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Lauenburg Manager Lothar Obst sagt Adieu
Lokales Lauenburg Manager Lothar Obst sagt Adieu
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22:47 23.06.2016
Quelle: Florian Grombein

Der Spross aus einer Beamtenfamilie erntete nur Kopfschütteln, als er seinen sicheren Job als Oberamtsrat aufgab und in die Privatwirtschaft wechselte. Der Möllner Lothar Obst hat diesen Schritt nie bereut. Als Geschäftsführer des Krankenhauses Reinbek oder aber auch im Ehrenamt als Bürgervorsteher von Mölln konnte er viel bewegen. Jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand. Am 20. Juni wurde seine Verabschiedung gefeiert. Ab 1. Juli ist er Ruheständler. Die Füße hochlegen will der Manager freilich nicht.

Berufliche Stationen

1981 bis 1984: Leiter der Schul- und Kulturabteilung der Stadt Mölln

1984 bis 1996: Verwaltungsleiter des Städtischen Krankenhauses in Mölln, ab 1991 als Stadtoberamtsrat

Seit 1997 Kaufmännischer Direktor des Reinbeker St. Adolf-Stifts, seit 2014 als Geschäftsführer

„Ich habe nicht einen langweiligen Tag erlebt im Krankenhausalltag. Man war nie fertig und wurde stets gefordert“, sagt Lothar Obst über seine Tätigkeit als Kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Reinbek St. Adolf Stift. Vielleicht ist diese Einstellung der Grund, warum seine Karriere so einen ungewöhnlichen Verlauf nahm. Der Möllner hatte Ende 1996 im Staatsdienst quasi alles erreicht. „Es lief wie am Schnürchen“, berichtet Obst. Nach gerade einmal zehn Jahren brachte er es zum Oberamtsrat. Im Alter von 40 Habe er jedoch gespürt, dass nun die letzte Chance dazu bestehe, noch einmal etwas Anderes zu machen. Also wechselte er aus der Geschäftsführung des damals noch städtischen Krankenhauses in Mölln in die Privatwirtschaft. Am 1. Januar 1997 wurde er Kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift.

„Meine Familie hat das überhaupt nicht verstanden“, berichtet Obst. Vater und Bruder waren ebenfalls als Beamte tätig und bedachten den Möllner mit Kopfschütteln. Schließlich verzichtete er auf die Sicherheit, die ein Beamter auf Lebenszeit genießen darf. In Reinbek wurde Obst zunächst Angestellter auf Probezeit. Die Herausforderung trieb den damals 40-Jährigen dazu. Schließlich hatte das Reinbeker Krankenhaus etwa die dreifache Kapazität des Möllner Hauses, was die Anzahl der Betten betraf.

Nach Mölln verschlagen hat es den am 27. März 1956 in Celle Geborenen bereits am Ende seiner Ausbildung zum Regierungsinspektoranwärter. Er wohnte während eines Vorbereitungskurses an der ehemaligen Bundeverwaltungsschule bereits in Mölln. „Mir hat in Mölln schon immer die Kleinteiligkeit und die historische Ausstrahlung gefallen“, berichtet Obst. Damals wohnte er noch im Schwesternwohnheim im heutigen Robert-Koch-Park. Schließlich wurde er Leiter der Schul- und Kulturabteilung der Stadt. In der Verwaltung im Möllner Rathaus lernte er auch seine Ehefrau kennen, mit der er 1990 einen Sohn bekam. Auch ehrenamtlich engagierte sich Obst. Der Schlesier war von 1981 bis 1994   Geschäftsführer des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Mölln. 1989 bis 2009 war er Mitglied des Vorstandes der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein. 1998 und 1999 agierte er als   Bürgervorsteher der Stadt Mölln. „Der Abschied von meiner Leitungsposition lässt mich nach 20 Jahren nicht kalt“, erklärt Obst. Doch sein Nachfolger Björn Pestinger sei äußerst kompetent.

Und was passiert nun, wo er bald sehr viel Freizeit hat: „Ich habe Lust wieder in der Kultur zu arbeiten und einige Vorträge zu halten. Aber nur noch als Projektarbeit.“

 Florian Grombein

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