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Lauenburg Leinen los für Geesthachter Elbe-Eisbrecher
Lokales Lauenburg Leinen los für Geesthachter Elbe-Eisbrecher
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21:27 22.11.2016
Die Eisbrecher des WSA aus Geesthacht haben am Dienstag ihre Testfahrten auf der Elbe absolviert. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

„Alle Schiffe sind einsatzbereit, nur am ,Bison' macht uns die Maschine etwas Sorgen“, sagte Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Flotte. Vorsorglich wird ein zusätzliches Schiff aus Magdeburg nach Geesthacht verlegt.

Mitarbeiter des Schifffahrtsamtes haben Testfahrt erfolgreich absolviert – Eis kann innerhalb von Tagen kommen.

„Eine Prognose, ob wir Eis bekommen werden, kann man nicht wagen."

Andreas Schultz, Einsatzleiter der Flotte

„Eine Prognose, ob wir Eis bekommen werden, kann man nicht wagen. Manchmal geht das richtig schnell innerhalb weniger Tage“, so Schultz. Zuletzt waren die Besatzungen und ihre Spezialschiffe 2012 massiv gefordert. Damals stand das Eis auf der Elbe zwischen Hamburg und Lauenburg auf rund 40 Kilometern. Nur knapp konnte eine Katastrophe verhindert werden. Schultz: „Es ist nicht ungefährlich, wenn sich das Eis staut. Dann kann sich ein Hochwasser bilden, weil der Abfluss Richtung Nordsee quasi verstopft ist.“

Den Einsatz von zehn Eisbrechern sieht das Konzept zum sicheren Abfluss des Eises vor. Außer auf der Elbe kommen die Schiffe auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und auf dem Elbe-Seiten-Kanal zum Einsatz. „Im letzten Winter war es nicht so heftig, da mussten wir nur mit ,Widder' und ,Bär' in den Elbe-Lübeck-Kanal, der ,Steinbock' machte an der Geesthachter Schleuse etwas Eis klein“, sagt Schultz. In anderen Wintern kommen die Besatzungen manchmal wochenlang nicht von Bord, wenn klirrender Frost für dickes Eis gesorgt hat. Aufgebrochen wird es immer erst, wenn Tauwetter einsetzt. Kapitän, Maschinist und Matrose leben dann auf den Schiffen.

Das Eis auf der Elbe ist so genanntes Grundeis. Dabei bilden sich unter Wasser Eisschollen, die dann an die Oberfläche treiben. Ist es lange sehr kalt – mindestens zweistellige Minustemperaturen sind nötig – treiben die Schollen dicht an dicht auf dem Wasser, kleben aneinander und bilden manchmal eine massive Barriere. Die war zuletzt 1996 so dicht gepackt, dass man die Elbe oberhalb von Geesthacht zu Fuß überqueren konnte. Unterhalb von Geesthacht hatte das Kühlwasser des Kernkraftwerkes Krümmel das Eis tauen lassen. Heute steht die Anlage still, warmes Kühlwasser wird nicht mehr eingeleitet – die Gefahr von Eisbarrieren steigt.

„Es ist schon spannend, wenn wir los müssen“, berichtet Fritz Fischer, Kapitän der „Bär“. Gemeinsam mit Frank Wolter, Mario Bernd und Jens Breitmeier, der sich um den Motor kümmert, hatte Fischer jetzt zwei Tage lang alle Funktionen an Bord geprüft. „Es könnte von uns aus losgehen“, berichtet der Kapitän nach dem Check zufrieden. Normalerweise sind die Besatzungen der Eisbrecher auf anderen Arbeitsschiffen des WSA unterwegs.

 Timo Jann

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