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Lauenburg Millionenumbau der Stiftung: Neue See-Heizung in Arbeit
Lokales Lauenburg Millionenumbau der Stiftung: Neue See-Heizung in Arbeit
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21:54 09.01.2018
Die Sanierung des Stadthauptmannshofes, Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg, wurde in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen. Quelle: Fotos: Grombein
Mölln

„Das Projekt ist sehr innovativ. Deshalb sind wir damit in die Bundesförderung gekommen“, sagt Wolfgang Engelmann, Vizepräsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Für die neue Wärmeversorgung wird der Stadtsee genutzt. „Wir holen das Wasser aus dem See und speisen mit dem neuen System alle vier Gebäude mit Wärme“, berichtet Engelmann. Dem Wasser des Stadtsees soll mit Hilfe einer innovativen Wasser-Wärmepumpe Energie abgezapft werden. Die Mindesttemperatur des Wassers muss dafür mindesten vier Grad Celsius betragen. Dazu wird eine Technikzentrale in einem Stallanbau der Remise untergebracht. Darin wird Wasser für die Heizkörper aufbereitet.

Für über eine Million Euro lässt die Stiftung Herzogtum Lauenburg derzeit den Stadthauptmannshof sanieren. Energetische Maßnahmen an Fenstern und Dach des Gebäudeensembles aus dem 13. Jahrhundert sind bereits abgeschlossen. Fehlen noch Fahrstuhl und „Stadtsee-Heizung“.

Der Stadthauptmannshof wurde bereits 2015 in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen und erhält für die seit langem geplante energetische Sanierung 600000 Euro, also zwei Drittel der Kosten, die 900 000 Euro betragen. Der Anteil der Stiftung beträgt 200 000, der Anteil der Stadt Mölln 100 000 Euro. Doch bei diesen Kosten bleibt es nicht.

Die Finanzierung der Sanierung sei trotz toller Fördersummen nicht einfach, so Engelmann. Denn die Stiftung leide wie alle anderen Stiftungen darunter, dass das Stammkapital seit Jahren nur niedrig verzinst werde. Für den Einbau des Fahrstuhls und unter anderem die Sanierung der Sanitäranlagen muss die Stiftung zusätzlich sorgen. Der Sanitärbereich wird saniert und um ein barrierefreies WC ergänzt. Die Kosten steigen damit insgesamt auf deutlich über eine Million Euro.

Das für die Möllner Stadtgeschichte herausragende Gebäude-Ensemble Stadthauptmannshof wurde in den 1980er Jahren denkmalgerecht saniert und durch einen modernen Erschließungsbau erweitert. Das Gebäude wurde von der „Bauwerk Architekten und Ingenieurgesellschaft“ aus Mölln bereits weitgehend den modernen Energiestandards angepasst. „Mit größter Sorgfalt haben wir dafür alte Baumaterialien mit moderner Energieversorgung kombiniert. Dafür wurden die Fachwerkgiebel mit Lehmbaustoffen gedämmt und die Hohlräume in den Decken geschlossen“, heißt es auf der Homepage der Architekten.

Alle Leitungen für das neue Heizungssystem sind bereits auf dem Hof verlegt. Ein Radlader schiebt derzeit Erde und Kies zur Seite. Nun soll es am See weitergehen, was aufgrund der frostigen Temperaturen vorerst schwierig wird. Doch es liegen bereits Bauteile am Ufer. An den Erschließungsbau wird der besagte Aufzug mit besonders niedriger Überfahrt angesetzt. „Wir wollen zumindest diesen Gebäudeteil barrierefrei gestalten“, erklärt Engelmann.

Die Remise des Ensembles ist ebenfalls umgebaut worden. Das Gebäude heißt nun „Kulturremise“. Es ist ab sofort möglich, dort kleinere Veranstaltungen in intimerer Atmosphäre abzuhalten. Im gemütlichen Stuhlkreis mit Blick auf dem See sind Seminare denkbar. Weiterer Räume der Remise sind mit Skizzen und Skulpturen des Künstlers Karlheinz Goedtke eingerichtet. Engelmann: „Wir haben die Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und der Tochter des Künstlers vertieft.“

 Von Florian Grombein

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