätin Thomas. Und laut Martin Habersaat, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD im Landtag, gingen 1300 Bewerbungen ein. Die Qualifikation der Schulassistenten reiche von Erziehern über Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Therapeuten und andere Personen mit pädagogischen Ausbildungen bis hin zu sozial erfahrenen Personen. Die Assistenzkräfte werden laut Habersaat vom Land unbefristet eingestellt und erhalten eine achttägige Zertifikatsfortbildung.

„Wir wollen die Assistenten auf keinen Fall nach dem Gießkannenprinzip auf die Klassen verteilen“, berichtet der Ratzeburger Schulleiter Uwe Asmuß. An seinen Grundschulstandorten in der Vorstadt und in St. Georgsberg werden drei Kräfte eingesetzt. Eine weitere Kraft soll im Februar kommen. Zwei Assistenten sollen 25, die anderen beiden 20 Wochenstunden im Einsatz sein. Die Ratzeburger Kräfte sind beim Land beschäftigt. Laut Asmuß fallen dafür Personalkosten von etwa 80 000 Euro pro Jahr an.

„Die Schulassistenten kommen gezielt zum Einsatz. Zum Beispiel in Klassen, die schwerer zu beschulen sind als andere“, berichtet der Schulleiter. In Ratzeburg seien das Erzieher und sozialpädagogische Assistenten, die höher qualifiziert seien als die meisten Schulbegleiter. „Und wir achten darauf, dass nicht plötzlich drei Erwachsene in einer Klasse zum Einsatz kommen.“

Schulassistenten können nach Auffassung von Asmuß keine Schulbegleiter ablösen, die sich bei geringerer Qualifikation nur um einzelne Schüler mit Integrationbedarf kümmerten und nicht das gesamte soziale Gefüge einer Schulklasse im Blick hätten.

• Mehr Infos beim Land SH über

folgenden Link: bit.ly/1Sm33PR

Aufgabe der schulischen Assistenz
Unterstützung von Schülern im sozialen und emotionalen Bereich zur Förderung des sozialen Verhaltens und der besseren Integration.



Unterstützung von Lehrern und Schülern im Unterricht und bei der Gestaltung des Schulvormittags einschließlich der Pausen, bei besonderen Projekten, Ausflügen, Klassenfahrten, Sporttagen, Schul- und Klassenfesten sowie generell beim Lernen am anderen Ort.



Unterstützung einzelner Schüler bei unterrichtsergänzenden Angeboten wie Arbeitsgemeinschaften, um die Teilnahme zu ermöglichen. Außerdem punktuelle Unterstützung von Schülern in belastenden Situationen.



Quelle: „Eckpunkte zu Zielsetzung und den Aufgaben Schulischer Assistenz“ (Land SH, 12.05.2015)

Florian Grombein

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