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Lauenburg Mit Fackeln und Lichtern zum Friedensgebet in Lauenburg
Lokales Lauenburg Mit Fackeln und Lichtern zum Friedensgebet in Lauenburg
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20:05 19.12.2015
Vom Friedhof an der Bundesstraße 209 ging es mit Lichtern zur Kirche in der Altstadt. Rund 80 Bürger marschierten mit.

Rund 250 Bürger haben am Freitag in der Maria-Magdalenen-Kirche in Lauenburg ein Zeichen gesetzt: Sie wollen Frieden für alle Menschen, gleich welcher Religion sie angehören. Zum interreligiösen Friedensgebet hatten sich die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde und der moslemischen Gemeinde in Lauenburg versammelt. Gut anderthalb Stunden dauerte die ungewöhnliche Begegnung, in der abwechselnd Pastor Till Karnstädt-Meißner, Imam Vehbi Demirci sowie Jugendliche beider Glaubensrichtungen Gebete und Fürbitten sprachen.

Die Initiatoren waren Ferdinand Soethe und Yildiz Frühauf, und es war beachtlich, wie viele Menschen sich Zeit für diese relativ spontane Begegnung genommen hatten. Ein Novum und im Kirchenkreis wohl erstmalig. „Wir wollen heute für den Frieden beten. Ein jeder zu seinem Gott und nach der Tradition seiner Religion. Und doch gemeinsam, denn wir alle wünschen uns, dass endlich Frieden wird“, sagte Soethe in der Begrüßung. Imam Demirci sprach Türkisch, die Zuhörer hatten die Übersetzung. „In keiner Glaubensrichtung existiert Nationalismus oder ein Feindbild, sondern nur Brüderlichkeit. Bei der Begegnung von Moslems und Christen sollte Nächstenliebe an erster Stelle stehen“, sagte er. Pastor Till Karnstädt-Meißner griff den Faden auf. „Mich bewegen die Worte sehr, die der Imam gerade gesprochen hat, und ich kann mich nur anschließen. Auf dieser einen Erde können wir Frieden nur gestalten, wenn wir bereit werden, miteinander zu leben, aufeinander zugehen und lernen, miteinander umzugehen.“

Im Wechsel folgen Koran- und Bibellesungen, dann einige Fürbitten von Jugendlichen aus beiden Gemeinden. Es war eine berührende Begegnung. Wer diesen Abend erlebt hat, hat Frieden und den Wunsch der Menschen auf ein friedliches Miteinander erlebt.

Unter den Besuchern befanden sich auch rund 80 Bürger, die zuvor zum „Lebendigen Advent“ am Friedhof gekommen waren, gestaltet von der Friedhofsverwaltung. Feuerkörbe und eine beleuchtete 18 (Datum) wiesen den Besuchern den Weg. In der geschmückten Halle warteten Punsch und Kekse auf die Gäste, zu denen auch Bürgermeister Thiede mit Familie gehörte. „Licht ist Kommunikation und ein Zeichen des Willkommens“, sagte Bernd Jakob (Verwaltung). Der Jugendliche Marvin las einen Bibelspruch und die kleine Gemeinschaft sang „Macht hoch, die Tür“, bevor sie sich zu Fuß mit Fackeln und Lichtern auf den Weg zur Kirche in die Altstadt machte. Eine wunderbare Einstimmung auf das anschließende Friedensgebet.

„Der lebendige Advent ist eine schöne Begegnung.“
Elle Koriath, Friedhofsverwaltung

Silke Geercken

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