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Lauenburg Leerstand in der Möllner City: Stadt testet Übergangslösungen
Lokales Lauenburg Leerstand in der Möllner City: Stadt testet Übergangslösungen
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21:56 23.05.2016
Edwin Winowsky (Mitte) zeigt in der Möllner Hauptstraße Bilder seiner Arbeit, Eigentümer Detlev Greve (li.) stellt seinen Laden zur Verfügung. Citymanagerin Monika Siegel hofft auf weitere Interessenten. Quelle: Fotos: Phs/unk

Die Stadt Mölln begegnet dem Leerstand in der Innenstadt mit einer außergewöhnlichen Idee: Ladenlokale werden übergangsweise zu Schaufenstern ohne Verkaufsfläche.

Es passiert nicht sehr oft, dass wir so eine Zwischenlösung finden.“Monika Siegel, Möllner Citymanagerin

„Badphilosoph“ Edwin Winowsky hat an der Hauptstraße einen leeren Laden bezogen – für das Citymangement ein zukunftsweisendes Modell. Eine Lösung für die Probleme in der City ist das jedoch nicht.

Leerstand ist seit Jahren Thema in Mölln. „Es bewegt sich immer wieder was“, sagt Citymanagerin Monika Siegel. Aktuell stünden vier Läden im Kernbereich der Hauptstraße frei. „Das ist nicht so besorgniserregend“, sagt sie. Die Zahl der freien Läden sei damit weiter konstant.

Besonders sichtbar ist das für Passanten, wenn die Scheiben abgeklebt sind, wenn Schaufenster dreckig und verlassen aussehen. Deshalb sollen Künstler und Unternehmer die Räume günstig als Werbeflächen nutzen können – übergangsweise, bis sich ein Mieter gefunden hat. Edwin Winowsky ist einer dieser Aussteller und zeigt in der Hauptstraße 49 Bilder seiner entworfenen Bäder. Auffällig:

Während Siegel und Winowsky das Konzept in dem Laden vorstellen, bleiben immer wieder Leute stehen, um sich die Bilder anzusehen. Die Lösung für die Probleme in der Stadt? „Das ist Make Up“, sagt Monika Siegel. Innenstadt sei etwas Dynamisches. Die Immobilie lässt sich so aus einem anderen Blickwinkel betrachten. „Der Raum bekommt ein Gesicht.“ Die Innenstadt sieht belebter aus.

Edwin Winowsky entwirft exklusive und individuelle Bäder. Einen Laden hat er nicht, also auch keine Fläche, um für seine Arbeit zu werben. „Aber ich möchte meine Arbeit ja präsentieren“, sagt er.

Also habe er sich an Eigentümer Detlev Greve gewendet. Mehr als ein Jahr stand sein Laden leer. Miete zahlt Winowsky nicht, stattdessen hätten sie sich auf eine Kostenpauschale geeinigt, berichten sie. „Ich möchte jemandem helfen. Und das kostet mich ja so gut wie nichts“, sagt der Eigentümer, der auch die Löwenapotheke in Mölln beitreibt. „Eine Win-Win-Situation“, sagt „Badphilosoph“

Winowsky. Er übernimmt einen Teil der Kosten, dafür hat er eine Werbefläche in bester Möllner Lage. „Eventuell ist das zukunftsweisend“, sagt Winowsky. Monika Siegel führe bereits Gespräche, um andere Eigentümer für eine solche Interimslösung zu gewinnen. Einen Mieter suchen Greve und Citymangement aber weiterhin. Sobald sie einen haben, muss Winowsky den Laden räumen.

Detlev Greve, Edwin Winowsky und Monika Siegel wollen nun erste Erfahrungen sammeln, um anderen Interessenten aus der Praxis berichten zu können. Jede Schließung sei wie ein Faustschlag, sagt Siegel.

Manchmal finden sie schnell einen Nachmieter, manchmal brauchen sie länger. Dann wird es Zeit für solche Übergangslösungen. Denn, ob Unterhalt oder Steuer, ein leerer Laden kostet den Eigentümer bares Geld.

 Philip Schülermann

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