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Lauenburg Mit Dämmen und Wänden gegen die Flut
Lokales Lauenburg Mit Dämmen und Wänden gegen die Flut
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18:12 10.03.2016
Bereits abgeschlossen ist die Erhöhung der erst 2010 gebauten mobilen Schutzanlage an der Palmschleuse.

Lauenburg Mehr als sechs Kilometer ist die Schutzlinie an der Elbe in Lauenburg lang. Sechs Kilometer, die im Ernstfall nicht nur über das Schicksal der Lauenburger Altstadt und das der Firmen im Lauenburger Industriegebiet entscheiden, sondern auch alle Orte im Gebiet der Delvenau-Niederung bis hoch hinauf nach Büchen. Bricht der Schutzwall nur an einer Stelle, könnte die Altstadt oder bis zu 19 Quadratkilometer im Hinterland im Elbewasser versinken. Durch eine Verstärkung von Deichen und mit teils mobilen Schutzwänden mit einer durchgängigen Höhe von elf Metern soll das verhindert werden. Frühestens 2019 soll der Schutzwall stehen — für fast 34 Millionen Euro. Doch nicht überall laufen die Vorbereitungen rund.

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Bereits abgeschlossen ist die Erhöhung der erst 2010 gebauten mobilen Schutzanlage an der Palmschleuse.

Palmschleuse

Die Erhöhung der erst 2010 gebauten Schutzwand aus Dammbalken um einen Meter auf elf Meter ist abgeschlossen. 400000 Euro haben die Arbeiten von Juli bis Oktober gekostet. Probleme gibt es noch bei der Suche nach einem Standort für die drei Container mit den Elementen der mobilen Schutzwand.

Schöpfwerk

Die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung des etwa 1968 gebauten Schöpfwerkes haben begonnen. Die Ausschreibung musste mehrfach wiederholt werden, weil keine verwertbaren Angebote eingereicht wurden. Das hat die Kosten von 1,4 auf 1,8 Millionen Euro steigen lassen.

Bahndamm

Nach dem Baubeginn im September ruhen die Arbeiten im Bereich des Bahndamm derzeit. Der Grund: Trotz vorheriger negativer Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Lauenburg wurden beim Baggern zwei Kommunikationskabel entdeckt, ein anderes von der Bahn gemeldetes war hingegen nicht vorhanden. „Das ist bitter und ärgerlich“, sagt Hanke Lüdemann, Fachdienstleiter Wasserschutz beim Kreis.

Immerhin dauere es etwa drei Monate bis ein Ersatz für die komplizierten Kommunikationskabel gefertigt sei. Außerdem werde diskutiert, wer die Kabel umlegt und die Kosten trägt. Die geschätzten Kosten steigen von 200000 auf 300000 Euro.

Elbe-Lübeck-Kanal

Der Planungsauftrag für den Bereich des Elbe-Lübeck-Kanals mit der Schleuse, Bahndamm und dem Stecknitzdeich ist vergeben. Doch es gibt Probleme mit der Bahn, dem Wasser- und Schifffahrtsamt und dem Denkmalschutz. „Wir planen hier eine Schutzanlage zwischen zwei denkmalgeschützten Gebäuden. Das ist eine Herausforderung“, sagt Lüdemann. Auch müsse noch geklärt werden, auf welcher Seite der Gleise der Schutz gebaut werde. Möglicherweise könne erreicht werden, dass die Bahn künftig auch bei Hochwasser weiterfahren könne. Ebenfalls sei noch nicht geklärt, ob ein Deich oder eine Schutzwand gebaut werde. Bis Ende Mai sollen die Planungen abgeschlossen sein. Derzeit wird von Kosten in der Höhe von einer Million Euro ausgegangen.

Hafenstraße

Die Vorplanungen für den Bereich der B 209 parallel zum Elbe-Lübeck-Kanal sind abgeschlossen. Nach Berichten des Wasser- und Bodenverbandes wird nun auch die Marina in das Schutzkonzept mit einbezogen. In diesen Tagen soll nun die Vergabe der konkreten Planungen erfolgen. Die Baukosten werden auf eine Million Euro geschätzt.

Hitzlerwerft

Für den Bereich zwischen Hitzlerwerft und Ruferplatz werden allein die Planungskosten auf 400000 Euro geschätzt. Ein Volumen, das allein schon für die Planung ein EU-weites Ausschreibungsverfahren erfordert. Es soll ebenfalls in diesen Wochen, die eigentlichen Planungen dann bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Der Baubeginn wird für 2019 erwartet — mit einem Volumen von 9,5 Millionen Euro.

Immer höher — Elbhochwasser im Laufe der Jahre

8,70 Meter hoch stand die Elbe beim „Jahrhundert-Hochwasser“ im Sommer 2002. Nur mit Mühe konnte der Bruch des maroden Elbdeiches, der das Industriegebiet in den Auen und Söllerwiesen schützen sollte, verhindert werden.

Die Katastrophenhelfer mussten schon zwölf Monate später erneut in Lauenburg ran. Im Jahr 2003 erreichte der Wasserstand 8,60 Meter.

Es folgten in den weiteren Jahren noch weitere Rekordstände: 2006 stand das Wasser bei 9,11 Meter, im Januar 2011 sogar bei 9,23 Meter.

Nur Deichbrüche im Oberlauf der Elbe bei Klein Rosenberg (Saale-Elbe-Winkel) und Fischbeck (Elbe-Havel-Winkel sorgten im Juni 2013 dafür, dass das Elbhochwasser in Lauenburg bei 9,60 Meter stehen blieb. Prognostiziert waren zehn Meter. Damit war es der zweithöchste jemals in Lauenburg gemessene Wasserstand. Am 20. März 1855 stand die Elbe mit 9,89 Metern noch höher: ausgelöst durch einen Eisversatz.

Von Holger Marohn

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