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Lauenburg Mehr Mobilfunk für das Herzogtum Lauenburg
Lokales Lauenburg Mehr Mobilfunk für das Herzogtum Lauenburg
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16:48 24.01.2019
Ein Monteur arbeitet an eine Mobilfunkanlage. Im Lauenburgischen wird aufgestockt. Quelle: FOTO*: CHR. Spreer
Ratzeburg

Die Mobilfunkversorgung ist in Teilen des Kreises schlecht. Das soll sich in bis 2020 ändern. Die Anbieter haben angekündigt, 28 zusätzliche Sendemasten zu bauen. Das hat der Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann (CDU) mitgeteilt. Danach hätten zumindest Telekom und Telefonica/O2 auch mitgeteilt, in welcher Gemeinde.

„Die Ausbaupläne der Mobilfunkanbieter sind eine gute Nachricht für die Bürger im Kreis“, sagt Brackmann. Denn es würden nun die „letzten großen Lücken“ in der Mobilfunk-Versorgung geschlossen. Das werde in den Gebieten den Mobilfunk spürbar verbessern, so Brackmann. Ende 2020 sollen 99 Prozent der Haushalte mit Mobilfunk versorgt sein.

Netzabdeckung

Entscheidend für eine Netzabdeckung ist nicht allein der Standort eines Mastes, sondern vor allem die Ausrichtung der Sender und Empfänger. So wird bei Anlagen nicht immer jeder Sektor auch wirklich genutzt, so dass es nicht zwangsläufig eine „Rundum-Versorgung“ von jedem Sendemast aus gibt.

Informationen zur Netzabdeckung gibt es bei Vodafone unter www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html. In der Darstellung sei berücksichtigt, dass Topographie, Witterung und Vegetation dem Wirkungsradius der Mobilfunktechnik physikalische Grenzen setzen und damit nicht alle Kunden jederzeit besten Empfang haben, heißt es. Die Telekom verweist auf Infos unter www.telekom.de/schneller.

Landrat Dr. Christoph Mager unterstreicht die Bedeutung des Ausbaus: „Der bessere Ausbau der LTE-Versorgung ist gerade in den eher ländlichen Bereichen des Kreises unbedingt notwendig, damit beispielsweise telemedizinische Angebote auch tatsächlich funktionieren“, sagt Mager. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Bemühungen im Hinblick auf eine zukünftige 5G-Versorgung reduziert werden.

Am Rande der Wirtschaftlichkeit

Die Telekom plant nach den Angaben von Brackmann 17 neue Standorte im Herzogtum Lauenburg. Neue Mobilfunk-Anlagen sollen danach in Schnakenbek, Klempau, Grambek, Güster, Tramm, Hamwarde, dem Sachsenwald, Gross Sarau, Schmilau, Dalldorf, Koberg, Linau, Poggensee, Schönberg, Wentorf, Havekost sowie in Großensee mit einer bis ins Lauenburgische reichenden Abdeckung. „Dadurch wird sich insbesondere im ländlichen Raum die Mobilfunk-Versorgung deutlich verbessern. Viele Funklöcher werden so geschlossen“, sagt Norbert Brackmann.

Die Neubauten seien Teil einer Ausbauinitiative, die ausschließlich Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen und vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen bislang nicht versorgt worden seien, heißt es von der Telekom. „Mit diesen Standorten geht die Telekom weit bis an die Wirtschaftlichkeitsgrenze und in Teilen darüber hinaus.“ Voraussetzung dafür sei die Unterstützung bei der Genehmigung und Standortakquise durch die Gemeinden und den Kreis.

55 Standorte in Betrieb

Dabei verweist eine Telekomsprecherin darauf, dass sich „alle geplanten neuen Mobilfunkanlagen befinden sich in einem sehr frühen Planungsstadium“ befänden. „Wir suchen beziehungsweise haben zum Teil vermietbereite Eigentümer gefunden und der nächste Schritt ist die Abstimmung mit den beplanten Gemeinden hinsichtlich des konkreten Standortes“, heißt es weiter. Danach würde der Bauantrag gestellt. Dieses gelte ausdrücklich auch für die geplanten Standorte Schnakenbek, Hamwarde und Wentorf. Derzeit hat die Telekom im Kreis Herzogtum Lauenburg nach eigenen Angaben 55 LTE Standorte in Betrieb.

Telefonica/O2 habe im ländlichen Raum bislang nach Auskunft von Brackmann den größten Nachholbedarf in Sachen Mobilfunkversorgung. Bis Ende 2020 plane das Unternehmen deshalb, rund 20 neue LTE-Standorte aufzubauen. Auf dem Gebiet einiger Gemeinden sollen sogar zwei Masten installiert werden.

Vodafone verweist auf gute bestehende Versorgung

Die Anzahl je Standort habe Telefonica/O2 jedoch nicht bekannt geben können und wollen, da eine unternehmerische Entscheidung noch ausstehe, berichtet Brackmann. Telefonica/O2 plant danach in Lauenburg, Geesthacht, Wentorf, Dassendorf, Schwarzenbek, Aumühle, Schnakenbek, Hollenbek, Krummesse, Mustin, Groß Grönau neue Masten aufzustellen.

Vodafone verweist auf einen bereits „dank hoher Investitionen im zweistelligen Millionen-Bereich insgesamt guten Zustand“ des Netzes. „In den besiedelten Gebieten liefern die 47 vorhandenen Mobilfunkstandorte eine Outdoor-Versorgung von mehr als 99 Prozent der Bevölkerung im Kreis“, heißt es. An das LTE-Netz seien mehr als 97 Prozent angeschlossen. Außerdem habe man an „nahezu allen LTE-Stationen die Technologie LTE 800 aktiviert“.

Für die nächste Ausbaustufe bis 2020 habe Vodafone zehn LTE-Bauvorhaben geplant. Dabei werde man in sieben Gemeinden komplett neue Mobilfunk-Stationen bauen oder erstmals LTE-Technik an bestehenden Mobilfunk-Standorten installieren. Zudem würden an drei bestehenden LTE-Standorten zusätzliche LTE-Antennen angebracht, Gesamtinvestitionen rund 500 000 Euro.

Hinweis: In einer früheren Version hatten wir aufgrund der von Norbert Brackmann vorgelegten Informationen von nur einem neuen Vodafone-Mast geschrieben. Auf Nachfrage hat der Mobilfunkanbieter den Lübecker Nachrichten deutlich umfangreichere Ausbaupläne mitgeteilt.

Hintergrund

Im Juni 2015wurden die 4G-Frequenzen an die drei deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefonica/O2 vergeben. Dazu hat der Bund die Versorgungsauflage gegeben, dass bis Ende 2019 die drei Netzbetreiber eine 4G-Abdeckung von 98 Prozent der Haushalte erreichen müssen.

Im Juli 2018 fand in Berlin der Mobilfunk-Gipfel statt. Die deutschen Netzbetreiber sagten hier eine freiwillige 4G-Netzabdeckung von 99 Prozent nach Haushalten bis Ende 2020 zu.

Holger Marohn

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