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Lauenburg Lauenburger Schützengilde feierte ihr 350. Bestehen
Lokales Lauenburg Lauenburger Schützengilde feierte ihr 350. Bestehen
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22:10 04.07.2016
Ein Zeugnis längst vergangener Tage: Die Lauenburger Schützengilde tritt auf dem Alten Markt an. Quelle: Lauenburger Schützengilde/hfr

Leider waren bis auf den Patron der Gilde, Bürgermeister Andreas Thiede, keine hochrangigen Vertreter aus der Politik und dem Schützenwesen dabei. Die waren allesamt beim Festkommers zum 150-jährigen Jubiläum der Ratzeburger Feuerwehr in der Kreisstadt.

Der 1. Vorsteher der Lauenburger Schützengilde, Günter Enkelmann, freute sich dennoch über den Besuch einiger Abordnungen von Schützenvereinen aus dem Herzogtum Lauenburg und auch aus Niedersachsen.

Pünktlich zum Jubiläumsschützenfest ist die alte Gildefahne fertig geworden, die restauriert wurde. Sie sollte am Sonntag beim Ausmarsch der Schützen in der Oberstadt erstmals wieder am Schützenfest teilnehmen.

In einer Festzeitschrift blicken die Lauenburger Schützen auf die lange Tradition ihrer Gilde zurück. Verfasserin Anke Mührenberg wusste, dass das Schützenwesen seinen Ursprung aus der Übung der wehrpflichtigen Bürger im Mittelalter fand. Besonders in Orten, in denen wie in Lauenburg ein Schloss vorhanden war. Hier wurden Ritterspiele durchgeführt. Heute sind es Schützenfeste, die einmal im Jahr stattfinden. Und in Lauenburg steht das Schloss immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Die Lauenburger Gilde dürfte schon länger existieren, als es der älteste existierende Beleg zum Ausdruck bringt. Allerdings sind diese Nachweise beim großen Feuer im Jahr 1616 oder auch im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verbrannt. Das Jahr 1666 als Gründungsjahr der Lauenburger Schützengilde wird auf ein Privileg des Herzogs Franz Erdmann von Sachsen, Engern und Westfalen zurückgeführt. Von dieser Originalurkunde gibt es nur noch eine Abschrift, die im Stadtarchiv lagert und als erste Satzung der Schützengilde gilt. In 38 Artikeln ist darin die Gildeordnung mit allen Rechten und Pflichten festgeschrieben.

Das Lauenburger Schützenfest fiel in Kriegszeiten mehrfach aus. Unter anderem während des Ersten Weltkriegs sowie von 1940 bis 1950 während des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Insofern fiel das 250-jährige Jubiläum (1916) der Gilde aus. Seit 1951 feiert die Schützengilde immer am ersten Juli-Wochenende.

Für die Zukunft aufstellen

Den Blick nach außen möchte die Lauenburger Schützengilde in Zukunft schärfen, weniger sich mit dem Innenleben des Vereins beschäftigen. Denn man hat erkannt, dass die Gilde keine geschlossene Gesellschaft ist und auch nicht sein will. Zudem, so Andreas Horthaus, 2. Vorsteher, wolle man mit alten Klischees über das Verhalten im Schützenverein aufräumen, eine Brücke zwischen Tradition und Heute bauen und dafür Sorge tragen, dass sich jeder Lauenburger eingeladen fühlt, Mitglied zu werden. jeb

 Jens Burmester

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