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Lauenburg Mäusebussard wird zum Sorgenkind der Energiewende
Lokales Lauenburg Mäusebussard wird zum Sorgenkind der Energiewende
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20:29 14.10.2017

Wenn seltene Tiere bedroht sind, wird die Entwicklung oft mit Interesse verfolgt. Namen wie Wachtelkönig oder Rotmilan, die vorher kaum jemand kannte, sind aus den Medien nicht mehr wegzudenken. Wer denkt aber daran, dass ein so häufiger und populärer Vogel wie der Mäusebussard gefährdet sein könnte?

Täglich kann man Bussarde am Himmel ihre Kreise ziehen sehen oder sie sitzen „reihenweise“ auf den Schallschutzzäunen der Autobahnen. Die Hiobsbotschaft: In den letzten 15 Jahren ist der Bestand in Schleswig-Holstein um 70 Prozent eingebrochen und es wird mit einer weiteren Abnahme um jährlich sieben Prozent gerechnet. Unser häufigster Greifvogel könnte in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“

rutschen.

Die wichtigste Ursache dürften Schleswig-Holsteins Windparks sein, jedenfalls legt das die weltweit größte Studie zu Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windrädern nahe. Demnach kollidieren in unserem Bundesland jährlich 1600 Mäusebussarde mit den Rotorblättern, wobei sie übrigens nicht „geschreddert“ werden, sondern mit einem Schlag zu Boden gehen, sofort tot oder mit gebrochenen Flügeln.

Eine weitere Ursache könnte die veränderte Landwirtschaft sein. Bussarde brauchen für die Mäusejagd freie Sicht auf Wiesen oder Äcker. Auf Maisfeldern ist das bis in den Spätherbst hinein unmöglich.

Auch die starke Ausbreitung des Uhus in Schleswig-Holstein seit 1980 von Null auf 400 Paare könnte zur Dezimierung des Bussardbestandes beigetragen haben. Hier dürfte sich aber ein natürliches Gleichgewicht einpendeln, das ja auch vor der Ausrottung des Uhus bestanden haben muss. TEXT: KARSTEN GÄRTNER / FOTO: WOLFGANG BUCHHORN

LN

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