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Lauenburg Letzter Castor-Behälter für Krümmel angeliefert
Lokales Lauenburg Letzter Castor-Behälter für Krümmel angeliefert
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16:01 04.12.2018
Der letzte leere Castorbehälter wird im Kernkraftwerk Krümmel umgeladen. In ihn sollen die letzten 154 bestrahlten Brennstäbe aus dem Abklingbecken eingelagert werden. Quelle: Vattenfall
Krümmel

 Das letzte Kapitel der nuklearen Brennstoffe im Kernkraftwerk Krümmel ist angebrochen. Am Dienstagmorgen hat ein Spezialzug den letzten leeren Castorbehälter ins Kraftwerk gebracht. In ihn sollen die letzten 154 noch im Abklingbecken des Reaktors lagernden Brennstäbe verladen werden. Bis es soweit sein wird, dauert es aber noch.

Defektes Brennelement muss demontiert werden

„Der leere Castorbehälter wird zunächst einmal ins Standort-Zwischenlager gebracht“, sagt Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Denn für das eigentliche Verladen der Brennstäbe vom Abklingbecken in den Castorbehälter sei eine Genehmigung der Kieler Atomaufsicht erforderlich. Das entsprechende Verfahren für diese Beladung mit den Brennstäben laufe zurzeit.

Im Lagerbecken des Kernkraftwerks befinden sich aktuell 78 einzelne Brennstäbe, an denen im Laufe der Betriebszeit des ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktors der Welt Auffälligkeiten festgestellt wurden. Die Stäbe wurden aus den betroffenen Brennelementen entnommen. Außerdem lagert in dem mit Wasser gefüllten Becken ein bereits bestrahltes Brennelement mit 76 Brennstäben, das noch demontiert werden muss.

Genehmigungsverfahren ist Pilotverfahren

Aufgrund einer Verformung konnte dieses Element nicht wie gewohnt in einen Castor-Behälter eingebracht werden. Deshalb musste für die Entsorgung der 154 Brennstäbe insgesamt eine Sonderlösung her. „Die haben wir jetzt gefunden“, sagt Barbara Meyer-Bukow. „Die Brennstäbe sollen in einen Köcher, der dann in den Castor-Behälter kommt“, erklärt sie.

Das Genehmigungsverfahren für die Einlagerung von defekten Einzelstäben in einem Castor ist als Pilotverfahren auch zur Anwendung in weiteren Kernkraftwerken beim zuständigen Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit zur Prüfung und Entscheidung eingereicht.

Brennstofffreiheit Voraussetzung für Rückbau

Die Beladung wird derweil vorbereitet. Einen Termin gibt es noch nicht. Wenn sie erfolgt ist, ist die Anlage frei von bestrahltem Kernbrennstoff. Die letzten bestrahlten Brennelemente sind bereits im Oktober 2017 in das Standortzwischenlager gebracht worden. Dort lagern in 41 Castoren bereits mehr als 2000 Brennelemente. Ursprünglich war geplant, die Brennstofffreiheit bis Ende 2019 herzustellen.

Mit der Umlagerung wäre das Kernkraftwerk Ende kommenden Jahres brennstofffrei. Das ist Voraussetzung, um überhaupt mit der Dekontamination und dem eigentlichen Rückbau beginnen zu können. Das Anhörungsverfahren zum Rückbau beginnt am Dienstag, 11. Dezember, im Reinbeker Sachsenwaldforum. Zutritt haben dort neben den Beteiligten allerdings nur die Personen, die Einwendungen abgegeben haben.

Holger Marohn und Timo Jann

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