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16:20 21.12.2017
Jörn Bohlmann, Kurator am Deutschen Museum in München für Schifffahrt und Meerestechnik, informiert sich bei Dorothee Meyer im Elbschifffahrtsmuseum über dessen Ausstattung, begleitet von Fernsehautor Reiner Holzemer und Tontechniker Dorian Prahl (v.l.).  Quelle: Timo Jann
Lauenburg

In Lauenburg und Umgebung hat es das 2015 komplett neu ausgestattete Elbschifffahrtsmuseum an der Elbstraße schwer, die kalkulierten Besucher zu gewinnen. In Dr. Jörn Bohlmann hat das kleine Lauenburger Museum aber einen großen Fan gefunden. Der aus Geesthacht stammende Wissenschaftler, der in München die Bereiche Schifffahrt und Meerestechnik betreut, besuchte das Elbschifffahrtsmuseum jetzt schon zum zweiten Mal – um für die geplante Neuausstattung des Deutschen Museums bis 2020 Anregungen einzufangen.

Gestern wurde er von einem Team des Bayrischen Rundfunks (BR) begleitet, das für eine Langzeitdokumentation über den Umbau des Münchener Museums dreht. „Das Museum ist veraltet und ziemlich verstaubt, dazu machen wir eine große Berichterstattung, wie es sich über die Jahre verändert“, berichtet Reiner Holzemer, der zuständige Autor. Tourismusmanagerin Dorothee Meyer führte Bohlmann, Holzemer und Tontechniker Dorian Prahl gestern durch das Elbschifffahrtsmuseum.

„Für mich ist hier in Lauenburg vor allem überzeugend gelöst, wie liebevoll kindgerecht alles ausgerichtet ist“, schwärmt Bohlmann. „Kinder sind die Lehrer von morgen, die müssen wir in unseren Museen begeistern, damit sie neugierig werden und Wissen aufnehmen möchten“, sagt der Kurator aus München.

„Unser Problem ist, die Menschen ins Haus zu bekommen. Wenn sie erstmal hier waren und gesehen haben, wie modern wir die Elbschifffahrt präsentieren, dann gehen sie meistens begeistert“, berichtete Dorothee Meyer am Rande der Dreharbeiten.

Das Deutsche Museum in München besuchen pro Jahr etwa 1,5 Millionen Menschen, das Lauenburger Elbschifffahrtsmuseum hat aktuell 5000 Besucher jährlich. Die Politik diskutiert schon seit langem, ob ein Museumsleiter dem Haus zu mehr Akzeptanz und Besuchern verhelfen könnte. Bohlmann: „Gerade diese kleinen Museen sind die, die den Besuchern viele Informationen bieten können.“ Der Kurator hatte auch schon große Häuser aus der Schifffahrts-Szene besucht und ist von der Lauenburger Präsentationsform besonders angetan. Einige Punkte möchte er ähnlich auch in München realisieren.

Das fast 100 Jahre alte Münchener Museum soll bis 2020 in zwei Bauabschnitten saniert und neu ausgestattet werden. „Wir wollen natürlich gucken, was heute Stand bei der Ausstattung und der Präsentation ist“, sagt Bohlmann. Vier Millionen Euro hatten Umbau, Erweiterung und Ausstattung des Elbschifffahrtsmuseums gekostet.

 Von Timo Jann

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