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Lauenburg Leere Läden in Ratzeburgs Innenstadt
Lokales Lauenburg Leere Läden in Ratzeburgs Innenstadt
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00:00 23.10.2012
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Herzogtum Lauenburg

Die Inselstadt hat in ihrem Jubiläumsjahr „950 Jahre Ratzeburg“ viel Grund zum Feiern – die Entwicklung des Einzelhandels im Bereich der Innenstadt indes ist kein Grund zum Anstoßen. In diesem Jahr ist die Anzahl der Leerstände auf Rekordniveau gestiegen. Und die heimische Kaufmannschaft hat wenig Hoffnung auf eine Wende zum Positiven.

Konkrete Zahlen gibt es nicht, aber der Negativtrend wird vom Wirtschaftsförderungsverein Inselstadt Ratzeburg (WIR) als so dramatisch eingestuft, dass man sich dort jetzt erstmals um eine Statistik kümmern will, sagt WIR-Vorsitzender Sami El Basiouni. „Ja, es ist dieses Jahr noch mehr geworden“, weiß Basiouni und spricht weiter von einer „erschreckenden Entwicklung“. Und die Stimmung ist nicht gut unter den Ratzeburger Kaufleuten, denn man erwartet dort auch innerhalb der kommenden beiden Jahre kaum eine Verbesserung der Situation.

In den gemütlichen Straßen rund um den Markt haben sich schon immer kleine Läden gereiht. Eines der Pfunde der Inselstadt: die guten Einkaufsmöglichkeiten in konzentrierter Lage mit relativer Nähe zu Parkplätzen. Doch immer häufiger findet der Besucher verhängte Fensterfronten mit Hinweisen wie „Wegen Geschäftsaufgabe geschlossen“ oder „Zu vermieten“.

Letzteres scheint das größte Problem zu sein beim Thema Leerstand: die Mieten. „Wir hören immer wieder, dass die Mieten für Neuinteressenten viel zu hoch angesetzt werden. Das lässt sich in kleinen Geschäften nicht erwirtschaften“, klagt der WIR-Chef vor allem die Vermieter an. Sie seien mit ihren überzogenen Forderungen eine wesentliche Ursache für den Leerstand.

El Basiouni sieht aber noch andere Gründe, etwa die Politik in der Stadt Ratzeburg. „Wir müssen feststellen, dass es einfach zu viele und zu lange währende Baustellen gibt. Das hat abschreckende Wirkung.“ Und wo nicht Baugruben den potenziellen Kunden den Weg versperren, täten aus Sicht des WIR problematische Verkehrsregelungen das ihrige. Wie beispielsweise die umstrittene Pförtnerampel am Westrand der Insel, die den Verkehrsfluss bewusst um das Inselzentrum herum lenken soll. Kein Wunder, dass der WIR vehement dafür ficht, auf eine zweite Pförtnerampel auf der Ostseite am Königsdamm zu verzichten. Der WIR-Vorsitzende betont dabei, dass die Stadt die Widrigkeiten des Brückenneubaus zwar mit einem guten Marketing begleitet habe, aber: „Solche Sachen wie Pförtnerampeln halten nun mal die Kunden fern.“

Auch Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß verfolgt besorgt die Entwicklung des Leerstands in Ratzeburg, beurteilt aber die Ursachen zum Teil anders. „Ich sehe in den Pförtnerampeln kein Problem“, sagt Voß und betont, dass das Verkehrskonzept in der Stadt schon seit 30 Jahren diskutiert werde. Da vermisse er etwas mehr Handlungsbereitschaft in der Kaufmannschaft und weniger das Verharren in kritischen Positionen. Sicher, so Voß, sei die Mietpreissituation ein Hauptproblem, das die Stadt – so weit sie es könne – konstruktiv begleite. „Indem wir zum Beispiel auch von uns aus mit den Vermietern sprechen und zu vermitteln versuchen.“ Kritisch merkt Voß in diesem Zusammenhang an, dass nicht wenige Vermieter zwar alte Ratzeburger seien, die aber auswärts residierten und lange keinen Kontakt mehr mit der Stadt hätten.

Einig sind sich der Verwaltungschef und der WIR auch in der Beurteilung der Konkurrenz im Umland. Als eine Hauptgefahr für die Ratzeburger Einzelhandelsentwicklung sehen beide die Ansiedlung von Ikea mit seiner Magnetfunktion in Lübeck-Dänischburg sowie das kontinuierliche Wachstum des Citti-Einkaufszentrums in Lübeck-Buntekuh.

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