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Lauenburg Marode Mauern: Domturm muss viel aufwendiger saniert werden als geplant
Lokales Lauenburg Marode Mauern: Domturm muss viel aufwendiger saniert werden als geplant
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17:02 22.12.2018
Die Turmsanierung des Ratzeburger Doms wird bis ins kommende Jahr hinein dauern. Die Mauerschäden sind noch weit gravierender. Quelle: Matthias Wiemer
Ratzeburg

Es hat etwas von dem Projekt „Kelleraufräumen“ – bloß nicht rangehen, es artet in Arbeit aus. Die im Sommer begonnene Sanierung des Ratzeburger Doms sollte eigentlich schon ziemlich abgeschlossen sein. Die Arbeiten haben sich aber nicht nur verzögert. Durch die Eindeckung des Domhelms wurden leider noch ganz andere Problem offenbar, die sich jetzt zu einem Großprojekt ausgewachsen haben. Große Teiles des Mauerwerks sind marode und müssen ersetzt werden. Der Schaden ist so umfangreich, dass im Augenblick noch niemand sagen kann, wie lange die Erneuerung des Mauerwerks dauern und wie teuer es wird. Fest steht nur: Der weithin sichtbare Dom des Ratzeburger Doms wird noch lange eingerüstet bleiben.

Beim zuständigen Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GM.SH) klingt der Fall ziemlich nüchtern: „Im Zuge der Teilsanierung des Dachs und der Mauerwerksanker des Ratzeburger Doms haben wir weitere Schäden am Mauerwerk festgestellt“, sagt die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Barbara Müller auf LN-Anfrage. Diese Schäden seien zwar typisch für die norddeutschen Witterungsverhältnisse und für das Alter des Gebäudes, „jedoch ist der Umfang der Schädigung an den Fugen und an den Ziegeln unerwartet hoch“, so Müller.

Sanierungsumfang derzeit unkalkulierbar

„Ziemlich erschrocken“, war Domprobst Gert-Axel Reuß, als er die Nachrichten von der Bauleitung erhielt. „Wir dachten im Sommer, wir machen das Dach und gut. Aber jetzt stehen wir vor einer zur Zeit noch unkalkulierbaren Phase einer neuen Sanierung“, sagt Reuß. Niemand hatte wohl gedacht, dass die Mauersteine und Fugen in einem dermaßen desolaten Zustand sind. Teils ließen sich die Steine nahezu mit bloßen Fingern aus dem Gemäuer ziehen, berichteten die Fachleute dem Domprobsten. Allein deshalb müsse das Gerüst noch längere Zeit nach der eigentlichen Turmdachsanierung aufgebaut bleiben, um einen gewissen Schutz vor herabfallenden Mauerteilen – etwa bei Sturm – zu gewährleisten.

Um die Schäden zu beheben, will das GM.SH eine umfassende Bestandsaufnahme für ein Schadenskataster erstellen lassen. Auf dessen Grundlage soll dann anschließend ab nächstem Frühjahr ein Sanierungskonzept entwickelt werden. „Diese Leistungen müssen wir durch ein förmliches Vergabeverfahren beauftragen, bei dem wir an die gesetzlichen Ausschreibungsfristen gebunden sind“, erläutert Barbara Müller. Demnach lägen Bestandsaufnahme und Planung noch ganz am Anfang. Erst wenn das Sanierungskonzept voraussichtlich im Herbst 2019 vorliegt, könne man genaue Angaben zu den Kosten und zu den zeitlichen Auswirkungen machen.

Kosten vorerst ungewiss

Aber auch die Finanzierung kann erst geklärt werden, wenn belastbare Angaben über die Kosten vorliegen, ergänzt Domprobst Reuß. Allerdings zeichne sich jetzt schon ab, dass die neuen Sanierungsaufwendungen die der reinen Turmdachsanierung weit übersteigen werden. Hinsichtlich der Kosten müsse man realistisch mit einem an eine Million Euro heranreichenden Betrag rechnen, hinsichtlich des Zeitraums mit mehr als einem Jahr.

So wird der Ratzeburger Dom mit seiner typisch grünen Kupferpatina nicht nur in der nächsten Zeit sein Erscheinungsbild wechseln, sein Turm wird auch für längere Zeit hinter einem hässlichen Gerüst verborgen bleiben. Ein Gutes habe diese Hiobsbotschaft allerdings auch, sagt Gert-Axel Reuß: „Besser jetzt als später, wenn vielleicht einmal die Mittel viel knapper sind als in diesen Zeiten.“

Matthias Wiemer

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