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Lauenburg Letzte Ruhe für Ratzeburger nach 99 Jahren
Lokales Lauenburg Letzte Ruhe für Ratzeburger nach 99 Jahren
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20:31 30.05.2016
Die Ratzeburger Delegation am Grab vom Hans Winckelmann (v.l.): Archivar Christian Lopau, Linda Barbey, Lara Schubert, Bürgermeister Rainer Voß, David Berg, Schulleiter Thomas Engelbrecht, Alexis Reimann, Nora Sbach, Ingrid Christiansen, Pastorin Wiebke Keller. Quelle: Fotos: Hfr

Das Schicksal des Ratzeburger Soldaten Hans Winckelmann hat international Beachtung gefunden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande haben am Sonntag der Opfer der Schlacht um Verdun auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Consenvoye gedacht. Dabei haben sie auch von der Geschichte des jungen Ratzeburgers erfahren, der vor 99 Jahren bei Haumont in der Nähe von Verdun ums Leben gekommen war und am Sonnabend an der Seite seines Bruders beerdigt worden ist.

Delegation aus der Kreisstadt reiste zur Beisetzung des Soldaten Hans Winckelmann zum Schlachtfeld von Verdun.

Sinnloses Sterben

300 000 deutsche und französische Soldaten kamen in der Schlacht um Verdun ums Leben. Weit mehr Menschen wurden in den rund 300 Tagen dauernden Kämpfen verwundet oder kehrten traumatisiert aus den sinnlosen Kämpfen zurück.

Im März 2014, hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, waren bei Waldarbeiten in der Nähe von Verdun die sterblichen Überreste des Soldaten Hans Winckelmann entdeckt worden. Durch die Erkennungsmarke, die bei dem Toten gefunden wurde, ergab sich, dass Hans Winckelmann aus Ratzeburg stammte. Am 21.August 1917 war er bei Haumont gefallen. Durch Recherchen im Ratzeburger Stadtarchiv konnte festgestellt werden, dass die Familie Winckelmann damals in der Schrangenstraße lebte. Im Mai 1916 war bereits Karl, ein älterer Bruder Hans Winckelmanns, in einem Lazarett bei Verdun gestorben und auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Romagne-sous-Montfaucon beigesetzt worden. Dass dies möglich war, ist nicht zuletzt der Initiative von Pierre Lénhard zu verdanken, der ein hervorragender Kenner der Schlachtfelder um Verdun ist. Die Namen beider Brüder sind zusammen mit 142 weiteren Namen auch auf dem Mahnmal am Röpersberg zu lesen.

Zu der Gedenkveranstaltung des Volksbundes reiste eine Ratzeburger Delegation nach Romagne-sous-Montfaucon. Fünf Schülerinnen und Schüler der Lauenburgischen Gelehrtenschule hatten für die bewegende Zeremonie einen Beitrag vorbereitet. Linda Barbey, David Berg, Alexis Reimann, Nora Sbach und Lara Schubert erinnerten an Hans Winckelmann und die Situation ihrer Schule und der Stadt Ratzeburg im Ersten Weltkrieg. Am Schluss des Beitrags stand das Gedicht Erich Kästners „Auf den Schlachtfeldern von Verdun“. Für die Stadt Ratzeburg legte Bürgermeister Rainer Voß einen Kranz auf der Gedenkstätte nieder.

LN

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