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Lauenburg Lauenburger Traditionspflege: Schipperhöge zog durch die Stadt
Lokales Lauenburg Lauenburger Traditionspflege: Schipperhöge zog durch die Stadt
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21:23 18.01.2016
Darf beim Umzug anlässlich der Schipperhöge natürlich nicht fehlen: die Lustige Person, flankiert von mehreren Clowns.

Wie zu Zeiten der Pest tragen auch heute noch die Schifferbrüder aus Lauenburg und Umgebung ihre Verstorbenen zu Grabe. Als Versicherung auf Gegenseitigkeit 1635 gegründet; erfüllen die Mitglieder der Brüderschaft diesen Zweck ihrer Vereinigung auch heute noch. „Wir haben einen fantastischen Zusammenhalt, wir sind eng verbunden und wir stehen uns bei“, erklärte Uwe Meyer, der neue Erste Ältermann der Brüderschaft, am Rande der Schipperhöge.

Schipperhöge heißt hochdeutsch Schifferfreude — und ein freudiges Fest ist es auch seit Jahrhunderten, wenn die Brüderschaft in der Stadt feiert. Trotz aller ernsten Hintergründe, die 1635 zur Gründung geführt hatten. „Lassen Sie uns unsere Traditionen bewahren“, rief Bürgermeister Andreas Thiede, der Amtspatron der Brüderschaft, den Schifferbrüdern und vielen Zuschauern beim Stopp des Festumzuges am Sonnabend auf dem Amtsplatz zu.

„Hinterbliebene unserer Mitglieder haben einen Anspruch auf ein symbolisches Sterbegeld, das zwei Jahresbeiträge umfasst“, berichtet Andreas Panz, der Schriftführer der Brüderschaft. Meyer: „Wenn jemand aus unseren Reihen stirbt, bekommt er von uns das volle Programm.“ Dazu gehören auch sechs Sargträger. Das Interesse an dieser Aufgabe sei oft sehr hoch, so Panz, der die Mitglieder dazu einteilt. „Freunde in der Noht, gehen 20 auf ein Loht, sollte es aber ein harter Stand sein, so gehen wohl hundert auf ein Quentlein“, lautet ein Leitspruch der Brüderschaft. Ihr Zweck besteht seit jeher darin, verstorbene Mitglieder zu begraben. Dies war in Zeiten von Not und Pest — die Brüderschaft ist zu Zeiten des 30-jährigen Krieges gegründet worden — auch eine sinnvolle und notwendige Einrichtung. Nebenbei regelt die Satzung auch viele Pflichten des Zusammenlebens. Unpünktlichkeit, schlechtes Benehmen und auch der „Missbrauch mit dem Bier" stehen unter Strafe. Die Schipperhöge findet traditionell im Winter statt, wenn Eisgang die Schifffahrt einschränkte.

Doch am Wochenende stand der gesellige Teil der Brüderschaft im Vordergrund. Nachdem Frank Fischer als Lustige Person am Vormittag weitere Neujahrswünsche an Mitglieder überbracht hatte, stand die Hauptversammlung im Mosaik-Veranstaltungszentrum an. Dort wurde Meyer zum neuen Ersten Ältermann, Zweiter Ältermann ist jetzt Helge Lofink. Anschließend startete der Festumzug einmal durch die Stadt.

Dabei trugen Eric Freidank und Julian Gebritz ein historisches Schiffsmodell, beim Stopp am Schloss empfing Thiede die Gäste mit einem Schnaps, und anschließend gab es einen Ehrentanz. Die Nacht hindurch wurde dann bis Sonntagmorgen um 6 Uhr nach überlieferten Zeremonien und Regularien gefeiert. Neu dabei waren Thomas Lohmann und Eddy Thiel, die eingetreten sind.

„Wir haben einen fantastischen Zusammenhalt, wir sind eng verbunden und wir stehen uns bei.“
Uwe Meyer, neuer Erster Ältermann
der Brüderschaft

Timo Jann

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