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12:47 06.12.2018
Dennis Bluhm, Geschäftsführer der MSV, und Gerhard Kohrt, Leiter der Möllner VHS (r.) haben die beschlossene Kooperation bereits im laufenden Volkshochschul-Semester mit Leben erfüllt. Quelle: MSV/hfr
Mölln, Mölln

 

 Es gibt Worte, die sind so modern, dass eine Rede ohne sie irgendwie nicht rund ist. „Synergie“ oder „Synergieeffekt“ ist so ein Wort. Man könnte genauso gut vom Zusammenwirken sprechen. So wie es die Möllner Sportvereinigung (MSV) und die Volkshochschule Mölln (VHS) jetzt tun. Die haben eine Kooperation beschlossen und per Vertrag geregelt, dass sie ab sofort, genau: zusammenwirken.

Dennis Bluhm, Geschäftsführer der MSV, und Gerhard Kohrt, Leiter der Möllner VHS fassen das Vorhaben und die Motivation dazu so zusammen: „Unser Auftrag ist Bildung und Gesundheit, und da arbeiten wir ab sofort zusammen.“

Beispiel Step Aerobic. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die aber sehr beliebt ist. So beliebt, dass die MSV ebenso Kurse anbietet, wie die Möllner VHS. Bei letzterer finden Kurse jedoch erst ab mindestens sechs Teilnehmern statt. Bekamen also bisher fitnessbegeisterte Sportwillige eine Absage, weil zu wenig Anmeldungen vorlagen, sind sie heute als VHS-Teilnehmer im Step Aerobic-Kursus der MSV mit von der Partie.

„Für unsere Teilnehmer ändert sich gar nichts“, erklärt Gerhard Kohrt. „Sie zahlen ihren Beitrag wie gewohnt an uns. Und wir rechnen gesondert mit der MSV ab.“

14 gemeinsame Kurse

Insgesamt bietet die VHS in allen Bereichen zusammen etwa 120 Kurse pro Semester an. Durch die Kooperation mit der MSV ist das Angebot in Sachen Sport größer denn je. Angeboten werden schon jetzt 14 Kurse über den Sportverein: Bodyforming, Gesundheitsorientiertes Bewegungstraining, Rückenfit, Zumba, Bauch, Beine, Rücken, Po, Fit fürs Alter, Aktiv69, Fitness nur für Männer 50+, Gesundheitsorientiertes Gerätetraining, Step Aerobic, Iaido, Line Dance, Dance Workout und Flag Football.

Großes Interesse haben auch die Radwanderer der MSV angemeldet: Sie hätten gern noch zehn Teilnehmer dazu. Auf der Website der MSV steht: „Es werden verschiedene Touren durch unsere herrliche Seenlandschaft geradelt. Die Strecken sind ca. 20 km lang. Das Tempo wird der Gruppe angepasst. Mitzubringen ist ein verkehrssicheres Fahrrad, ob ein herkömmliches oder E-Bike ist gleich. Ein Fahrradhelm ist wünschenswert.“ Geradelt wird mittwochs nachmittags oder donnerstags abends. Telefonische Anmeldung unter 04542/89660.

Neu ist die Idee allerdings nicht. „Schon 2008 gab es zwischen dem Landessportverband und dem Landesverband der Volkshochschulen SH eine Grundvereinbarung zum Thema Zusammenarbeit“, erklärt Dennis Bluhm. Aber: „Das wurde nicht gelebt.“

Umdenken war nötig

Ganz im Gegenteil. VHS und Sportvereine tummeln sich auf dem gleichen Markt, sind also Konkurrenten. Etwas, das Dennis Bluhm schon lange kritisiert hat: Die Sportvereine hätten die Entwicklung lange verpennt. Den Volkshochschulen standen buchstäblich Tür und Tor offen für den Sport- und Fitness-Bereich. Die Vereine hätten, schaue man auf die Zahlen, über die Jahre an Attraktivität verloren. „Ein Umdenken war dringend nötig.“

Während die Sportvereine, wie Bluhm es ausdrückt, die VHS ausschließlich als Konkurrenz sehen und „in Igel-Haltung verharren“, wahrt VHS-Leiter Kohrt seine Position. „Der Schwerpunkt einer Volkshochschule ist nun einmal der Bildungsauftrag“, sagt er. Bluhm: „Wir als Sportverein haben den Auftrag, Bewegung und Gesundheit zu fördern.“ Kohrt: „Was ist gesund? Was ist Sport? Aufgabe der VHS ist es, Wege aufzuzeigen, wie man ein gesundes Leben führen kann. Also sind unsere Themen auch Ernährung und sportliche Betätigung.“

Bluhm und Kohrt haben das Thema Kooperation diskutiert – und beschlossen. Beide würden als Partner profitieren. Die VHS muss keine Kurse absagen – und weiß ihre Kunden bei den Übungsleitern der MSV in besten, weil gut geschulten Profihänden.

Auf Landes- und sogar Bundesebene hat diese Zusammenarbeit schon für Staunen und ein wenig Unruhe gesorgt. Bluhm, der im Rahmen eines Vortrages bei der Sportstättenmesse Sportinfra im hessischen Frankfurt davon berichtete, erzählt, er sei ungläubig angeschaut und „Wie ist das möglich?“ gefragt worden. Seine Antwort: „In erster Instanz: Sprechen Sie miteinander!“ Gefolgt von der Feststellung: „Unsere Kooperation ist für die Sportlandschaft immens wichtig.“

Die Befürchtung auf Seiten der Volkshochschulen: Sie könnten ihre Teilnehmer komplett an den Sportverein verlieren. Gerhard Kohrt hält dagegen: „Wenn ich einen Kursus gar nicht anbieten kann, weil zu wenige Anmeldungen vorliegen, halte ich den Teilnehmer auch nicht.“ Und nicht jeder wolle in einen Verein eintreten.

Dennis Bluhm sieht noch eine Möglichkeit, sich gut zu ergänzen: „Die VHS bietet unseren Übungsleitern die Möglichkeit, ihre pädagogischen Fähigkeiten in Workshops oder Kursen zu schulen.“ Beim Sport gebe es immer wieder Situationen, in denen Konflikte entstünden und der Übungsleiter eingreifen müsse. In Sachen Konfliktmanagement könne die VHS „unsere Ehrenamtler bei ihrer täglichen Arbeit im Sport stärken“.

Viel Potenzial vorhanden

Das erste Semester nach Unterzeichnen des Kooperationsvertrages ist angelaufen. Dennis Bluhm und Gerhard Kohrt sehen noch viel Potenzial auf beiden Seiten. „Ich kann nur jeden Sportverein ermuntern, so eine Kooperation einzugehen“, sagt Bluhm.

Gerhard Kohrt sieht in der Kooperation die Chance, das Angebot im Bereich Gesundheit, Fitness und Entspannung zu erweitern und mehr Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, gemeinsam mit anderen sport- und gesundheitsbewussten Menschen etwas für Körper und Seele zu tun. „Allein, dass unser Programm im Sportpark ausliegt, verschafft uns Zugang zu einem ganz anderen Personenkreis.“

Übungsleiter sind begeistert

Und auch in der MSV geht die Rechnung offenkundig auf. Vereinsintern ist das Interesse groß. Übungsleiter haben ihre Begeisterung kundgetan – und erklärt, dass sie gern noch mehr Teilnehmer von der VHS dabei hätten. Ganz aktuell haben sich die Radwanderer bei Dennis Bluhm gemeldet. Sie würden sich sehr über Verstärkung freuen.

„Ich glaube nicht, dass wir den Königsweg gefunden haben“, sagt Gerhard Kohrt, „aber eine sehr gute, praktikable Art der Zusammenarbeit.“ Immerhin haben VHS-Teilnehmer schon jetzt eine sehr viel größere Auswahl, wenn es sie zur körperlichen Ertüchtigung zieht. Dem zollt auch Kohrt Respekt: „Das Sportangebot der VHS gewinnt dadurch an Sicherheit.“

Hier erfahren Sie mehr über die Möllner Sportvereinigung

Hier erfahren Sie mehr über die Volkshochschule Mölln

Dorothea Baumm

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