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Lauenburg Militärisches Spektakel: Brückenschlag über die Elbe
Lokales Lauenburg Militärisches Spektakel: Brückenschlag über die Elbe
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17:34 01.12.2017
186 Soldaten aus Deutschland und England trainierten an der Elbe bei Schnakenbek den Bau einer amphibischen Brücke, die bis zu 70 Tonnen Last tragen kann. Quelle: Philipp Schulze/dpa
Schnakenbek

„Wir begehen hier die 40-jährige Partnerschaft der deutschen und britischen Kräfte“, berichtete André Burdich, Major und Pressestabsoffizier des Panzerpionierbataillon130 aus Minden. Dort sind beide Einheiten gemeinsam stationiert, zusammen übernehmen sie innerhalb der Nato eine wichtige Aufgabe. „Wir sind innerhalb der Nato einzigartig, denn wir verfügen über die einzigen Amphibien dieser Art“, sagt Burdich.

In den frühen Morgenstunden des 29. April 1945 begann am Elbufer bei Schnakenbek die „Operation Enterprise“: Britische Truppen setzten von Artlenburg aus zum Glüsinger Grund über und kämpften von dort aus im südöstlichen Schleswig-Holstein gegen deutsche Truppen. Einige Tage später war der Zweite Weltkrieg beendet. In den vergangenen Tagen trainierten Soldaten aus Deutschland und Großbritannien Seite an Seite den Bau einer amphibischen Brücke über den Fluss an geschichtsträchtiger Stelle.

26 Tonnen wiegen die Spezialfahrzeuge. Sie fahren an Land und schwimmen im Wasser. Drei Mann Besatzung sind an Bord – der Landfahrer für die Fahrt auf Rädern, der Wasserfahrer am Ruder und der Rüstmann, der hilft, die einzelnen Amphibien zu verbinden.

Aus 24 Amphibien errichteten die Pioniere innerhalb weniger Minuten drei Tage lang immer wieder eine 241 Meter breite Brücke von Ufer zu Ufer. Am Deich in Artlenburg fuhren die Fahrzeuge ins Wasser, jeweils vier oder fünf schlossen sich dann zu Fähren zusammen, diese Fähren wurden dann aneinandergekoppelt und zu einer Brücke verbunden. Für die Schifffahrt war der Fluss stundenweise mehrfach gesperrt.

Burdich sagt: „Unsere Brücke bietet die höchste Lastenklasse, kann mit unserem schwersten Panzer, dem Leopard II A 7, befahren werden.“ Der wiegt immerhin 70 Tonnen. Während eines großen Nato-Manövers 2016 in Polen wurde die Verlegung eines amerikanischen Verbandes trainiert, die Einheiten aus Minden bauten in Weltrekordzeit die längste amphibische Brücke, die von 1000 Fahrzeugen passiert wurde.

186 Soldaten, darunter 35 Engländer, zeigten gestern auch vor den Augen von Drei-Sterne-General Carsten Jacobson, dem Kommandeur Einsatz des Heeres, ihr Können. Zahlreiche Schaulustige auf beiden Ufern wohnten ebenfalls dem Spektakel bei.

Jeweils zwei Hydrojetantriebe ermöglichen den Amphibien, dass sie sich um 360 Grad drehen können. „Die Fahrzeuge sind extrem flexibel und mobil“, sagt Burdich. Entweder können die Amphibien direkt miteinander oder über seitliche Rampen verbunden werden. Meistens üben die Einheiten bei Minden auf der Weser. An der Elbe waren sie zuletzt anlässlich der Partnerschaft zum 20-jährigen Bestehen 1997 aktiv.

Major André Burdich sagt: „Grundsätzlich würden wir die Brücke dort bauen, wo sie nötig ist.“ Wegen des Konflikts in der Ukraine wurde zuletzt das Manöver „Anakonda 16“ in Polen mit eben diesem Brückenschlag an der Weichsel veranstaltet.

„Wir sind total zufrieden, die Aufgabe hier an der Elbe wurde professionell gelöst“, sagt Burdich. An den Ufern der Elbe kehrt nach drei turbulenten Tagen jetzt wieder Ruhe ein.

Briten marschierten im Herzogtum Lauenburg ein

Nach der Querung der Elbe am 29. April 1945 in den Morgenstunden wurde schon am Vormittag Lauenburg besetzt. Die Engländer rückten in Richtung Krüzen, Lütau und Basedow vor. Unterstützung bekamen sie von schottischen Einheiten. Die traten tags darauf zum Angriff auf Lütau an. Bei Basedow gab es den letzten konzentrierten Gegenangriff der deutschen 245. Infanterie-Division auf den britischen Brückenkopf. Am 1. Mai wurde Witzeeze eingenommen, den ganzen Tag zogen sich Kämpfe um den Büchener Bahnhof hin. 166 deutsche Soldaten wurden in Kriegsgefangenschaft genommen. Am Morgen des 2. Mai setzten die britischen Truppen, die im Lauenburgischen nicht aufzuhalten waren, zu ihrem Vormarsch auf Lübeck an. In der Hansestadt wurde kein Widerstand geleistet. Am 8. Mai erfolgte die bedingungslose Kapitulation Deutschlands.

 Timo Jann

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