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Lauenburg Mehr Frauenpower für den Kreis
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18:20 25.04.2018
Elke Hagenah, hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herzogtum Lauenburg, freut sich auf eine Kollegin „auf Augenhöhe“. Quelle: Foto: Baumm
Ratzeburg

Dafür gibt es von Hagenah eine schulmäßig nicht zum Jubeln geeignete 3-. Vor einem Jahr hat der Landtag per Gesetzesbeschluss die Gemeindeordnung geändert. Dort heißt es nun: „Die Gleichstellungsbeauftragte ist in Gemeinden mit mehr als 15000 Einwohnerinnen und Einwohnern grundsätzlich vollzeitig und nur ausnahmsweise teilzeitig tätig, wenn und soweit die ordnungsgemäße Erledigung der anfallenden Gleichstellungsaufgaben eine Teilzeittätigkeit zulässt.“ Der Blick auf die Stellenbesetzung belegt: Die Städte und Ämter im Kreis sind ganz offenkundig der Meinung, ihre Gleichstellungsbeauftragten könnten ihre Aufgaben problemlos mit einer halben Stelle, sprich in 19,5 Stunden, erledigen.

Das sieht Elke Hagenah anders. „Gleichstellungsbeauftragte auf einer halben Stelle? Das funktioniert nicht. Mit so wenig Stunden kann ich einfach nicht überall dort präsent sein, wo ich eigentlich präsent sein müsste.“ Dabei weiß die studierte Juristin sehr genau, wovon sie spricht, denn sie sitzt auf einer halben Stelle. Zu ihrem Aufgabengebiet als GB des Kreises gehört die Mitarbeit in der Kreisverwaltung, unter anderem bei Organisationsthemen wie Telearbeit und bei Personalthemen wie Vorstellungsgesprächen ebenso wie das eigenverantwortliche Entwickeln von jährlichen Fortbildungsveranstaltungen für Frauen. Selbstverständlich kann sie auch an den Sitzungen der politischen Ausschüsse teilnehmen: „Ich habe freies Rederecht in den Ausschüssen im Kreistag.“

Was Elke Hagenah an ihrer Arbeit schätzt, ist zum einen die Eigenverantwortlichkeit. „Ich bin weisungsunabhängig und habe viel Raum für Kreativität. Das ist sehr gut, denn ich plane gern.“ Dazu kommt die Vielfältigkeit der Aufgaben: „Die Themenbreite ist sehr groß, jeder Tag ist anders.“ Und sie hat viel Kontakt mit Menschen: „Ich bin für andere Ansprechpartnerin, und ich liebe es, hilfreich sein zu können.“ Da ist das gute Netzwerk, das die Kreis-GB sich aufgebaut hat, von Vorteil: „Das ebnet kurze, hilfreiche Wege. Und größere Projekte funktionieren nur in größeren Teams.“

Apropos größeres Team: Elke Hagenah soll nun endlich Verstärkung bekommen. Der Kreis hat eine zweite halbe Stelle für eine Gleichstellungsbeauftragte ausgeschrieben. Zu den Aufgaben gehört „die Einbringung von frauenspezifischen Belangen in die Arbeit des Kreistags und der Verwaltung“, die „Mitarbeit an Initiativen zur Verbesserung der Situation von Frauen im Kreis“, das Abhalten von Sprechstunden und Beratungen und etliches mehr. Hagenah freut sich auf eine „gleichberechtigte Kollegin auf Augenhöhe“.

Auf den Geschmack gekommen? Dann jetzt aber schnell. Die Bewerbung mit Lebenslauf, Tätigkeitsnachweisen und Zeugnissen muss nämlich bis morgen, 27. April, beim Kreis Herzogtum Lauenburg (Fachdienst Personal- und zentraler Service, Barlachstraße 2 in Ratzeburg) eingegangen sein.

Gleichstellungsbeauftragte in Schleswig-Holstein

Ein Menschenrecht: Neben Gewaltenkontrolle und Freiheit ist die Gleichheit der Menschen eine Grundidee der Demokratie. Gleichberechtigung zu verwirklichen zählt also zu den grundlegenden Zielen in der Politik eines demokratischen und sozialen Rechtsstaats.

Zur Verwirklichung dieses Grundrechtes hat das Land Schleswig- Holstein bereits 1994 das Gleichstellungsgesetz erlassen. Gleichstellungsbeauftragte (GB) sollen gesetzliche Maßnahmen zur Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst fördern und sicherstellen.

Gleichstellungsbeauftragte sind in Ausübung ihrer Tätigkeit fachlich weisungsfrei. Sie besitzen ein eigenes Informationsrecht, dürfen zur Aufgabenwahrnehmung Akten einsehen und sind an allen Angelegenheiten ihrer Dienststelle, die Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frauen und Männern haben können, frühzeitig zu beteiligen.

Das Aufgabenfeld einer GB ist vielseitig und hängt von den Aufgaben der Dienststelle ab. Ziel ist es jedoch immer, auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frau und Mann hinzuwirken.

Der rechtlichen Gleichstellung zum Trotz ist eine tatsächliche Gleichstellung noch lange nicht erreicht. Der Arbeitsmarkt und Führungspositionen sind männerdominiert, und auch die Bezahlung von Männern und Frauen ist nicht gleich.

Von Dorothea Baumm

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