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Lauenburg Lauenburgischer Süden surft langsam
Lokales Lauenburg Lauenburgischer Süden surft langsam
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20:59 15.09.2016

Die Internetanbieter im Lauenburgischen überbieten sich derzeit gegenseitig: mehr Geschwindigkeit, mehr Bandbreite, zu kleineren Preisen. Tatsächlich variieren die Qualitäten der Anschlüsse erheblich, je nach dem, ob der Anbieter Glasfaserkabel verlegt. Die Vereinigten Stadtwerke versorgen den Norden mit dem schnellstmöglichen Internet bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. Im Süden klafft dagegen ein Loch: Sieben Gemeinden im Amt Lütau sind unterversorgt und bewerben sich um eine Bundesförderung für den Breitbandausbau.

„Ab Mitte Oktober beraten wir, ob wir den Weg des Breitbandausbaus über die Gelder vom Bund weiter gehen“, sagt Reinhard Nieberg, Leiter des auch fürs Amt Lütau zuständigen Stadtentwicklungsamtes Lauenburg. Das Internet in den Gemeinden Basedow, Buchhorst, Dalldorf, Krukow, Lanze, Lütau und Wangelau ist so langsam, dass sie unter die Förderrichtlinien des Bundes fallen. Dort werden nur Geschwindigkeiten unter 50 Mbit/s erreicht. „Wir überlegen derzeit, Glasfaserkabel bis ins Haus zu verlegen“, so Nieberg. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte es sogar sein, dass diese Gemeinden ein schnelleres Internet bekommen, als das benachbarte Lauenburg. „Dort kommen die Signale über Verteilerboxen und die alten Kupferkabel in die meisten Haushalte“, so Nieberg. Im Rest des Kreises stelle sich die Förderfrage nicht, so Kreissprecher Karsten Steffen.

Mittlerweile gibt es im Lauenburgischen Norden Kabelanschlüsse, die Internetsignale bis zu 1000 Mbit/s schnell, im Down- und Upload, transportieren. Vor allem für Gewerbe und Selbstständige sind schnelle Verbindungen wichtig – in manchen Branchen, wie dem Zeitungswesen, braucht es außerdem synchrone Anschlüsse, die eine gleich hohe Down- und Uploadgeschwindigkeit haben.

Die schnellen Leitungen laufen über Glasfaserkabel, die bis in die Wohnung verlegt sind. Die Vereinigten Stadtwerke, die Stadtwerke Geesthacht und 1&1 Versatel GmbH machen sich derzeit die Mühe, neue Kabel zu verlegen. Vodafone und Telekom hingegen nutzen noch die alten Kupferkabel. Ihre beworbenen schnellen Anschlüsse per Glasfaserkabel sind nur die halbe Wahrheit, denn sie transportieren große Datenmengen nur bis zu Verteilerboxen. Ab dort liegen auf der „letzten Meile“ noch die Koaxialkabel, über die herkömmlich Fernsehsignale verschickt wurden. Je länger dieser letzte Abschnitt ist, desto mehr Datenvolumen geht auf dem Weg verloren. Deshalb kommen diese Anschlüsse nur auf Geschwindigkeiten bis maximal 400 Mbit/s im Download und 25 Mbit/s im Upload, vorausgesetzt, die eigene Wohnung ist nah an der Verteilerbox.

„Daher wollen in manchen Orten, wie Kollow und Wiershop, so viele Menschen zu Glasfaser wechseln. Wir erreichten dort eine Quote von 75 Prozent“, sagt Ines Knibbiche, Vertriebsleiterin der Stadtwerke Geesthacht. „Solange wir Daten nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit verschicken können, ist das die zukunftsfähigste Investition“, sagt Klaus Kremer, Marketingleiter von 1&1 Versatel. So hohe Datenmengen können die meisten Geräte, die privat genutzt werden, wie Laptops und Computer, aber noch gar nicht verarbeiten. „Es wird ein paar Jahre dauern, bis viele Privatpersonen das schnelle Netz anfordern“, sagt Dennis Ressel, Bereichsleiter für Multimedia und IT bei den Stadtwerken Geesthacht.

 Stefanie Ender

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