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Lauenburg Lauenburgische Einbruchserie: Angeklagte schweigen weiter
Lokales Lauenburg Lauenburgische Einbruchserie: Angeklagte schweigen weiter
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21:46 30.11.2016
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Lübeck/ Geesthacht

Der Prozess um eine Einbruchsserie im Lauenburgischen, bei der zwischen August und Oktober 2014 in Geesthacht, Alt-Mölln, Witzeeze, Kasseburg, Büchen, Kollow, Buchhorst, Reinbek und Lütjensee eingebrochen wurde, ist gestern am Landgericht Lübeck fortgesetzt worden. Einem Boizenburger und einem Glinder (beide 32) werden Diebstahl und Wohnungseinbruchdiebstahl in insgesamt zwölf Fällen vorgeworfen.

Auch eine Funkzellenauswertung der Mobiltelefone der Angeklagten wurde von einem Kripobeamten vorgetragen. Kurz nach einem der Einbrüche soll von einem dieser Handys aus beim Händler in Geesthacht angerufen worden sein. Nachbarn wollen das mögliche Diebesauto und zwei junge Männer sowohl in Tatortnähe als auch am Geschäft gesehen haben.

Gestern bot sich ein ungewöhnliches Bild im Zeugenstand. Ein Richter aus dem Amtsgericht Ludwigslust sagte aus, der bereits zuvor mit den beiden Angeklagten in einem Prozess um Einbruchdiebstahl zu tun hatte. Bei der Befragung ging es auch darum, ob der mitangeklagte Gebrauchtwarenhändler (50) aus Geesthacht wusste, dass er Diebesgut ankauft.

„Das ist aber keine heiße Ware, oder?“, soll der 50-Jährige laut Richter in dem früheren Prozess gefragt haben. „Nein“, soll einer der mutmaßlichen Diebe geantwortet haben. Es ist dem Besitzer des mittlerweile geschlossenen An- und Verkaufsgeschäftes zu Gute zu halten, dass er auch an diesem Verhandlungstag als einziger aussagte. „Ich hatte ein ungutes Gefühl. Die mitgebrachten Gegenstände waren diesmal nicht sortiert und das Volumen war viel größer“, erklärte er. „Diese Zweifel kamen ein bisschen spät“, sagte der vorsitzende Richter Kai Schröder. Anhand zweier Einbrüche in Büchen und Buchhorst versuchte das Gericht Tatorte, Diebesgut, die mutmaßlichen Täter und den wegen Hehlerei angeklagten Ankäufer in Verbindung zu bringen. Am Tag nach besagten Einbrüchen sollen die Angeklagten ihre Ware bei dem Geesthachter für etwa 3000 Euro verkauft haben.

Bei einer späteren Hausdurchsuchung in den Privaträumen des 50-jährigen Händlers hatten die Ermittler eine Armbanduhr und Schmuck aus den Einbrüchen gefunden. „Was macht das bei Ihnen zuhause“, fragte Richter Schröder. Der Gefragte erklärte, es handele sich bei Uhren und Schmuck um Massenware, deren Herkunft sich schwer bestimmen lasse. Die Uhr sei allerdings seine eigene – das könne er belegen.

Die 32-Jährigen sollen sich laut Staatsanwaltschaft durch Aufhebeln von Türen und Fenstern Zutritt zu Wohnhäusern verschafft haben und Bargeld, Schmuck sowie Elektrogeräte mindestens im Wert eines mittleren fünfstelligen Betrages gestohlen haben. Zudem sollen sie die Wohnräume stark verwüstet haben. Der Prozess wird am 17. Dezember fortgesetzt. ln

LN

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