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20:27 29.03.2016
Jubiläumsspender Dirk Schoppenhauer mit Schwester Franca Rambow vom DRK-Blutspendedienst. Quelle: hfr

„Zu meiner 175. Blutspende hätte ich um ein Haar nicht erscheinen können“, erzählte Dirk Schoppenhauer den Mitarbeitern des DRK-Blutspendedienstes, als er pünktlich wie angekündigt am Gründonnerstag um 17 Uhr das Institut für Transfusionsmedizin in Lütjensee betrat. Der 60-jährige passionierte Motorradfahrer fährt von seinem Heimatort Köthel täglich knapp 80 Kilometer zu seinem Arbeitsplatz nach Schwerin. Diesen Weg legte der Beamte auch am Tag vor seiner 175. Blutspende mit dem Motorrad zurück. Bei Tempo 100 auf der Landstraße lief ihm an diesem Tag ein Reh in die Seite seiner Maschine. Das Reh überlebte den Unfall nicht, das Motorrad war stark beschädigt — Dirk Schoppenhauer kam mit einem Riesenschrecken davon.

„Durchschnittlich ein Mal im Jahr haben wir Spender, die wir für ihre 175. Spende ehren dürfen.“Dr. Birgit Stürmer, leitende Entnahmeärztin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost.

„Gerade eine solche Situation zeigt mir doch, wie schnell ich selber in die Lage kommen kann, das Blut eines fremden Spenders zu benötigen. Blut zu spenden ist für mich eine Bürgerplicht“, betonte Schoppenhauer dann auch noch einmal, bevor er routiniert seine 175. Spende absolvierte.

Einen Spender für einen so hohen persönlichen Einsatz zu würdigen, ist auch für die Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes etwas Besonderes. „Durchschnittlich einmal im Jahr haben wir Menschen, die wir für ihre 175. Spende ehren dürfen“, sagte Dr. Birgit Stürmer, leitende Entnahmeärztin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Spender, die eine solcheZahl erreichen, hätten meist gleich nach ihrem 18. Geburtstag mit dem Blutspenden begonnen.

So auch Jubiläumsspender Dirk Schoppenhauer. „Meine erste Spende habe ich 1973 ebenfalls hier im Institut in Lütjensee geleistet“, berichtete er. Insgesamt hat Schoppenhauer damit 87,5 Liter Blut für die Sicherstellung der Patientenversorgung in seiner Region gespendet, denn mit jeder Spende wird ein halber Liter des kostbaren Lebenssaftes entnommen. Und seinen Sohn hat Schoppenhauer ebenfalls von der guten Sache überzeugt. Auch er ist mittlerweile regelmäßiger Blutspender. Für sein vorbildliches soziales Engagement dankte Dr. Birgit Stürmer in einer kurzen Ansprache Dirk Schoppenhauer nach seiner 175. Blutspende. Neben einem Präsentkorb erhielt er auch eine Einladung zu einer festlichen Ehrungsveranstaltung, bei der sich der DRK-Blutspendedienst einmal im Jahr bei regelmäßigen Blutspendern aus Schleswig-Holstein und Hamburg für ihren herausragenden Einsatz bedankt.

Dirk Schoppenhauer hat seine 175. Blutspende wie alle Spenden vorher hervorragend vertragen. Und genau so, wie er weiterhin sein Blut für Patienten spenden wird, die zum Überleben auf Blutpräparate aus Spenderblut angewiesen sind, wird er auch weiterhin seine Wege mit dem Motorrad zurücklegen. Den Unfall vom Vortag wird er so schnell nicht vergessen, aber damit eben so wenig das Bewusstsein für die Notwendigkeit seines Einsatzes als Blutspende.

LN

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