Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Lebenshilfe bat zum verständlichen Talk
Lokales Lauenburg Lebenshilfe bat zum verständlichen Talk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:42 15.09.2017
In den Möllner Werkstätten diskutieren Moderator Jörg-Rüdiger Geschke (v. l.) und die Kandidaten Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU), Heidi Beutin (Die Linke) sowie Kreistagsmitglied Klaus Tormählen (Grüne). Quelle: Fg
Anzeige
Mölln

„Ich bedanke mich bei Ihnen für den Versuch, in einfacher Sprache zu reden“, sagte Moderator Jörg-Rüdiger Geschke bei seinem Fazit. Das sei gerade bei den komplexeren Themen wie Griechenland und Armutsbekämpfung sehr schwierig gewesen. Schüler der Möllner Gemeinschaftsschule und Menschen mit Behinderungen hatten sich im Vorwege in einem zweitägigen Workshop mit einfacher Sprache beschäftigt. Sie stellten die erarbeiteten Fragen nun den Politikern. Sollte die Teilhabe in Deutschland weiter verbessert werden? Sollte mehr Geld in Forschung über Krankheiten oder in Armutsbekämpfung gesteckt werden? Ja, könnte man die Antworten aller Abgeordneten zusammenfassen.

Schwieriger wurde es bei der Frage, warum Deutschland für griechische Kredite bürgt? Brackmann versuchte, besonders langsam und deutlich zu sprechen und auf Fremdworte zu verzichten. Das gelang über weite Strecken. Doch auch bestimmte Satzkonstruktionen und verschachtelte Sätze haben es in sich, merkten die Zuhörer. Und ob alle Gäste eine Vorstellung davon haben, was es bedeutet, dass der Bund den Forschungsetat von sechs auf neun Milliarden Euro aufgestockt hat, sei dahingestellt.

Nina Scheer fragte immer wieder nach, ob denn alle verstanden hätten, was sie meint. Ihr rutschten die Worte Arzneimittel, Antibiotika und Resistenzen gegenüber Keimen heraus. „Was heißt denn Resistenz“, fragte eine Schülerin im Publikum. „Die Medikamente machen die Krankheitserreger nicht mehr tot“, sagte Scheer. Das klang für einige Ohren erstmal unbeholfen. Doch im Publikum löste diese Antwort Verständnis und Applaus aus.

Mehr Probleme hatte Heidi Beutin. Ihr rutschten gefühlt die meisten Fremdworte heraus: Finanzierung, Investitionen, Perspektiven Schuldenerlass und Rentenkürzung gehörten weitgehend unkommentiert zu ihrem Vokabular. Der Kreistagsabgeordnete Klaus Tormählen von Bündnis 90/ Die Grünen, der für Konstantin von Notz einsprang, hatte auch einige Mühe. Seine Worte Umweltschutz, Währung, Staatenverbund und finanzstark blieben überwiegend unerklärt. Trotz des weitgehenden Wahlprogrammes der Grünen in Sachen Inklusion blickten sich Lebenshilfewerk-Geschäftsführerin Ines Senftleben und ihre Mitarbeiter etwas irritiert an, als Tormählen sagte: „Statt Werkstätten für Menschen mit Behinderungen weiter auszubauen, werden wir die Öffnung zum allgemeinen Arbeitsmarkt über das Budget für Arbeit fördern.“

 fg

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige