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Lauenburg Millionen-Zuschuss sichert Zukunft
Lokales Lauenburg Millionen-Zuschuss sichert Zukunft
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20:58 10.04.2017
Klinik-Geschäftsführer und ärztlicher Direktor Dr. Andreas Schmidt in einem OP-Raum des DRK-Krankenhauses Mölln/Ratzeburg. Künftig wird der OP-Bereich als oberstes Stockwerk im neuen Erweiterungsbau angesiedelt sein. Quelle: Fotos: Wiemer

Man kennt das: Im Auto ist der Aschenbecher voll und klemmt beim Herausnehmen – und eine Woche später steht das neue Auto in der Garage. So ähnlich ist es jetzt beim DRK-Krankenhaus Mölln/Ratzeburg gelaufen. Eigentlich hätte nur die Klimaanlage im Operationssaal erneuert werden müssen. Dieses Faktum hat weitere Überlegungen ausgelöst, Planungen und Gespräche mit höchsten Stellen nach sich gezogen – und nun bekommt das Krankenhaus ein komplettes neues Stockwerk mit einem neuen OP-Bereich. Ein Zuschuss aus Kiel in Höhe von 3,5 Millionen Euro macht’s möglich.

DRK-Krankenhaus Mölln/Ratzeburg kann dringend nötige OP-Erweiterung jetzt realisieren.

„Das sichert die Zukunft des Hauses und der Arbeitsplätze." Dr. Andreas Schmid, ärztlicher Direktor

In dem Zuschuss der Landesregierung steckt auch eine Beteiligung des Kreises, insgesamt müssen die Krankenhausträger noch einmal 4,6 Millionen zusätzlich aufbringen, um das Vorhaben zu realisieren.

„Ja, es ist tatsächlich alles ziemlich nach Wunsch gelaufen“, erklärt der ärztliche Direktor Dr. Andreas Schmid, der gleichzeitig als Geschäftsführer des Klinikbetriebs fungiert. Vor etwa einem Jahr hat er das Konzept für eine Erweiterung im Kieler Sozialministerium vorgestellt, jetzt kam das grüne Licht. „Das ist angesichts der Verteilungskonkurrenz und der knappen Mittel für die Krankenhausfinanzierung ein Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sein können“, betont Dr. Schmid.

Das Problem OP-Bereich habe Klinikleitung und Personal schon lange Sorgen bereitet, beschreibt der Klinikleiter die Situation. Hinsichtlich der geltenden Norm für die OP-Größe sei man in dem Ratzeburger Haus bereits 30 Prozent unter Soll. Hinzu kämen andere räumliche Unzulänglichkeiten in dem über 30 Jahre alten Gebäudeteil, wie etwa die Lage von OP und Aufwachraum. Die sei so ungünstig, dass durch bestimmte Erfordernisse, etwa im Bereich der Hygiene, mehr Zeitaufwand als üblicherweise nötig geleistet werden müsse. Letztlich wirkten sich die widrigen gegenwärtigen Verhältnisse ungünstig auf die organisatorischen Abläufe, personellen Erfordernisse und damit insgesamt auf die Wirtschaftlichkeit aus.

Der neue OP-Bereich soll nun auf den bereits geplanten Erweiterungsbau oben drauf als weiteres Stockwerke gesetzt werden und liegt dann räumlich günstig über der Intensivstation. Wenn alles weiter nach Plan läuft, schätzt Dr. Schmid, könne in der zweiten Hälte 2018 mit dem Bau begonnen werden. Mit der Fertigstellung rechnet der Klinikschef etwa eineinhalb Jahre später. Der alte OP-Bereich wird dann später weiter für den Zentraleinkauf genutzt.

Diese Modernisierung stelle einen wichtigen Schritt für die Zukunftssicherung des Krankenhauses und die Sicherung von Lebensqualität und Gesundheitsversorgung im Kreis Herzogtum Lauenburg dar, betont Dr. Schmid.

Unter den 100 Besten

Das DRK-Krankenhaus Mölln/Ratzeburg beschäftigt 560 Menschen. Mit seinen etwa vier Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaftet es schwarze Zahlen.

Träger der Klinik sind der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein (50,2 Prozent), die Stadt Mölln (40,2 Prozent) und der DRK-Kreisverband Herzogtum Lauenburg (9,6 Prozent)

Die Einrichtung ist akademisches Lehrkrankenhaus des UKSH und zählt im Qualitätsranking zu den 100 besten öffentlich-rechtlichen Einrichtungen bundesweit.

 Matthias Wiemer

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