Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Leerstand-Hoch: Mölln wirbt um Mieter
Lokales Lauenburg Leerstand-Hoch: Mölln wirbt um Mieter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:04 28.09.2016
Der jüngste Leerstand: Die Pläne für das ehemalige Fotogeschäft „Dasse“ in der Hauptstraße 96 stehen laut City- und Standortmarketing in den Sternen. Auf der „Grünen Wiese“ im Grambeker Weg gibt es aktuell keinen Leerstand. Quelle: Fotos: Florian Grombein
Anzeige
Mölln

Die Zahl leerstehender Geschäfte in der Möllner Hauptstraße hat mit neun ein neues Hoch erreicht. Die Konkurrenz mit Online-Händlern und Handelsketten auf der „grünen Wiese“ verschärft den weltweiten Trend der sterbenden Innenstädte. Stadt und Städtebauexperten blicken besorgt auf die Situation. Vermieter leben mit Einnahmeneinbußen und Makler haben Schwierigkeiten, die Geschäfte zu den marktüblichen Preisen zu vermieten. Die Verwaltung sorgt sich auch um das Image der Innenstadt. Denn ein bunter Einzelhandel bedeutet ein Stück Lebensqualität – gerade im ländlichen Raum. Deshalb hat die Stadt vor gut einem Jahr eine Stelle für City- und Standortmarketing geschaffen. Laut Stadtentwicklungsexperten kranken alle kleinen Städte im Einzelhandel.

Zur Galerie
Zahl der verwaisten Geschäfte in der Möllner Innenstadt so hoch wie lange nicht – Experte: „Innenstädte müssen sich neu erfinden“.

„Leerstand birgt die große Gefahr in sich, eine Negativspirale in Gang zu setzen.“Monika Siegel, Standortmarketing Mölln

„Leerstand birgt die große Gefahr, eine Negativspirale in Gang zu setzen“, sagt Monika Siegel vom City- und Standortmarketing in Mölln. Leerstand, Verschmutzung, Vandalismus – all das wirke auch auf umstehenden Geschäfte und auf die Mietpreise. Es gebe in Hamburg, Lübeck und Kiel auch Straßenzüge die vom Leerstand geprägt seien. Nur konzentriere sich der Handel in größeren Städten auf die Kerngebiete. „Der Einzelhandel – in der Regel Mieter – folgt dem Trend und verlässt unattraktive Gebiete“ erklärt Siegel. In kleineren Standorten gäbe es aber noch inhabergeführte Geschäfte, oft Einzelhändler und Immobilieneigentümer in einer Person.

„Das macht eine Konzentration des bestehenden Handels auf das nötige Maß schwierig – wenn nicht sogar unmöglich.“ Laut Siegel suchen nur drei von neun Vermietern einen neuen Mieter für ihre leerstehenden Immobilie. Die setzt auf Stärkung des Standortes durch Flächenmanagement. Konkret: „Ich habe dafür geworben, offen und flexibel auf mögliche Mietanfragen zu reagieren.“

„Das Problem der Leerstände in den kleineren Städten ist virulent“, erklärt Prof. Frank Schwartze, Städtebauexperte von der Fachhochschule Lübeck. Der Trend werde sich verschärfen, Einkaufsstraßen würden sich verkürzen. Immobilien in gewachsenen Innenstädten passten häufig nicht mehr zu den Anforderungen des von großen Ketten geprägten modernen Einzelhandels. „Das Problem erzeugen aber wir selbst mit unserem veränderten Kaufverhalten und nicht die modernen Handelsketten.“ Letztere reagierten auf Wünsche der Kunden. Schwartze: „Innenstädte müssen sich neu erfinden.“

„Wir werben schon lange bei der Stadt Mölln für das Business Improvement District (BID)“, sagt Michael Kroll, Immobilienmakler aus Mölln. Dabei verpflichten sich Vermieter in einem Bezirk in Kooperation mit der Stadt dazu, für einen definierten Zeitraum etwa das Marketing oder die Modernisierung abzugeben und gemeinsam zu gestalten. Sie agieren dann wie ein Einkaufszentrum.

Erfolgsgeschichte nach diesem Vorbild sei etwa das Projekt „BID Neuer Wall“ in Hamburg.

Das City- und Standortmarketing konnte im ersten Jahr für die leerstehende Hauptstraße 51 eine neue Mieterin vermitteln, ein Nachmieter für die Hauptstraße 47 wurde durch Zwischennutzung durch den „Badphilosophen“ geschaffen. Eine Studentin nutzt einen Laden für ihre Doktorarbeit. Doch Siegel dämpft zu große Hoffnungen: „Die Vermieter müssen in neuen Kategorien denken – ganz neue Modelle als möglich und erlebbar erkennen.“

Geschlossene Geschäfte in der Hauptstraße

Die neun leerstehenden Ladenlokale befinden sich in der Hauptstraße 42 bis 106 und 7 bis 91. Davon sind zwei vermietet, werden laut Stadt aber nicht „belebt“ . Dabei geht es um Kind Hörgeräte (Nr. 49) und „my Tasc“ (Nr. 68). Von den leerstehenden Geschäften sind drei auf dem Markt (Nr. 63: NKD, Nr. 66: Der kleine Koch, Nr. 77: Somar Moda. Eine Grundrenovierung läuft ab 2017 in der Nr. 102. Derzeit wird die Nummer 91 saniert. Das ehemalige Kartstadt Sporthaus (Nr. 88-85) wird 2017 abgerissen.

Kontakt zum City-Marketing unter Telefon 04542/8568896.

 Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ratzeburger Stadtvertretung lehnt eine Übernahme aus Kostengründen mehrheitlich ab. Der Freundeskreis ist zuversichtlich, einen „modus vivendi“ und Unterstützer zu finden.

28.09.2016

Schwarzenbeks Bürgermeisterin: Bahn AG hat den Gestattungsvertrag noch nicht unterzeichnet.

28.09.2016

Das Interesse am Ferienwohnungsprojekt in Römnitz am Ratzeburger See ist ungebrochen.

28.09.2016
Anzeige