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Lauenburg „Meckern Sie weniger!“
Lokales Lauenburg „Meckern Sie weniger!“
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18:36 06.01.2018
Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß begrüßte 270 Gäste in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule. In seiner Neujahrsansprache legte er den Schwerpunkt auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Stadt. Quelle: Fotos: Strunk
Ratzeburg

„Dürfen wir eigentlich immer erwarten, dass so viele schöne Dinge von Ehrenamtlichen geleistet werden? Müssen wir nicht überlegen, ob wir kooperieren und hauptamtlich ergänzen oder übernehmen können?“, fragte Rainer Voß, Bürgermeister von Ratzeburg, in seiner traditionellen Neujahrsansprache am Freitagabend in der Lauenburgischen Gelehrtenschule.

Ganz im Zeichen des Danks an die zahlreichen Ehrenamtler, Helfer und uneigennützigen Macher der Stadt Ratzeburg standen die Reden von Bürgermeister Rainer Voß sowie des W.I.R.-Vorsitzenden Gunnar Koech. Dietrich Ruth erhielt den „Bronzenen Löwen“.

Dieser Appell richtete sich zum einen an die politischen Akteure der Stadt, die vielleicht hier und da ihre oftmals zu stark auf Einsparungen ausgerichtete Meinung überdenken könnten. Und zum anderen natürlich auch an alle Nutznießer der vielfältigen, zumeist ehrenamtlich geleisteten Dienste. Nicht nur beim Verwaltungschef, sondern auch bei vielen Beobachtern alltäglicher Situationen und Gegebenheiten hat sich in jüngerer Zeit der Eindruck verfestigt, dass viel zu oft kritisiert wird, manch geäußerter Unwille sich gar in Pöbelei steigert. Voß: „Seien Sie persönlich nicht mehr so oft zornig, ärgern Sie sich nicht so viel, meckern Sie weniger, wenn es nicht konstruktiv wird.“ Und wer doch einmal Dampf ablassen wolle, dem schlägt der Bürgermeister vor: „Machen Sie lieber einen Spaziergang um den Küchensee. Danach geht es Ihnen bestimmt besser.“

Anschließend zählte Voß vor den 270 Gästen, darunter Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU), den MdL Oliver Vogt (FDP) und Burkhard Peters (Grüne), Landrat Christoph Mager und etlichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und aus Nachbargemeinden, die zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Institutionen und Organisationen auf, die selbstlos für ein besseres, oft reibungsloses Zusammenspiel in der Gesellschaft sorgen.

Sein Dank galt vor allem der Polizei oder der Feuerwehr. Letztere war im vergangenen Jahr zu 400 Einsätzen ausgerückt – vor zehn Jahren waren es noch 133. Aber auch den Helferinnen und Helfern vom THW, von der DLRG, vom DRK und vielen anderen Aktiven dankte er – und empfahl seinen Mitbürgern, dies auch zu tun. Sei es in Wort oder Tat: „Versuchen Sie es mal mit einem Dankeschön – oder vielleicht mit einer Umarmung. Mal sehen, wie man reagiert.“

Statt wie zuvor erwähnt zu kritteln und zu meckern, sollte man anerkennen, welche Höhepunkte Ratzeburg zu bieten habe: kulturelle (Kino, Musik, Theater, Galerien), sportliche (Adventslauf, Insel-Swim-Run, Ruderregatta, Fechtturnier, Kita-Olympiade), medizinische (DRK-Krankenhaus und Röpersberg), logistische (Stadtverkehr und Vereinigte Stadtwerke), integrative (Willkommenskultur), bildende (Volkshochschule) oder gesellschaftliche. Als gefährdete Institution diesbezüglich nannte er den Bürgerverein, der vor einem Umbruch steht und dringend engagierten Nachwuchs benötigt.

Auch Gunnar Koech, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsvereins Inselstadt Ratzeburg (W.I.R.) sowie Bürgervorsteher Ottfried Feußner betonten die Bedeutung des Bürgervereins für das Leben in der Stadt und riefen zur Teilnahme auf.

Koech warf einen Blick auf die zu erwartenden großen Ereignisse in diesem Jahr wie Gewerbeschau oder NDR Landpartie. Feußner ehrte abschließend Dietrich Ruth für dessen jahrzehntelanges Wirken in sechs Vereinen und Institutionen der Stadt mit dem „Bronzenen Löwen“ 2017.

Von Joachim Strunk

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