Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg MSV für Kurmittelhaus in Mölln-Nord
Lokales Lauenburg MSV für Kurmittelhaus in Mölln-Nord
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 31.10.2013
Vereinschefin Anja Reimann und MSV-Schatzmeister Jörg Kälcke gestern im Vereinsheim. Quelle: Martin Stein
Mölln

Die Möllner Sportvereinigung (MSV) hat die vom städtischen Hauptausschuss vorgegebene und gestern abgelaufene Frist zu Gesprächen mit den Stadtwerken über die Zukunft des Kurmittelhauses genutzt und ein eigenes Konzept zum Erhalt der Einrichtung erarbeitet. Dabei geht es um den Neubau eines Bewegungsbades und einer Sauna sowie um eine Erweiterungsoption um einen so genannten Gesundheitspark. Dazu schlägt die MSV vor, den bisherigen Standort in der Hindenburgstraße aufzugeben und den Neubau auf einem wenig genutzten MSV-Grandplatz auf dem Vereinsgelände an der Ratzeburger Straße zu errichten.

Bei einer Pressekonferenz im Vereinsheim erläuterten Vereinschefin Anja Reimann und MSV-Schatzmeister Jörg Kälcke gestern Nachmittag die Überlegungen des Sportvereins. Zur Debatte steht der Kurmittelhausbetrieb, weil die von den Stadtwerken geführte Einrichtung ein jährliches Defizit von zuletzt um die 600 000 Euro verursacht und deshalb auch über eine Schließung seit Monaten diskutiert wird. Dazu sind die als Kurmittelfreunde bekannten Mitglieder einer Bürgerinitiative dabei, die mögliche Abwicklung oder Zusammenstreichung des Kurmittelhausangebotes mit Hilfe eines Bürgerentscheides zu verhindern.

„Wir haben jetzt fast zwölf Wochen und zuletzt mehrere Stunden täglich an einem Konzept gefeilt“, berichtete Anja Reimann von den Bemühungen des Vereins, mit seinen Vorstellungen den eigenen Mitgliedern, anderen Interessenten und der gesamten Stadt „eine echte Chance“ zur Rettung des Kurmittelhauses zu präsentieren. „Die MSV hat fristgemäß geliefert. Nun ist die Politik gefragt“, stellten die beiden Vereinsvertreter fest. Sie bezogen sich damit auf eine Sitzung der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke am kommenden Dienstag, 5. November. Dort muss von den Gesellschaftern, die mit den Mitgliedern des städtischen Hauptausschusses identisch sind, über die Zukunft des Kurmittelhauses entschieden werden.

Die MSV, die ihr Konzept in Verhandlungen mit den Stadtwerken abgestimmt hat, schlägt einen Zwei-Stufen-Plan vor. Demnach sollte zunächst ein neues Bewegungsbad mit Sauna gebaut werden. Die Erweiterungsoption wäre dann die Eröffnung eines Gesundheitsparkes mit Sportgeräten und Kursräumen. Eigentümer wären weiter die Stadtwerke, die auch für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Schwimmbetriebes sorgen sollen. Die Möllner SV würde dagegen als Pächterin für die übrige Nutzung des Bades und den Saunabetrieb auftreten. „Dann hätten wir die Möglichkeit, die bisherigen Öffnungszeiten für das Bewegungsbad und die Sauna deutlich zu verlängern und zugleich das Wassersportangebot der MSV und die Kursprogramme wie das beliebte Babyschwimmen zu erweitern“, argumentiert der Verein. Auch anders organisierte Sportler könnten davon profitieren.

Ziel des Gesamtprojektes ist es nach den Worten von Anja Reimann und Jörg Kälcke, „das Kurmittelhaus zu einem beliebten und belebten Treffpunkt für gesundheitsbewusste Menschen aus Mölln und Umgebung zu machen“. Deutlich betonte die Vereinsvorsitzende außerdem, dass Beschlüsse nicht länger verzögert werden könnten: „Eine Entscheidung muss jetzt fallen“ — auch mit Blick auf den möglichen Bürgerentscheid. Was der Verein der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke vorschlägt, ist vom MSV-Vorstand erarbeitet und inzwischen vom MSV-Beirat einstimmig befürwortet worden.

Gestern Abend präsentierten die Vereinsvertreter ihre Vorstellungen noch einmal in einer größeren Runde im Vereinsheim am Waldsportplatz. Dazu eingeladen waren die Fraktionen der Stadtvertretung und die Leitung der Stadtwerke.

Diverse Akteure mischen inzwischen mit
Seit fast einem Jahr ist eine Schließung des Möllner Kurmittelhausbetriebes wegen der hohen jährlichen Verluste eine Option — jetzt spitzt sich die Spannung immer mehr zu: Gibt es eine Rettung für die Einrichtung? Noch zeichnet sich keine klare Antwort auf diese Frage ab, auch weil diverse Akteure eine wichtige Rolle spielen.


Neben den Kommunalpolitikern und den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke mischt jetzt die MSV als der größte Gesundheits- sportanbieter im Kreisgebiet ernsthaft mit. Mit von der Partie sind außerdem die Kurmittelfreunde. Die Mitglieder der Bürgerinitiative könnten mit Hilfe der Wahlberechtigten alles aushebeln, auf was sich die anderen Akteure vielleicht mühsam einigen.

Martin Stein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ziele sind ein vielseitiges Kulturangebot und neue Einnahmequellen.

31.10.2013

Das fahrende Volk hat es heutzutage immer schwerer. Die Zukunft für den eigenen Nachwuchs ist ungewiss. Doch der beliebte Möllner Herbstmarkt ist ein Lichtblick für die gebeutelte Zunft.

31.10.2013

Der 453. Möllner Herbstmarkt startet Freitagabend um 18 Uhr mit vielen Angeboten für die ganze Familie.

01.11.2013