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Lauenburg Marode Halle: FRW fordert von Voß unverzügliche Sanierung
Lokales Lauenburg Marode Halle: FRW fordert von Voß unverzügliche Sanierung
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23:06 14.10.2016
Gefährliche Mängel: Der marode Hallenboden in der Dreifeldersporthalle der Lauenburgischen Gelehrtenschule kann für Schüler, Lehrer und Vereinssportler zur Stolperfalle werden. Quelle: Strunk

Die Wellen schlagen hoch wegen der Sperrung der Dreifeldersporthalle im Ratzeburger Gymnasium. In Kürze stehen an der Lauenburgischen Gelehrtenschule Vorprüfungen zum Abitur im Sportprofil an. Die Mehrheit der beteiligten Eltern, Lehrer und Vereine sieht Versäumnisse bei der Firma Strabil.

Erste Politiker glauben, die Sperrung hätte verhindert werden können. Die Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe.

Defektes Feuerwehrdach

Laut Verwaltung ist die Reparatur des Feuerwehr-Daches nicht vom Ausgang des Streites um die Sporthalle betroffen. Voß: „Die Stadtvertretung hat der überplanmäßigen Ausgabe für die Dachsanierung bei der Feuerwehr zugestimmt. Der Auftrag ist sodann von mir erteilt worden und wird auch ausgeführt.“

SPD und FRW kritisieren jetzt jedoch auch Bürgermeister Rainer Voß massiv. Etwa Jürgen Hentschel von der FRW erklärte, das Geld für eine Sanierung sei bereits im vergangenen Jahr in einem Dringlichkeitsantrag bewilligt und vorgehalten worden. Die Verwaltung habe unzureichend über die Lage informiert. Auch die SPD ist der Meinung, die Maßnahmen hätten umgesetzt und damit eine Sperrung der Halle verhindert werden können. Der Rechtsstreit um die Kosten mit der Firma Strabil hätte aus Rücksicht auf die Schüler im Nachgang geklärt werden können.

„Wir fordern einen unverzüglichen Beginn der Sanierung. Ohne weiteres Wenn und Aber“, sagt Jürgen Hentschel (FRW). Die Firma Strabil habe bereits im Frühjahr 2016 angeboten, den Boden sanieren zu lassen, und vorgeschlagen, sich im Nachhinein mit der Stadt über vertragliche Kostenzuständigkeiten zu einigen, so Hentschel. Er könne nicht verstehen, wieso der Bürgermeister dafür nicht schon längst grünes Licht gegeben habe.

Und Uwe Martens, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins sagt: „Auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler sowie der Sportvereine auf Zeit zu spielen hätte seitens der Verwaltung beziehungsweise des Bürgermeisters nicht passieren dürfen“.

Voß reagiert: „Die Behauptung von Jürgen Hentschel ist unrichtig“. Im Ältestenrat sei es um die Sicherstellung der Finanzierung der Sanierung des Daches der Feuerwehr auch im Zusammenhang mit der Deckelung der Kreditaufnahme durch die Kommunalaufsichtsbehörde gegangen. „Dabei habe ich mitgeteilt, dass im Rahmen der Nachtragshaushaltsatzung 2016 der Ansatz von 102000 Euro entfallen kann, weil für die Erneuerung des Turnhallenfußbodens die Firma Strabil verantwortlich sei“, berichtet Voß weiter. Er habe damals auch erklärt, dass sich die Situation mit der Strabil zuspitzen würde und die Verwaltung den Vertragsbeirat einberufen hätte. Im Übrigen sei der Nachtragshaushaltsplan 2016 in der Stadtvertretung am 10. Oktober ohne Aussprache verabschiedet worden, weil die Fraktionen die Ergebnisse des Vertragsbeirates am 4. November abwarten wollten. Hentschel sei sowohl im Ältestenrat als auch in der Stadtvertretung anwesend gewesen.

In den Haushaltsplan 2016 seien damals vorsorglich 102000 Euro aufgenommen worden. Bereits aus einer Anlage zur Vorlage im Schulausschuss ASJS im Oktober 2015 gehe laut Bürgermeister hervor, dass die Anmeldung von 150000 Euro nur vorsorglich erfolge und noch zu klären sei, ob Betreiber oder die Stadt für die Kosten aufkommen. Dieser Ansatz sei im Hauptausschuss im November 2015 auf 102 000 Euro gekürzt worden. „Ein vorliegendes Angebot einer Fachfirma beläuft sich auf über 170000 Euro“, erklärt Voß.

Die im Haushalt bereit gestellten Mittel hätten also nicht ausgereicht. Voß: „Die Firma Strabil muss den Schulbetrieb garantieren und ist für die Behebung, Instandhaltung und Erneuerung verantwortlich“, erklärt Voß. Schließlich zahle die Stadt für den Betrieb der Schule an die Strabil vertragsgemäß monatlich sehr hohe Beträge.

Die Kölner Firma bewertet die Situation anders: „Bei dem nun erforderlichen Austausch des Hallenbodens handelt es sich um kein Versäumnis oder gar eine mangelhafte Bauausführung seitens Strabil, die es nun zu beheben gelte, sondern um einen neuen Auftrag, für dessen Ausführung wir auch bereits ein Angebot abgegeben haben“, teilte Birgit Kümmel, Sprecherin der Strabag AG, zu der auch Strabil gehört, mit. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass im vertraglich definierten Auftragsvolumen für den Neubau und die Sanierung der Schule damals kein Austausch des Hallenbodens vorgesehen war und dieser auch nicht vergütet wurde.

Die für den Bau und Betrieb der Gelehrtenschule zuständige Strabil sei durchaus sehr interessiert an einem reibungslosen Betrieb der Schule und dem Wohlergehen der Schüler- und Lehrerschaft. Die Firma befinde sich seit längerem im Dialog mit der Stadt, um zu einer Lösung für die Sporthallen-Problematik zu gelangen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Gespräche mit allen Beteiligten bald zu einer einvernehmlichen Lösung führen. Allen Seiten ist die dringende Notwendigkeit einer Sporthalle für einen regulären Schulbetrieb klar“, so Kümmel.

 Florian Grombein

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