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Lauenburg Lauenburg und Büchen jubeln über die gymnasiale Oberstufe
Lokales Lauenburg Lauenburg und Büchen jubeln über die gymnasiale Oberstufe
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00:00 19.12.2012
Da war ein Gläschen Sekt fällig. Bürgermeister Thiede (l.) hatte gestern spontan Schulleiter Heinz Hoffmann eingeladen, um den Erfolg zu würdigen. Quelle: Fotos: br/ge/LN-Archiv (2)
Lauenburg

Der Jubel in Lauenburg und Büchen war gestern über die Gemeindegrenzen hinaus zu hören: Beiden Gemeinden hat Kiel eine Oberstufe an ihren Gemeinschaftsschulen bewilligt. Das heißt: Kurze Wege für die Schüler, Erhöhung des Standortvorteils für die Kommunen.

In einer schlichten Email war dem zuständigen Sachbearbeiter in Büchen die Entscheidung des Bildungsministeriums mitgeteilt worden. Dazu der freudestrahlende Bürgermeister Uwe Möller: „Wir haben in den vergangenen Tagen gezittert. Die Entscheidung war für Weihnachten angekündigt worden. Wir haben fünf Jahre lang gekämpft. Unser Dank gilt allen Beteiligten. Ich freue mich so. Es ist mehr als ein großzügiges Weihnachtsgeschenk.“

Auch der Schulleiter der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg, Heinz Hoffmann, kann es kaum fassen: „Nun können wir eine Schule anbieten, die allen gerecht wird. 2008 sind wir gestartet. 2014/15 kann dieser Jahrgang die elfte Klasse der Sekundarstufe II beginnen. Welche Profile wir anbieten, hängt vom Lehrerangebot ab.“ Schon jetzt bietet der vor zwei Jahren begonnene Ganztagsbetrieb der Albinus-Gemeinschaftsschule den Schülern und Schülerinnen Möglichkeiten, sich Profile auszusuchen. „Damit können wir jetzt punkten“, so Hoffmann. Für Bürgermeister Andreas Thiede sind das Schritte, die nach und nach gegangen werden müssen. „Momentan steht einfach die Freude darüber im Vordergrund, an dieser großartigen Entwicklung für Lauenburg teilnehmen zu dürfen, betonte er. Dabei strahlten seine Augen wie die eines Kindes beim Anblick des geschmückten Christbaumes. „Mein Herzschlag hatte sich fast verdoppelt als ich die Nachricht erhielt“, verriet er .

Seit 2008 ringen beide Schulen, jede hat rund 700 Schüler, um die Einrichtung der gymnasialen Oberstufe. Die Zahlen sprechen für sich. Während die Abiturquote in Stormarn 34,8 Prozent beträgt, liegt sie in diesem Kreis bei 18,6 Prozent. Grund: In Stormarn mit 228 460 Einwohnern gibt es neun Gymnasien und sechs Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe. Der Kreis Herzogtum Lauenburg mit 186 480 Einwohnern hat fünf Gymnasien und eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe in Geesthacht. Auffallend: Dort, wo es viele Gymnasien gibt, gibt es auch viele Schüler mit allgemeiner Hochschulreife. Das ist wohl auch den Bildungspolitikern in Kiel deutlich geworden.

Enttäuschung dagegen bei Sandesnebens Schulverbandsvorsteher UIrich Hardtke: „Das scheint eine Entscheidung vom Schreibtisch aus zu sein, die nicht die wahren Schülerströme bei uns berücksichtigt.“

Reaktionen aus der Politik

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Peter Eichstädt: „Der Konflikt ist auf die bestmögliche Weise gelöst worden, nicht eine, sondern beide Gemeinschaftschulen erhalten die Oberstufe und damit eine optimale Entwicklungschance für ihre Bildungslandschaften.


Olaf Schulze (SPD): „ Die langersehnten und dringend benötigten Oberstufen für Büchen und Lauenburg rücken nun endlich in greifbare Nähe. Es besteht Bildungsgerechtigkeit."


Dr. Ralf Stegner (SPD): „Wir öffnen den Weg für Oberstufen an Gemeinschaftsschulen. Die Gemeinschaftsschulen sind eine wichtige Säule unseres Schulsystems, die wir weiter stärken wollen.“


Heike Franzen (CDU): „Die Regierungskoalition weiß, dass es für diese Oberstufen keinen Bedarf gibt. In fünf Jahren wird es nach den Planungen der Landesregierung in Schleswig-Holstein 1370 Lehrer und 34 000 Schüler weniger geben. Die Einrichtung zusätzlicher Oberstufen wird deshalb eine gegenseitige Kannibalisierung zur Folge haben.

Silke Geercken und Ursula Braun

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