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Lauenburg: „Mister Awo“ reicht den Staffelstab weiter

Lauenburg Lauenburg: „Mister Awo“ reicht den Staffelstab weiter

Nach 25 Jahren ist für Uwe Frensel (62) Schluss – Jörg Sönksen (55) tritt die Nachfolge an.

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Die Vorsitzende des Büchener Awo-Ortsverein, Lieselotte Gerull, ernennt Uwe Frensel zu „Mister Awo“. Frensel gibt den Vorsitz in Lauenburg an Jörg Sönksen ab, bleibt jedoch Ehrenvorsitzender.

Lauenburg. Viele Mitglieder können es noch gar nicht glauben, denn sie kennen es nicht anders: Uwe Frensel (62) als erster Vorsitzender des Lauenburger Awo-Ortsvereins. 25 Jahre hat Frensel die Geschicke des Vereins geführt und vieles auf den Weg gebracht. Doch nun ist Schluss. Uwe Frensel wollte sich nicht mehr zur Wahl stellen. Viele Gäste nahmen daher an der Jahreshauptversammlung teil, um ihren „Uwe“ zu verabschieden.

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Nach 25 Jahren ist für Uwe Frensel (62) Schluss – Jörg Sönksen (55) tritt die Nachfolge an.

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„Inzwischen bin ich wohl erheblich betriebs-

blind.“ Uwe Frensel

Sichtlich bewegt eröffnete Frensel ein letztes Mal als Vorsitzender die Versammlung. Es sei eine besondere Sitzung, denn sie sei nicht nur später im Jahr als gewöhnlich, auch die vielen Gäste seien eher eine Ausnahme. Bevor es aber an die Tagesordnung ging, wurde in einer Schweigeminute der verstorbenen Awo-Mitglieder und der Opfer des Amoklaufs in München gedacht.

„Uwe Frensel ist von der Sorte, die meiner Meinung nach ausstirbt“, so der ehemalige Awo-Landesvorsitzende Heinz Welbers. Gern denkt Welbers an die gemeinsame Zeit zurück und ist froh, einen Menschen wie Frensel kennengelernt zu haben, der viel Empathie mitbringe, aber mit dem man auch Spaß haben könne. Es gab dann auch noch gleich lobende Worte für den ganzen Ortsverein. „Ich kenne keinen Ortsverein in Schleswig-Holstein, der so engagiert und aktiv ist“, so Welbers, der in seiner 17-jährigen aktiven Zeit immer die Jahreshauptversammlungen in Lauenburg besucht hatte. Wolfgang Baasch als Nachfolger von Heinz Welbers versprach aber ebenfalls, künftig zu den Versammlungen zu erscheinen. „Uwe Frensel ist ein Motivator“, so Baasch. Peter Perthun, Vorsitzender des Awo-Kreisverbandes hätte zwar gerne gesehen, wenn Uwe Frensel weitermachen würde, kann aber den Rückzug verstehen.

Von der Stadt gab es ein besonderes Abschiedsgeschenk. Bürgermeister Andreas Thiede und Bürgervorsteher Bernd Dittmer überreichten eine Fotografie von Dirk Morawski, die während der Flut 2013 einen Blick auf Lauenburg zeigt. Gerade in dieser Zeit hätte die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Awo sehr gut funktioniert. „Wir kennen uns schon seit 20 Jahren und vertrauen uns blind“, sagt Thiede. „Du bist für mich ein großes Vorbild“.

Auch Bernd Dittmer befand, dass Frensel „Duftmarken gesetzt hätte, die nicht so schnell verduften“. Dabei versprach Dittmer, dass die Stadt auch künftig, soweit es möglich ist, die Awo unterstützen wird. Bevor es an die Neuwahlen ging, zog auch Frensel noch einmal Bilanz. Vor 25 Jahren hatte er die Sorge, ob die Mitglieder einen so jungen Vorsitzenden akzeptieren würden. „Inzwischen bin ich das älteste Vorstandsmitglied und wohl erheblich betriebsblind“, so Frensel, daher sei es Zeit, Platz für einen Nachfolger zu machen. Frensel erinnerte daran, dass die Awo nicht nur ein Freizeitverein sei, sondern eine Organisation, um anderen Menschen zu helfen.

Als neuer Vorsitzender wurde einstimmig Jörg Sönksen (55) gewählt, der sich vor allem durch seine Arbeit beim Fluthilfebüro etabliert hat. Seit zehn Jahren lebt Sönksen in Lauenburg, seit zwei Jahren ist der 55-Jährige Awo-Mitglied. „Ich habe Uwe Frensel durch das Hochwasser kennengelernt und war nun erschrocken, als er vor einem halben Jahr fragte, ob ich mir den Vorsitz vorstellen könnte“, sagte Sönksen. Zur Seite wird ihm weiterhin die zweite Vorsitzende Cordula Hartel, die ebenfalls einstimmig in ihrem Amt bestätigt wurde, stehen. Aber auch wenn Uwe Frensel nicht mehr antreten wollte, ist er nun doch wieder Vorsitzender in Lauenburg. Auf Vorschlag von Peter Perthun wurde Frensel zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Wolfgang Reichenbächer

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