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Millionenhilfe für Lauenburger Aufbau

Lauenburg Millionenhilfe für Lauenburger Aufbau

Insgesamt 22,4 Millionen Euro bekommt die Stadt Lauenburg, um die Hochwasserschäden von 2013 zu beseitigen. An den kleineren Baustellen arbeitet das Stadtentwicklungsamt schon und finanzierte vor.

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Bodenwüste in der Lauenburger Altstadt: Am Großen Sandberg begann die Stadt bereits mit der Erneuerung der Straßendecke und hob dazu den Weg etwa 50 Zentimeter aus.

Quelle: Fotos: Sen

Lauenburg. Die Überflutung Lauenburgs vor drei Jahren richtete Schäden in Millionenhöhe an. Um diese zu beheben, bekam die Stadt nun den Bewilligungsbescheid für die „Wiederaufbauhilfe“ in Höhe von 22,4 Millionen Euro. Mit diesem Scheck im Rücken können sich die Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamtes den beiden großen Baustellen widmen: In der Altstadt entstanden Schäden in Höhe von 10,7 Millionen Euro und das Industriegebiet soll für 6,7 Millionen Euro saniert werden.

LN-Bild

Insgesamt 22,4 Millionen Euro bekommt die Stadt Lauenburg, um die Hochwasserschäden von 2013 zu beseitigen – An den kleineren Baustellen arbeitet das Stadtentwicklungsamt schon und finanzierte vor.

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„Wir brauchen noch Jahre, um die Stadt komplett wieder aufzubauen“, sagt Bürgermeister Andreas Thiede. Durch die Wassermassen in den Straßen der Lauenburger Altstadt beim Hochwasser von 2013 wurden Straßendecken aufgeweicht, Gebäudefassaden zerstört und Teile der Kanalisation wie ein Schwamm zusammengedrückt. Die Straßenzüge sollen nun erneuert, neue elektrische Leitungen verlegt und die unterirdischen Rohre ausgebessert werden.

„Ich hoffe, wir sind bis Mitte der 20er Jahre fertig. Vom Amtsplatz bis zur Elbstraße haben wir noch viel zu tun“, sagt Reinhard Nieberg, Leiter des Lauenburger Stadtentwicklungsamtes. Auf einem Rundgang durch die Altstadt sind Bauzäune, Pflastersteine und Rohre zu sehen. So ist der Altstadtkiosk an der Elbstraße noch umzäunt, hat aber bereits eine neue Stützmauer. Das Gebäude gehört der Stadt, die schon den Platz vor dem Kiosk und die kleine Treppe vom Elbufer dahin neu gepflastert hat. Die Arbeiten zur Erneuerung der überschwemmten Küche, der aufgeweichten Außenanlage und -fassade können durch die Mittel aus dem Topf „Wiederaufbauhilfe“ bezahlt werden. „Die Stadt ging bei kleineren Baustellen wie dieser in Vorfinanzierung, bekommt den Betrag nun zu 100 Prozent aus der Wiederaufbauhilfe zurück“, sagt Nieberg.

Weiter den Elbhang am großen Sandberg hinauf, laufen Fußgänger über eine Bodenwüste. Die Straßendecke fehlt. Die Stadt baut hier eine neue und saniert die Gehwege gleich mit. „Warum sollten wir noch mal die Straßen aufreißen, wenn wir jetzt mit dem Wiederaufbau auch gleich die kaputten Gehwege mit machen können?“, fragt Alois Wartenberg vom Stadtentwicklungsamt. Allerdings dürfen diese Arbeiten nicht über die „Wiederaufbauhilfe“ bezahlt werden.

„Vor allem in der Altstadt und im Industriegebiet sind die Schäden hoch“, sagt Christian Asboe aus dem Stadtentwicklungsamt. Das Wasser stand dort etwa knietief und weichte die Straßenzüge auf.

„Durch die schweren Helferfahrzeuge gingen die unterirdischen Kanäle in die Knie“, erklärt Nieberg. Dort müssen nun Rohre ausgebessert werden. Solche Kollateralschäden, die nicht direkt durch das Hochwasser, viel mehr durch die Helfer und Beseitigung des Wassers entstanden, dürfen auch aus den Bundesmitteln finanziert werden. „Außerdem wurde das alte E-Werk an der Palmschleuse stark beschädigt“, zählt Asboe weiter auf. Es werde über den Wasser- und Bodenverband Delvenau-Stecknitzniederung repariert.

Zehn kleinere Schäden, die durch das Hochwasser von 2013 entstanden, wurden bereits behoben: „Der Bau am Sportplatz der Albinusschule ist abgeschlossen“, sagt Bürgermeister Thiede. Dort wurden damals die evakuierten Altstadtbewohner untergebracht. Außerdem behob die Stadt die Versackung am Schüsselteich, besserte das durch die Einsatzfahrzeuge beschädigte Pflaster am Amtsplatz aus, und das Museum bekam eine neue Pumpe. „Zwölf Baustellen stehen kurz vor der Fertigstellung“, sagt Asboe. Als nächstes solle die Straße Fürstengarten fertig werden. „Wir hoffen bis zum Weihnachtsmarkt“, sagt Wartenberg.

Beim Beheben der Schäden heiße das Zauberwort „hochwasserangepasste Schadensbeseitigung“, so Nieberg. Das heißt, die Stadt bessert Schäden des vergangenen Hochwassers aus und rüstet die Infrastruktur langfristig für Hochwasser, wie das in 2013 mit einer Wasserhöhe von 9,60 Metern. „Wir müssen also Wiederaufbau und Hochwasserschutz zusammen bringen. Beide Ziele zu verknüpfen, wird unser nächster Schritt sein“, sagt Nieberg. Zum Beispiel, wenn es um die Stromversorgung geht: Hochwasserangepasst stellte die Stadt schon einen Trafo am Kuhgrund auf. Dass sich Stadtplanung, Versorgungsbetriebe und Tiefbau dabei nicht ins Gehege kommen, sei eine Herausforderung für das kleine Bauamt, meint er.

Zu verschwommen sollten die Bereiche bei der Planung nicht werden. Der Bewilligungsbescheid macht die Grenze deutlich: Die Neugestaltung der Elbuferpromenade für 260000 Euro wurde für die Wiederaufbauhilfe abgelehnt, weil sie schon im Hochwasserschutz eingeplant ist.

Aufbau und Schutz

Zum Wiederaufbau von privaten Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur stellt der Bund insgesamt acht Milliarden Euro bereit. Dieses Geld heißt „Wiederaufbauhilfe“ und soll Städte und Gemeinden, die 2013 überflutet wurden, wieder flott machen.

Mit dem Topf „Hochwasserschutz “, der zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte vom Land Schleswig-Holstein gespeist wird, hat die „Wiederaufbauhilfe“ nichts zu tun. Mit dem „Hochwasserschutz“ werden nur langfristige Schutzmaßnahmen, wie die Erneuerung der Uferpromenade, bezahlt.

Die Stadt Lauenburg bewarb sich mit 30 Einzelanträgen für die „Wiederaufbauhilfe“. Drei davon wurden abgelehnt, zwei zog sie selbst zurück. Insgesamt 22,4 Millionen Euro bekam Lauenburg, um die Schäden des Hochwassers an der öffentlichen Infrastruktur zu beheben. Zuschüsse für den Hochwasserschutz sind noch nicht bekannt.

 Stefanie Ender

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