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Lauenburg Lauenburger erzieht mit rotem Gürtel und Zen-Philosophie
Lokales Lauenburg Lauenburger erzieht mit rotem Gürtel und Zen-Philosophie
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21:13 21.11.2016
Tritt mit Hebel, so heißt die Karatetechnik, die der 68-jährige Kampfsportmeister Joachim Jenkel-Peters (links) hier an Wolfgang Sturm vorzeigt. FOTO: SEN

. Nur einen Finger braucht er zum Kämpfen. Sein Gegner nimmt keinen Schaden, verspürt nur einen kleinen Stich und liegt auf der Matte. Der 68-jährige Lauenburger Joachim Jenkel-Peters ist Großmeister des Jiu Jitsu und trainiert leidenschaftlich gern Kinder in Kampfsportarten. Damit diszipliniert er auch die Verhaltensauffälligen unter ihnen.

„Kinder lernen bei

mir EmpathieJoachim Jenkel-Peters

Pädagoge und Jiu Jitsu-Großmeister

„Ich bilde vor allem gern Kinder aus, weil mich fasziniert, wie sie reagieren“, sagt Joachim Jenkel-Peters. Wenn er die Trainingshalle betritt, kommen die sechs- bis zehnjährigen Kinder aufgeregt zu ihm gerannt und fragen, wann das Training losgehe. Wie jeden Dienstag um 17 Uhr übt Jenkel-Peters mit der Anfängergruppe Schritte des Jiu Jitsu, Kobudo und Karate ein. Er ist ausgebildeter Pädagoge, hat sein Diplom in den Schulfächern Sport, Englisch und Philosophie gemacht. Trotz Pensionierung unterrichtet der Lauenburger die erste Klasse in der Schwarzenbeker Grundschule. „Sie merken, ich unterrichte nicht nur, weil es mein Beruf ist, sondern meine Berufung“, sagt er lächelnd und zieht den roten Jiu-Jitsu-Gürtel enger um den Bauch. Kennern sagt dieses rote Band, dass Jenkel-Peters mit der höchsten Ehrung, dem zehnten Dan, zum Großmeister ausgezeichnet wurde. Diese bekam er von einem japanischen Großmeister verliehen.

Kampfsport sei auch für verhaltensauffällige Kinder gut, denn er diszipliniere. „Es geht bei diesem Sport nicht darum, jemanden umzuhauen, sondern wir sehen den Kampfgegner als unseren Partner“, erklärt er. Jenkel-Peters’ Pädagogikvorstellung fußt auf dem Zen-Buddhismus und dem Leitsatz: Nicht ich bin der Wichtigste, sondern der Andere. „Kinder lernen bei mir Empathie“, sagt er. In ganz Schleswig-Holstein gibt er Gewaltpräventionskurse für Mädchen und Lehrerinnen und bringt seinen Schützlingen Tritte, Griffe und Kniffe bei, um den Gegner auf die Matte zu bringen.

Durch seine Leidenschaft kommt der sportliche Rentner vor allem in den Schulferien viel herum: „Ich habe nun das 110. Land bereits“, sagt er. Auf seinen internationalen Wegen trainiert und unterrichtet er zum Beispiel Englisch und Musik in einem afrikanischen Krankenhaus für HIV-erkrankte Kinder. „Ich lerne so ganz viele andere Kampfsporttrainer kennen, die ich nach Lauenburg einlade“, erklärt der Vorsitzende des Vereins Nippon. Insgesamt 31 internationale Trainer kamen so Mitte November zum Lauenburger Meistertreffen (die LN berichteten).

Angefangen hat er als Achtjähriger mit dem Boxen, mit 13 Jahren ging er zum Judo über und war sofort erfolgreich. Er wurde Landesmeister und kämpfte anschließend zwei Jahre in der deutschen Judo-Nationalmannschaft. Später war er Bundesvorsitzender des Judobundes für Jiu Jitsu und gründete dann die deutsche Jiu Jitsu Vereinigung. „Ich lebe schon 55 Jahre mit dem Kampfsport. Er ist ein Teil meines Lebens geworden“, sagt er.

Stefanie Ender

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