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Lauenburg Lauenburg blickt hoffnungsvoll in Richtung „schwarze Null“
Lokales Lauenburg Lauenburg blickt hoffnungsvoll in Richtung „schwarze Null“
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20:34 28.04.2016
Zu Hochwasserzeiten — wie im Foto zuletzt 2013 — ist die Elbpromenade in Lauenburgs Altstadt komplett überflutet. Die Stadt will beim Hochwasserschutz den Gutachterempfehlungen folgen. Quelle: Fotos: Timo Jann

Auch der Doppelhaushalt für 2016 und 2017 wurde auf den Weg gebracht.

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Haushalt 2016/17 verabschiedet — restriktive Ausgabenpolitik und kaum Neuverschuldung.

„Es ist so, dass wir jetzt die schwarze Null für 2018 anstreben“, erklärt Bürgermeister Andreas Thiede. Das Land unterstützt Lauenburg, das dafür als Konsolidierungsgemeinde strenge Vorgaben beim Wirtschaften berücksichtigen muss, mit Sondermitteln.

„Unsere Ausgaben sind auf das Nötigste beschränkt, wir sind aber bei der Neuverschuldung weit unter dem, was wir dürften“, so Thiede.

„Unsere Bemühungen, die Stadt finanziell wieder auf solide Füße zu stellen, zeigen endlich Wirkung“, freut sich Thiede. 2011 hatte eine hohe Gewerbesteuerzahlung für das Plus im Jahresabschluss gesorgt, im Jahr darauf wurde daraus dann aufgrund höherer Umlagen gleich wieder ein Defizit. Thiede: „Jetzt ist es aber so, dass wir unsere Investitionen so stemmen können, dass wir ohne große Neuverschuldungen auskommen.“ In diesem Jahr soll der Heideweg saniert werden, außerdem soll von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) deren Haus der Begegnung am Fürstengarten gekauft werden. Knapp 500000 Euro wird die Stadt dafür ausgeben, um in dem Haus Flüchtlinge unterzubringen und eine Begegnungsstätte zu schaffen. Auch ein neues Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr steht auf der Liste der Investitionen. „Das wird es aber nur geben, wenn wir, wie schon bei der Drehleiter, eine Sonderbedarfszuweisung des Landes bekommen“, berichtet Thiede.

Geld spielt auch bei der größten anstehenden Aufgabe — dem Hochwasserschutz für die Altstadt — eine entscheidende Rolle. So wurde von den Stadtvertretern jetzt beschlossen, dass der Wasser- und Bodenverband ein Planungsbüro für die Detailplanung suchen und beauftragen soll. Grundlage sollen die mit Hilfe des Landes erfolgten Untersuchungen sein. Die Verwaltung wurde beauftragt, zusätzlich zu den bereits avisierten Mitteln aus dem Hochwasserschutz bei den zuständigen Ministerien in Kiel und Berlin weitere Fördermittel aus dem touristischen Bereich (für die Gestaltung der Promenade) und dem städtebaulichen Denkmalschutz (für erforderliche Maßnahmen an baulichen Anlagen) einzuwerben. „Außerdem wurde das auch auf den Katastrophenschutz sowie die Ver- und Entsorgung ausgeweitet, damit wollen wir verschiedene Fördertöpfe anzapfen“, berichtet Thiede. Ziel ist es, unter den Aspekten Tourismus, Wirtschaft, Sicherheit, Energie und Denkmalschutz möglichst günstig für den städtischen Haushalt einzelne Aufgaben verwirklichen zu können.

Die Lauenburger Stadtverwaltung plädiert in Sachen Hochwasserschutz klar für das bereits bekannte Baukastensystem und damit für passgenaue örtliche Lösungen im Planungsbereich der zentralen Altstadt.

So hatten es die Gutachter im Auftrag von Landesumweltminister Robert Habeck (Grüne) empfohlen. Daran gab es dann jedoch Zweifel, unter anderem von Professor Manfred Voigt, der die Altstadtbewohner begleitet. Thiede: „Die perfekte Lösung muss nicht die tiefgründende Sickerschürze beinhalten, wenn es andere ebenso wirkungsvolle Maßnahmen gibt, um die beklagten Bodenbewegungen zu unterbinden.“

Voigt hält die Sickerschürze für zwingend notwendig. „Um keine Zeit zu verlieren, sollen die erforderlichen Schritte zum europaweiten Vergabeverfahren der jetzt notwendigen weiteren Planungsarbeiten unverzüglich durch den Verband eingeleitet werden. Die nächsten Leistungsphasen werden zeigen, wo welche Maßnahmen vor Ort die passgenaue Lösung bringen“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Von Timo Jann

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