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Lauenburg Lauenburgische Landwirte für Allianz zum Gewässerschutz
Lokales Lauenburg Lauenburgische Landwirte für Allianz zum Gewässerschutz
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22:50 12.04.2017
Neueste Technik, wie sie beispielsweise im Betrieb der Bülow’schen Gutsverwaltung Gudow eingesetzt wird: Gärsubstrateinbringung mit direkter Einarbeitung, von einem Lohnunternehmer betrieben. Die sofortige Einarbeitung reduziert Nährstoffverluste und Geruchsbelästigung. Quelle: Foto: Wiemer

„Die Landwirte hier im Kreis sind weitgehend schon sehr fortschrittlich und sehr modern“, sagt Peter Koll, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Dennoch seien die Landwirte bereit, was noch verbesserungswürdig sei auch anzugehen. Dabei könne es allerdings weder darum gehen, alte Besitzstände zu verteidigen noch alte Zöpfe grundsätzlich abzuschneiden“, sagt Koll. So wollen die Landwirte nicht die für die Düngung der eigenen Felder erforderliche Gülle künftig vorrangig als Wirtschaftsdünger an andere Betriebe abgeben.

Positionspapier der Bauern geht in Teilen weiter als Domänenbeschluss.

Gleichzeitig haben sich die Landwirte in ihrem Diskussionsprozess darauf geeinigt, an der Hälfte der Gewässer breite Gewässerrandstreifen einzurichten. „100 Prozent wären natürlich optimal. Aber es geht eben nicht überall“, sagt Koll. Und letztlich sei das Papier ja auch ein Kompromiss. Unter anderem sieht das Positionspapier vor, unter dem Leitbild des integrierten Pflanzenschutzes, „gemeinsam mit der Wissenschaft und den staatlichen Pflanzenschutzbehörden praktikable Reduzierungsstrategien zu entwickeln“. „Die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft ist enorm wichtig“, sagt Koll. Eine entsprechende Forderung zu einer Zusammenarbeit mit der Wissenschaft war auch Teil eines Antrages der SPD und der Grünen für die Änderung der Verpachtungsbedingungen. Dieser wurde allerdings von CDU und FDP im Kreistag abgelehnt. Stattdessen hatte CDU-Fraktionschef Norbert Brackmann damit argumentiert, dass selbst die Instituts-Direktorin Nicola Fohrer der Christian-Albrechts-Universität dem Kreis bescheinigt habe, mit seinem Konzept dem technischen Stand um zehn Jahre voraus zu sein. Eine Aussage, die nicht nur andere während der Sitzung anwesende Politiker entgegengesetzt wahrgenommen hatten, sondern auch Fohrer selbst im Nachgang deutlich dementierte.

Brackmann hat dieses falsche Zitat allerdings nicht zurückgenommen, sondern stattdessen die Presse für ihre Berichterstattung angegriffen. Der CDU vorzuwerfen, mit alternativen Fakten zu arbeiten, sei „schon ein starkes Stück“, wies Brackmann die Vorwürfe zurück.

FDP-Fraktionschef Thomas Kuehn hatte hingegen – wie bereits in der Sitzung von Vertretern von SPD und Linken angemerkt – bestätigt, dass Fohrer die Aussagen nicht getätigt hatte.

Kreispräsident Meinhard Füllner (CDU) bezeichnete die Tatsache, dass Brackmann der Kieler Professorin ein nachweislich entgegengesetztes Zitat in den Mund gelegt hatte als „unterschiedliche Meinung oder Interpretation“. So etwas „zeichne unsere Demokratie aus“ und sei Sinn und Zweck der Debatte im Kreistag.

 Holger Marohn

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