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Lauenburg Mit Bodenschutz aus der Arbeitslosigkeit
Lokales Lauenburg Mit Bodenschutz aus der Arbeitslosigkeit
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20:22 30.03.2016
Von der Arbeitslosigkeit zum Dienstleister mit einem praktischen Produkt: Die Firma MBS liefert und installiert moderne Schwerlastböden, auf denen sogar Hubschrauber landen können. Torsten Schmitt (v. l., 46), Ehefrau Daniele Schmitt (47) und Geschäftspartner Sven Jannke (48). Quelle: Fotos: Grombein, Mbs/hfr

Torsten Schmitt und seine Frau Daniele standen noch vor einem Jahr vor dem Nichts. Die Firma, für die sie jahrelang tätig waren, musste aus wirtschaftlichen Gründen alle Mitarbeiter entlassen. Doch schnell war dem Ehepaar klar: Wir wollen nicht in der Arbeitslosigkeit stecken bleiben, sondern nehmen unser Schicksal selber in die Hand. Mit einer mutigen Idee gründeten sie zusammen mit dem ehemaligen Kollegen Sven Jannke, der ihr Schicksal teilte, die Firma MBS — mobiler Bodenschutz. Sie vermieten oder verkaufen seitdem mobile Böden für kommerzielle Events, private Feste oder Camping. Die Idee kommt aus Großbritannien. Im Stecksystem lassen sich auf unwegsamem Gelände feste Wege und Flächen aufbauen, die sogar Lastern mit einer Achslast von 40 Tonnen standhalten. Außerdem lassen sich mit den Schwerlastböden sogar mobile Hubschrauberplätze einrichten. Zu den Kunden gehören seitdem der NDR oder etwa die Allianz-Arena bei Fußballspielen. Für die mobilen Böden aus England besitzen die Möllner das Vertriebsrecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Spezialfahrzeuge für unebenes Gelände bieten viele Firmen an — ein Unternehmen aus Mölln liefert jetzt strapazierfähige Böden zum Kunden — Dabei wird ein Acker schnell zur befestigten Straße.

„Das Prinzip ist so einfach wie Lego“, erklärt Torsten Schmitt und lächelt. Er steckt gerade zwei der wabenförmigen „I-Trac“-Teile ineinander und verriegelt sie mittels des dazu passenden Schlüssels.

Innerhalb von wenigen Minuten steckt er auf diese Weise eine stabile, viele Quadratmeter große Fläche zusammen. Von diesem Produkt waren Schmitt und sein Partner Sven Jannke so überzeugt, dass sie einen Weg aus der Arbeitslosigkeit sahen.

„Ich habe damals alles versucht“, so Schmitt. Existenzgründerseminare, Beratungen beim Arbeitsamt und diverse Behördengänge gingen der Gründung seiner Firma voran. Schließlich konnte er mit seinem Konzept und den Geschäftskontakten aus der alten Firma sogar die Banken davon überzeugen, die Idee finanziell zu unterstützen. Im September 2014 wurden die Drei arbeitslos und im April 2015 bekam die Firma MBS bereits den Eintrag im Gewerberegister.

„Unser Geheimnis ist das geringe Eigengewicht der Elemente in Kombination mit einer optimalen Lastenverteilung“, erklärt der Chef. Im Angebot haben die Möllner drei verschiedene Arten von Böden, die für Veranstaltungen jeglicher Art an fast jedem beliebigen Ort aufgebaut werden können. Gerade auf unebenen Grasflächen. Das Gute: Der Rasen unter den Bodenelementen wird dabei nicht zerstört.

Schmitt und sein Team haben dabei schon für den NDR bei der Veranstaltung „Stars on Tour“ im Brügmanngarten in Travemünde eine Zuwegung für schwere Laster installiert. „Die Grassohle wurde dabei nicht beschädigt“, berichtet Schmitt. Gleiches galt, als die Firma den Zuschauerbereich der Allianz-Arena, Heimat des FC Bayern München, erweiterte und den heiligen Rasen schützen wollte. Das klappte offenbar hervorragend. „Seitdem werden wir regelmäßig drei bis vier Mal im Jahr dort gebucht“, berichtet Schmitt. Auch beim Bau von Windkraftanlagen werden die Untergründe aus Mölln gemietet. Ein weiterer Vorteil: „Durch Rampenelemente wird der Boden für Events barrierefrei — also auch für Rollstuhlfahrer befahrbar.“

Zur Verfügung stehen drei Bodenarten aus Kunststoff: I-Trac für schwere Lasten und Lkw, S-Trac für Events wie Konzerte und Tanzveranstaltungen sowie die leichte Variante R-Trac, die vor allem als Untergrund für Camper mit Wohnwagen und Wohnmobilen geeignet ist. Bei der zu vermietenden Fläche sind die Möllner sehr flexibel. „Wie sind ein kleines Team und alle packen mit an“, sagt Ehefrau Daniele. Die 47-Jährige kümmert sich um die Buchhaltung bei MBS. Doch wenn es zu den Kunden geht, packt sie auch schon mal mit an und baut die Böden auf. Sven Jannke kümmert sich genau wie Torsten Schmitt um die Akquise. Nun wollen die drei den Bereich für Privatkunden ausbauen. Denn mit den mobilen Böden für Camper rechnen sie sich gute Geschäftserfolge aus. „Wir bieten im Augenblick ein Frühjahrsangebot an“, erklärt Schmitt.

Die Firma MBS befindet sich im

Zeppelinweg 3, ☎ 04542/8690070.

Bodenschutzarten

Das Bodenschutzsystem I-Trac Schwerlastboden ist der perfekte Bodenschutz für Baustellen aller Art. Er lässt sich bei einem Bodengefälle von bis zu 25 Grad auf 50 Meter verlegen.

Geeignet ist er für Erdboden, Kies, Sand, Gras und Rasen.

Supa-Trac Eventboden kann bei Bedarf rollstuhlgerecht mit Auffahrrampen versehen werden. Er ist als mobiler Hubschrauberlandeplatz, Zeltboden sowie Messeboden, Hallenboden und Parkplatzboden geeignet und ergibt dadurch sichere Laufwege und Standflächen.

Rola-Trac Zelt- und Campingboden ist das leichteste Material. Egal ob das Vorzelt vom Caravan oder dem Wohnmobil, Zelte/ Großraumzelte für Feiern oder Veranstaltungen, Gehwege, Außenwerbeflächen oder etwa Messestände ausgelegt werden.

• Quelle: www.mbs-moelln.de

Von Florian Grombein

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