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Lösung für den „normalen“ Bauschutt aus Krümmel

Geesthacht Lösung für den „normalen“ Bauschutt aus Krümmel

Unbelasteter Abfall aus Bauarbeiten auf dem Gelände soll in Wiershop deponiert werden. Ein breiter Konsens zwischen Anti-Atom-Aktivisten, Bürgern, dem Deponiebetreiber und der Gemeinde Wiershop sieht vor, diesen nun auf die Deponie in dem Geesthachter Nachbarort zu bringen.

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In den vergangenen Monaten wurde auf dem Kraftwerksgelände an vielen Stellen gearbeitet.

Quelle: Foto: Hm

Geesthacht. Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, eine externe Wärmeversorgung oder eine neue Straße auf dem Gelände des Atomkraftwerkes Krümmel: In dem Geesthachter Stadtteil haben längst vorbereitende Arbeiten für einen Rückbau den Atommeilers begonnen – auch wenn dieser immer noch offiziell mit dem rechtlich relevanten Zusatz „möglichen“ versehen ist.

Doch der dabei anfallende Abfall vom Bodenaushub über Pflastersteine bis hin zu Waschkies war bislang umweltpolitisch ein Problem. Doch das ist nun vorbei. Ein breiter Konsens zwischen Anti-Atom-Aktivisten, Bürgern, dem Deponiebetreiber und der Gemeinde Wiershop sieht vor, dieses nun auf die Deponie in dem Geesthachter Nachbarort zu bringen. Ein Freibrief für die Entsorgung des beim eigentlichen Abriss des Atomkraftwerkes anfallenden Bauschutts ist das aber noch lange nicht.

Krümmel-Schutt

Beim späteren Abriss des AKWs Krümmel werden nach Schätzungen der Atomaufsicht 540 000 Tonnen Müll anfallen.

Der Großteil davon, etwa 500 000 Tonnen , werden als normaler Bauschutt eingeschätzt, der wie jeder andere Bauschutt wiederverwertet werden kann.

„Ich freue mich sehr über die gefundene Lösung“, kommentiert Robert Habeck (Grüne) als für die Atomaufsicht verantwortlicher Minister. Umbauten wie beim Standortzwischenlager würden für mehr Sicherheit sorgen, die dabei anfallenden Abfälle müssten aber untergebracht werden. Die nun gefundene Lösung sei „dem Engagement der Akteure in der Region zu verdanken. Und es ist ein Signal der Hoffnung, dass es in dem schwierigen Umgang mit Abfällen aus Kernkraftwerken Lösungen gibt“, so der Minister. Es handele sich dabei weder um Atommüll noch radioaktive oder strahlende Abfälle. Es seien Abfälle, „die freigegeben und deponiert werden können, weil sie nach Strahlenschutzverordnung nicht radioaktiv sind“.

Insgesamt geht es bei dem anfallenden Material aus dem Überwachungsbereich um derzeit mehr als 2000 Kubikmeter Boden, fast 330 so genannte Bigbags mit Beton und Dämmmaterial sowie Fassadenplatten und rund 1800 Quadratmeter Pflastersteine und Straßenasphalt. Weil es bisher keine Einigung über diesen aufgrund seiner Herkunft als „stigmatisiert“ bezeichneten normal Bauschutt gab, musste er auf dem Kraftwerksgelände teilweise unter freiem Himmel zwischengelagert werden – und dort wurde es langsam eng.

Erst Ende vergangenen Jahres hatte Habeck die Zwickmühle wie folgt beschrieben: „Wenn wir den Bauabfall freimessen und damit die Unterschreitung der Grenzwerte nachweisen, verweigern die Deponien die Annahme, weil er freigemessen ist.“ Wenn er aber sagen würde, fahrt den Müll wie andere Bauabfälle auf die Deponie, was ja eigentlich so auch richtig wäre, müsse er sich Kritik anhören, wie man Müll aus einem Atomkraftwerk einfach so abfahren könne.

„Ich finde diese Entscheidung gut und richtig“, sagt Bettina Boll, Anti-Atom- Aktivistin und Teilnehmerin einer regionalen Arbeitsgruppe. Sie sei beeindruckt, dass inzwischen auch der große Teil der Menschen aus der Umgebung anerkenne, dass man eben auch selbst über Jahre den Atomstrom aus der Steckdose bezogen habe und daher auch eine Mitverantwortung für die Entsorgung trage. Bei einer Ortsbesichtigung hätten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe davon überzeugen können, wie akribisch alles gemessen werde. „Jeder Pflasterstein und jeder Quadratmeter Asphalt wird nummeriert, gemessen und die Ergebnisse werden dokumentiert“, sagt Boll.

 Holger Marohn

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