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Lauenburg Lauenburgische Einbruchserie: Diebe und Hehler vor Gericht
Lokales Lauenburg Lauenburgische Einbruchserie: Diebe und Hehler vor Gericht
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22:14 09.11.2016

Lübeck/Geesthacht. Polizei und Staatsanwaltschaft glauben, eine Einbruchserie vor zwei Jahren im Lauenburgischen und in Stormarn aufgeklärt zu haben.

Ein ungelernter Boizenburger und ein Mechaniker aus Glinde (beide 32) müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Lübeck wegen Diebstahls und Wohnungseinbruchdiebstahls verantworten. Die Angeklagten sollen sich zwischen August und Oktober 2014 in Geesthacht, Alt-Mölln, Witzeeze, Kasseburg, Büchen, Kollow, Reinbek und Lütjensee durch Aufhebeln von Türen und Fenstern Zutritt zu Wohnhäusern verschafft haben. Sie sollen dort Bargeld, Schmuck oder etwa Elektrogeräte mindestens im Wert eines hohen fünfstelligen Betrages gestohlen haben. Zudem sollen sie die Wohnräume stark verwüstet haben.

Zwölf Taten sind angeklagt.

„Funkzellenauswertungen haben ergeben, dass die Angeklagten sich in der Nähe der Tatorte aufgehalten haben“, erklärte der Vorsitzende Richter Kai Schröder. Er verwies auf die Ortungsdaten der Handys der Männer auf der Anklagebank. Damit wollte Schröder die Anwälte der mutmaßlichen Einbrecher dazu bewegen, eine Aussage ihrer Mandanten anzuregen. Der Richter verwies dabei auf mildernde Umstände, die ein Tateingeständnis mit sich bringen könne.

Die beiden Angeklagten schwiegen jedoch am Vormittag auf Anraten ihrer Verteidiger weitgehend. Lediglich einmal äußerte sich der Boizenburger zu seinen persönlichen Verhältnissen. Er habe zwei Kinder, hole im Gefängnis den Realschulabschluss nach und hätte nach Verbüßung der Haft Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Der 32-Jährige sitzt zur Zeit eine Haftstrafe in der Haftanstalt im mecklenburgischen Bützow ab.

Der 50-jährige dritte Angeklagte führte zu den Tatzeiten ein An- und Verkaufsgeschäft in Geesthacht. Ihm wird vorgeworfen, die von den Mitangeklagten entwendeten Gegenstände angekauft und veräußert zu haben. Er stritt den Vorwurf der Hehlerei ab, weil er von der zweifelhaften Herkunft der angekauften Gegenstände nichts gewusst habe. „Sie erzählten mir, die Dinge stammen aus einer

Haushaltsauflösung“, so der 50-Jährige. Und es sei vor allem um Militaria und DVDs gegangen.

Am ersten Verhandlungstag sagten diverse Geschädigte aus, die gestohlene Gegenstände aus ihren Haushalten wiedererkannten, die von der Kriminalpolizei zum Teil der Beute der Angeklagten zugeordnet wurden. Richter Schröder verwies darauf, dass das Fahrzeug eines der Angeklagten des öfteren vor dem Geschäft des Mitangeklagten gesehen wurde.

„So ein Einbruch ist schlimm. Sie können sich nicht vorstellen, was danach mit der Familie passiert“, sagte ein Opfer der Einbruchserie aus Geesthacht im Zeugenstand. Der 38-Jährige schilderte, wie seine Frau und der damals fünfjährige Sohn unter den Folgen der Straftat litten. Es habe drei Tage gedauert, das Chaos, welches die Diebe angerichtet hatten, einigermaßen zu beseitigen. Schubladen waren herausgerissen worden, zerbrochenes Glas lag am Boden. Ein Schrank, in dem sich der Safe befand, sei zerstört worden, um den Panzerschrank komplett mitzunehmen. Später sei der Safe in Lanken in den Büschen gefunden worden – ohne den gestohlenen Schmuck. Seine Frau schlafe sehr schlecht und müsse Medikamente nehmen. „Ich fühle mich in unserem Haus nicht mehr sicher“, berichtete eine 33-Jährige aus Reinbek, der Dinge im Wert von 13000 Euro gestohlen wurden. Eine Witzeezerin sagte, den Tränen nahe, dass 12000 Euro aus ihrem Safe gestohlen worden seien. Das Geld habe sich die Familie für eine Kreuzfahrt anlässlich der Silberhochzeit über Jahre zusammengespart. Mehrere Zeugen hatten das Gefühl, die Täter müssten das Haus beobachtet haben. Die Einbrüche seien genau dann erfolgt, wenn gerade alle aus dem Haus waren. „Das Schlafzimmer und das Zimmer meines Sohnes waren völlig auf den Kopf gestellt“, so die Witzeezerin. Einer älteren Dame aus Büchen wurde Schmuck im Wert von 10000 Euro entwendet.

Es wird ein aufwändiger Prozess mit bislang 13 geladenen Zeugen und vier weiteren Verhandlungstagen.

LN

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