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Lauenburg Mit „Akaraka tschi“ zum Glück
Lokales Lauenburg Mit „Akaraka tschi“ zum Glück
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20:48 30.10.2013
In drei Workshops vermittelte der Afrikaner in Mölln den geistig behinderten Schülern die Kunst des Trommelns. Viele der Kinder machen begeistert mit. Quelle: Fotos: Silke Geercken

„Akaraka tschi“ und „Daa, daa, gidi, gidi“ — seltsame Laute, die gestern in der Turnhalle der Steinfeldschule zu hören waren. Aber sie verbreiteten offensichtlich Spaß. Zum zweiten Mal war ein Musikprofessor aus Afrika gekommen, um mit den Kindern zu trommeln und für sein Straßenkinder-Projekt in Ghana zu sammeln.

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In drei Workshops vermittelte der Afrikaner in Mölln den geistig behinderten Schülern die Kunst des Trommelns. Viele der Kinder machen begeistert mit.

Masterdrummer Morphius Eurapson-Quaye aus Winneba, emeritierter Professor, der unter anderem mit der Bremer Philharmonie musizierte, reist jedes Jahr mehrere Wochen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, um Kindern, Lehrern und Musikpädagogen Trommelrhythmen aus seiner Heimat näher zu bringen. „In Afrika ist Musik zu 60 Prozent Gefühl und kommt aus dem Herzen. Deshalb ist der Rhythmus für Kinder schnell zu erlernen“, sagt der 65-Jährige, der seinen Ruhestand nutzt, um sein 2003 gegründetes Projekt zu unterstützen.

In der von Morphius gegründeten Schule können junge Menschen eine kostenlose Ausbildung bekommen. „Wir geben den Jugendlichen Zukunft. Sie haben sonst nichts, verbringen die Tage mit Kartenspielen“, sagt er.

Auch in der Steinfeldschule, einer Schule für geistig Behinderte, war seine Begeisterung ansteckend. Die Schüler trommelten auf ihren Körpern und auf 20 Trommeln, klatschten den Rhythmus, sangen „Akaraka tschi“ — und waren glücklich. Nebenbei lernten sie auch noch einige Worte Englisch, die Kommunikation klappte ausgezeichnet. Nach den Kindern durften sich die Lehrer der Steinfeldschule und des Möllner Gymnasiums in einem eigenen Trommelworkshop von der guten Laune des Masterdrummers anstecken lassen. Die Kosten für den Workshop hatten die Schüler selbst erwirtschaftet: in ihrem „Tuesday Café“. Dienstags gibt es gegen einen kleinen Obolus selbstgemachtes Frühstück. Ein kleiner Beitrag dazu, die Steinfeld-Schüler auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Emeritierter Professor aus Afrika
Mister Morphius Eurapson-Quaye aus Winneba/Ghana ist ehemaliger Professor für traditionelle afrikanische Musik und hat an der Universität in Winneba gelehrt. Nebenbei hat er das „Centre of Talent Expression“ aufgebaut, das immer weiter wächst.

Der König Ghanas hat das Zentrum offiziell eingeweiht. Um diese Ausbildungsstätte zu finanzieren, gibt Morphius jedes Jahr Trommelworkshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz und bekommt dafür Spenden. Seine Lebensfreude und seine gute Laune übertragen sich automatisch auf die Teilnehmer.

Silke Geercken

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