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Lauenburg Lauenburg: Situation an der Elbe wirkt entspannt – zu Recht?
Lokales Lauenburg Lauenburg: Situation an der Elbe wirkt entspannt – zu Recht?
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20:14 02.06.2016

Sie plätschert vor Lauenburg ganz seicht dahin, die Elbe. Gestern betrug der Pegel in Hohnstorf 4,32 Meter. Während die Unwetter in Bayern und Baden-Württemberg ganze Landstriche verwüstet haben, wirkt die Situation an der Elbe entspannt. So war es 2013 auch, und dann kam es zum zweithöchsten Hochwasserstand in der mehr als 800-jährigen Stadtgeschichte. Bis auf 9,64 Meter stieg das Wasser in Lauenburg an, nur 1855 war es mit 9,88 Meter höher.

So sah es genau heute vor drei Jahren an der Elbuferpromenade aus: Am 3. Juni zeichnete sich ein Hochwasser bereits ab, schließlich stieg es bis auf die Höhe des Raddampfers oben am Pegel. Quelle: Jann

Omega steht kopf

Das Strömungsmuster des Wetters über Europa entspricht der bauchigen Form des griechischen Großbuchstabens Omega, es kesselt normalerweise ein stabiles Hoch ein. Diesmal steht das Omega auf dem Kopf, im Zentrum befindet sich ein Tief, das so eingekesselt kaum von der Stelle weichen kann.

Und jetzt? Glaubt man den nur bis kommenden Montag reichenden Prognosen des elektronischen Wasserstandsinformationssystems der Wasserstraßenverwaltung des Bundes, dürfte sich da auch kein Unheil zusammenbrauen. Für Hohnstorf sind 4,40 Meter prognostiziert, in Magdeburg soll der Wasserstand von 1,14 auf 1,88 Meter steigen (Höchstwert: 7,47 Meter), in Wittenberge waren es gestern 1,72 Meter, die auf 2,65 Meter steigen sollen (7,06 Meter) und in Dresden zeigte der Pegel gestern 1,36 Meter, Montag sollen es zwei Meter sein, der Höchstwert betrug 9,40 Meter. Also alles im grünen Bereich?

Das ist unklar. Denn die so genannte Omega-Wetterlage, die jetzt den Menschen im Süden die Überschwemmungen beschert, gleicht der Wetterlage, die im Sommer 2013 so verheerende Folgen für die Menschen an der Elbe mit sich brachte. Trotzdem ist die Situation nicht eins zu eins mit 2013 zu vergleichen, weiß Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst. „Damals zogen immer wieder Gewitter gegen das Erzgebirge und ostsächsische Mittelgebirge, und zwar stetig auf einer Linie“, so Weber. Diese Kontinuität beobachten die Wetterexperten derzeit nicht. Und obwohl sich in der Sächsischen Schweiz gerade Gewitter ballen, bringen sie nicht die Niederschlagsmenge, die es 2013 gab.

„Was wir beobachten können, gibt keinen Anlass, unruhig zu schlafen“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Würde ein neues Hochwasser auf die Stadt zurollen, wäre die Altstadt nach wie vor schutzlos den Fluten ausgeliefert. Noch immer gibt es keinen Hochwasserschutz.

tja

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