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Lauenburg Leere Asylunterkünfte belasten Amtshaushalt
Lokales Lauenburg Leere Asylunterkünfte belasten Amtshaushalt
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18:21 15.10.2016

Ab Anfang 2015 bereitete sich das Amt Hohe Elbgeest auf Weisung des Landes Schleswig-Holstein auf die Zuweisung von über 600 Geflüchteten in das Amtsgebiet bis Ende des Jahres 2016 vor. Immobilien wurden erworben, Wohnraum angemietet, Container errichtet. In diesem Zusammenhang kam es auch zu dem Brandanschlag auf ein leerstehendes Haus in Kröppelshagen, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollten (LN berichteten).

Bis Ende September diesen Jahres kamen 99 Asylbewerber in die zehn Amtsgemeinden, werden dort von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in ihrer neuen Umgebung begleitet. Das Amt Hohe Elbgeest hat die Awo Interkulturell mit der hauptamtlichen Betreuung der Asylsuchenden in den dezentralen Unterkünften beauftragt.

Aktuell leben 264 Personen aus unterschiedlichen Herkunftsländern in den Amtsunterkünften, unter ihnen 37 anerkannte Flüchtlinge. Sie könnten sich eigene Wohnungen suchen, finden aber keinen bezahlbaren Wohnraum, so dass sie als Obdachlose in den Amtsunterkünften untergebracht sind.

„Bis heute wurde die Prognose von 600 unterzubringenden Asylsuchenden offiziell nicht zurückgenommen“, erläuterte die Leitende Verwaltungsbeamtin Brigitte Mirow im Amtsausschuss. Die aktuelle Lage erlaubt es nicht, alle Leerstände umgehend aufzulösen. „Es kommen vermehrt nachziehende Familien zu uns, die wir unterbringen müssen. Außerdem haben wir die teilweise beengten Belegungen entzerrt. 40 Umzüge haben dafür gesorgt, dass die Asylsuchenden gut und menschenwürdig untergebracht sind.“

„Die Amtsgremien werden auch darüber beraten, welche Mietverträge nicht verlängert werden oder ob Immobilien verkauft werden können, da sie nicht mehr für Amtsunterbringungen benötigt werden“, erläutert Mirow. Leerstandskosten von 700000 Euro belasten den Amtshaushalt, die derzeit weder von Kreis, Land oder Bund übernommen werden. Denn Geld gibt es nur für belegte Wohnungen. Eine Erhöhung der Amtsumlage könnte deswegen im Haushaltsjahr 2017 nötig werden.

Praktikumsplätze als Integrationsbausteine

In Ratzeburg gibt es „Kommunale Integrationsstrategie der Stadt“, an der seit Jahresbeginn mit Fachleuten und Aktiven der Willkommenskultur gemeinsam gearbeitet wird und die jüngst in der Stadtvertretung einstimmig Unterstützung fand.

Wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer gelingenden Integration der Flüchtlinge sind dabei der Spracherwerb, die gesellschaftliche Integration, gerade auch in das Vereinswesen und natürlich die Wege in die Berufswelt. Die Stadt Ratzeburg leistet hier einen Beitrag und bietet Praktika in den städtischen Betrieben an, vor allem im Bauhof, aber auch im Kindergarten oder im Rathaus im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes.

„Wir haben derzeit fünf Flüchtlinge für mehrwöchige Praktika oder im Bundesfreiwilligendienst aufgenommen und machen durchweg positive Erfahrungen“, sagt Bürgermeister Voß.

Auch die AG „Praktikum & Arbeit“ der Ratzeburger Willkommenskultur unterstützt ehrenamtlich Geflüchtete bei der Suche nach Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen.

LN

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