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Lauenburg Luftpistolen-Attacke bei Campingstreit: Haftstrafe
Lokales Lauenburg Luftpistolen-Attacke bei Campingstreit: Haftstrafe
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20:28 18.10.2017

Zwei Angeklagte, die sich gegenseitig der Körpervereltzung bezichtigen. Der 58-jährige gebürtige Hamburger Wolfram N., der wie sein Kontrahent Tarek S. auf dem Campingplatz am Lütauer See lebt, soll laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft mit einer Softair-Pistole auf seinen Kontrahenten mehrere Schüsse abgegeben und ihn dabei verletzt haben. Mindestens sieben mal soll N. abgedrückt haben.

In diesem Wohnwagen lebte der Verurteilte Hamburger aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft. Tarek S. (re. Bild ) nach der Tat gegenüber den LN: „Der Mann hat sieben Mal auf mich geschossen.“ Quelle: Fotos: Jeb

Dem anderen Angeklagten Tarek S. wirft die Lübecker Staatsanwaltschaft vor, seinen Widersacher Wolfram N. körperlich misshandelt und geschädigt und dabei Verletzungen billigend in Kauf genommen zu haben. Er soll dabei mit einem langen Stock zugeschlagen haben.

Knapp zwei Stunden dauerte allein die Befragung der beiden Angeklagten. Wolfram N. schilderte dem Gericht Auszüge aus seinem Leben, das sich nunmehr auf dem Campingplatz am Lütauer See abspiele, nachdem er von einem betrügerischen Anwalt und einem Steuerberater, der keiner war, „hereingelegt“ worden war und nun in einem kleinen Wohnwagen auf dem Campingplatz lebe. Er machte keine Aussagen zum Tatvorwurf, geschossen zu haben. Vielmehr schilderte er lediglich, von dem anderen Angeklagten mit einem langen Stück Holz angegriffen und geschlagen worden zu sein. Eine Anzeige habe der Mann, der zwischenzeitlich ein „Reichsbürger“-Anhänger gewesen sei, erst einige Tage nach dem Vorfall gemacht. Zu diesem Zeitpunkt habe er schon in der JVA Lübeck in Untersuchungshaft gesessen. Richter Martin Mrozek wollte auch wissen, warum er ein kleines Waffenarsenal nebst Munition in seinem Campingwagen hortete. Darunter ein Luftgewehr, eine Schreckschusspistole, eine Softair-Waffe und ein Elektroschocker, als Taschenlampe getarnt. Seine Antwort: „Schießen hat Spaß gemacht.“

Der zweite Angeklagte, Tarek S. (47) schilderte dann seine Sicht der Dinge. Wie es an diesem Juli-Abend zu der Konfrontation der beiden Männer kam und wie sich der Streit, der mit den Schüssen endete, zugetragen habe. Dass aber sein Nachbar einmal auf ihn schießen und ihn vorher noch mit einem Elektroschocker bedrohen würde, hätte er nie für möglich gehalten.

Am Ende schlug Justitia klar zu Ungunsten von Wolfram N. aus. Er gestand schließlich doch und wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und fünf Monaten auf Bewährung verurteilt. Seine Waffensammlung wird vernichtet. Tarek S. hingegen wurde freigesprochen.

jeb/fg

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