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Lauenburg Lauenburg hofft auf fünf Millionen Euro
Lokales Lauenburg Lauenburg hofft auf fünf Millionen Euro
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17:30 17.11.2016
Die Bronze-Skulptur „Ich bin“ von Edith Breckwoldt steht unterhalb des Lauenburger Schlosses.  Quelle: UNK
Lauenburg

Die Stadt Lauenburg hofft mit Unterstützung des Künstlerhauses auf Millionen aus einem neuen Fördertopf für Projekte in Sachen Kunst und Tourismus. Elf Seiten umfasst der eingereichte Wettbewerbsbeitrag der Stadt bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Mehr als 70 Arbeitsplätze könnten in dem Zusammenhang neu entstehen.

„KulturMagnet Lauenburg – Ein Quantensprung auf dem Weg zu neuer Tourismus-Qualität“ lautet der Arbeitstitel der Idee. „Ich erinnere nur an die Einrichtung der alten Apotheke aus der Elbstraße, der wir heute noch nachtrauern. Jetzt haben wir eine einmalige Chance, etwas nach Lauenburg nach Hause zu holen“, warb Bürgermeister Andreas Thiede jetzt im Ausschuss für das Projekt. Es geht um den Nachlass der in Lauenburg geborenen Künstlerin Edith Breckwoldt, mehr als 200 groß- und kleinformatige Skulpturen. Mit dem ausgefeilten Konzept bewirbt sich die Stadt um einen Teil der insgesamt 13,5 Millionen Euro, die im „Förderprogramm für investive touristische Projekte sowie investiver Maßnahmen zur Einbeziehung von Natur- und Kulturerbe“ zur Verfügung stehen. „Das Programm hatten wir gar nicht so auf dem Zettel, das Künstlerhaus hat uns drauf gebracht“, berichtet Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Schleswig-Holstein will mit dem Programm, in das auch EU-Mittel fließen, regionale Tourismus-Projekte gezielt fördern. Das Konzept der Stadt umfasst vier Punkte:

1. Das Schloss soll zum multifunktionalen kulturtouristischen Höhepunkt umgestaltet werden. Dabei ist, wie es die Initiative „Schlossbürger“ seit 2014 fordert, an eine verstärkte öffentliche Nutzung zu denken. So soll das Trauzimmer bewahrt werden, Hochzeitsfeiern und Tagungen in den durch den geplanten Auszug der Verwaltung frei werdenden Räumen sollen möglich sein. Durch die Schaffung von Event- und Tagungs-Räumlichkeiten könnte man mit dem neuen Hotel am Fürstengarten zusammenarbeiten, heißt es.

2. Mit der Einbeziehung des Hauses Elbstraße 52, direkt neben dem Künstlerhaus, soll dieses um eine neue Stadtgalerie erweitert werden. Damit gäbe es wieder einen ständigen Ausstellungsort für ehemalige Stipendiaten und zeitgenössische Kunst.

3. Ein interaktives Kunst- und Kultur-Leitsystem soll in Lauenburg die Kulturorte vernetzen sowie Alt- und Oberstadt verbinden.

4. Das bildhauerische Lebenswerk von Edith Breckwoldt soll als Sammlung in das Stadtbild integriert werden.

„Edith Breckwoldts Mann hat in Hamburg einen Fundus ihrer Werke eingelagert, er möchte sie der Stadt übergeben“, erklärt Thiede.

Rund fünf Millionen Euro würden diese ausgewählten Maßnahmen kosten. Die Verwaltung rechnet mit einer Förderquote von 90 Prozent, da Lauenburg Konsolidierungsgemeinde ist. Der Hauptanteil würde mit etwa 4,2 Millionen Euro auf das Schloss entfallen. Für die Stadtgalerie wird mit Kosten von 515000 Euro, für den Kunst- und Kulturpfad mit 250000 Euro gerechnet. „Ziel ist es, bei einer gleichzeitigen Weiterentwicklung und Erweiterung des bereits vielfältigen Kulturangebots, die Strahlkraft Lauenburgs an der Elbe in der und für die Region sowie die Erlebnisorientierung zu steigern“, heißt es in der Vorlage für den Fachausschuss. Als Zielgruppe sieht die Verwaltung Städtereisende, Neugierige und Entschleuniger, Familien, Natururlauber und Tagestouristen.

Talent erst spät entdeckt

Edith Breckwoldt (1937-2013) war eine Tochter des Lauenburger Tankschiffreeders Christoph Burmester. 1959 zog sie nach Hamburg und heiratete Frank Breckwoldt. Erst in den 1990er-Jahren kam sie zur Kunst und erschuf groß- und kleinformatige Skulpturen, die um die Themen Frieden und Gemeinsamkeit kreisen. Unter anderem ist die knieende Frau unterhalb des Schlosses eines ihrer Werke. Die Breckwoldt-Stiftung hat sich die Förderung der Künste sowie werthaltiger Unternehmensführung zur Aufgabe gemacht.

 Timo Jann

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