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Lauenburg Lauenburgische Berater geraten selbst in Not
Lokales Lauenburg Lauenburgische Berater geraten selbst in Not
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21:18 12.09.2013
„Eine immer weiter aufgehende Schere zwischen Leistungen und Zuwendungen.“ Jürgen Eulenpesch, ADB-Geschäftsführer

Angesichts der Finanznot in den öffentlichen Kassen wird die Luft im Lauenburgischen für soziale und gemeinnützige Einrichtungen immer dünner. Wie schon bei der BQG Personalentwicklung stellt sich jetzt für die Alkohol- und Drogenberatung die Frage, ob und wie die Arbeit in Zukunft fortgesetzt werden kann. Finanzprobleme haben auch die Schuldnerberatungen des Diakonischen Werkes und der BQG. Die Folge: Langzeitarbeitslose, Menschen mit Suchtproblemen oder mit ausufernden Schulden sowie andere Ratsuchende finden immer schwieriger wirksame Hilfe, und bei professionellen Helfern wächst die Angst vor dem Jobverlust.

Die Beratung von Suchterkrankten ist eine Pflichtaufgabe des Kreises, die im Lauenburgischen seit etwa vier Jahrzehnten von einer gemeinnützigen GmbH erledigt wird. Obwohl sich diese Zusammenarbeit mit der Alkohol- und Drogenberatung (ADB) auch nach Auffassung der Kreisverwaltung bewährt hat, stehen nach zwei Geschäftsjahren der gGmbH mit roten Zahlen viele Fragezeichen vor der Partnerschaft:

„Durchbruch oder Zusammenbruch der ADB liegen jetzt nah beieinander.“ Auf diese Formel bringt Jürgen Eulenpesch, der Geschäftsführer des Beraterteams, die momentane Lage der Gesellschaft. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, hält die ADB für 2014 eine Kreiszuwendung von knapp 400 000 Euro für erforderlich — das sind nach den Worten von Dr. Michael Riederer aus der Kreisverwaltung fast 100 000 Euro mehr als bewilligt werden sollen. Zur Sprache kam das Thema am Mittwochabend in der Sitzung des Kreissozialausschusses in Ratzeburg.

Bei diesen Beratungen im Kreishaus sprach Geschäftsführer Eulenpesch von einer „ernsten Situation“ und dem eindeutigen Auftrag der Gesellschafter der gGmbH, „das klarzumachen“. Gesellschafter sind das Johanniter- Krankenhaus und der Evangelische Verein für Soziale Dienste St. Salvatoris, beide aus Geesthacht. Im druckfrischen ADB-Jahresbericht 2012 weist Eulenpesch auf „die immer weiter aufgehende Schere zwischen Leistungen und Zuwendungen“ hin. Dort thematisiert er außerdem die Verantwortung der Städte für diesen Aufgabenbereich und nennt „allen voran Schwarzenbek und Lauenburg, die das Thema Suchtberatung und Prävention unter dem Druck durch Haushaltsprobleme anscheinend abgeschrieben haben“. Reagiert wurde von den Beratern schon mit der Reduzierung von Öffnungszeiten und mit Ausfällen bei den Sprechstunden.

Schwierig wird die Arbeit auch bei den Schuldnerberatungen der Diakonie und der BQG. Nach den im Sozialausschuss vorliegenden Zahlen sind bei der Diakonie bereits zur Jahresmitte fast 60 Prozent des Gesamtbudgets für diesen Bereich von rund 117 000 Euro aufgebraucht. Konsequenz wird sein, dass die Wartezeiten und Wartelisten länger werden für Menschen „in einer wirklichen Notsituation“, wie Juliane Marcia Müller als Leiterin der Schuldnerberatung sagt. Die BQG, die zurzeit insgesamt um ihre Zukunft bangt, steht bei der Beratung von verschuldeten Menschen vor demselben Problem: Bei ihr waren am Ende des zweiten Quartals sogar schon fast 80 Prozent des Jahresbudgets von rund 29 200 Euro für die Schuldnerberatung verbraucht.

Wie es bei den Hilfseinrichtungen weitergeht, wird sich vor allem bei den Haushaltsbeschlüssen der Kreispolitiker in den kommenden Monaten zeigen. Klar Stellung bezogen hat bereits die CDU als stärkste Fraktion im Kreistag. Im Sozialausschuss argumentierten die Christdemokraten Walter Bödeker aus Geesthacht und Frank Schmeil aus Schwarzenbek, dass es keine zusätzlichen Mittel zu verteilen gebe: „Mehr Geld ist nicht da“, sagte Bödeker. Sein Fraktionskollege Schmeil argumentierte, dass sich alle an Budgetvorgaben zu halten hätten.

Martin Stein

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