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Mit Fitness gegen Mitgliederschwund

Geesthacht/Mölln/Ratzeburg Mit Fitness gegen Mitgliederschwund

Kreisweit versuchen Sportvereine, den Verlust von Mitgliedern über zukunftsfähige Angebote abzufangen – Für die neuen Krafträume sind sie auf städtische Zuschüsse angewiesen.

Geesthacht/Mölln/Ratzeburg. Jetzt auch Geesthacht: Unter dem Motto „VfL 2020“ will Geesthachts größter Sportverein ein eigenes Fitnesszentrum eröffnen. Vorreiter im Kreis ist der RSV in Ratzeburg, der sich schon vor 20 Jahren erstmals mit dem Thema befasste und 2001 ein eigenes Fitnessstudio im damals neu bezogenen Sportheim an der Riemannstraße eröffnete.

 

LN-Bild

„Die Frage war, wie wir uns künftig aufstellen wollen.Stefan Stark, Vorsitzender des Vereins VfL Geesthacht

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Vereinsdelegierte

Stimmt die Stadt Geesthacht dem Antrag bei den Haushaltsberatungen zu, muss eine Delegiertenversammlung des Vereins den Startschuss geben. Im März 2018 könnte dann Baubeginn sein.

„Sportvereine müssen umdenken, um zu überleben. Wir stellen uns für die Gesellschaft diesen Herausforderungen und hoffen auf Unterstützung“, sagt Stark. tja

Weiter als Geesthacht ist auch schon die Möllner Sportvereinigung (MSV) mit ihrem Sportpark, der noch in diesem August in der Möllner Innenstadt eröffnet werden soll. Die Konkurrenz durch private Fitnessanbieter und die Suche nach einem Heilmittel für Mitgliederschwund stecken hinter den Bestrebungen der Sportvereine.

Genau wie die Möllner wollen die Geesthachter das Projekt jetzt mit städtischen Zuschüssen realisieren. In Mölln zeichnete sich allerdings dafür keine politische Mehrheit ab. Doch die Signale der Politik sind an der Elbe positiv. Dort möchte man immerhin einen städtischen Zuschuss von 960000 Euro für das neue „Sport-, Fitness- und Gesundheitszentrum“ an der Mercatorstraße.

„Die Frage war, wie wir uns künftig aufstellen wollen“, erklärt der Vereinvorsitzende Stefan Stark. Bereits 2015 war der VfL Geesthacht unter dem Vorsitzenden Stefan Stark und dessen Vertreter Jörg Kunert in Klausur gegangen. Und Kunert ergänzt: „Es galt, ein Projekt zur Zukunftssicherung zu entwickeln.“ Ziel soll es sein, den Breitensport zu erhalten. 17 Abteilungen bietet der VfL zurzeit an, von Boxen über Tennis und Turnen bis zu Leichtathletik und Volleyball. Auch Mölln hat zahlreiche Sparten.

Erstmals wurde zum 1. Januar auch eine Bilanz vom VfL eröffnet. Der Verein ist schuldenfrei und hat durch eigene Grundstücke und Gebäude Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Bis 2066 gibt es außerdem Erbpachteinnahmen von der Stadt für Flächen an der Norderstraße, Ecke Berliner Straße. Für 2,4 Millionen Euro soll der Standort des bisherigen Sportzentrums mit Gruppenraum, Tennis- und Volleyballplätzen zum zentralen Ort des Vereins mit aktuell 2507 Mitgliedern werden. In einem 30 mal 36 Meter großen Anbau sind ein modernes Bewegungsbecken, eine Mehrzweckhalle, ein Rehabereich und ein Sportraum vorgesehen. Perspektivisch könnte das Objekt noch erweitert werden.

„Grundsätzlich sind wir gut aufgestellt, aber wir haben uns mit dem demografischen Wandel und anderen Entwicklungen in Geesthacht befasst und sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir den Verein neu strukturieren wollen, dass wir eine Beitragsreform brauchen und dass es 6000 Menschen im Umfeld der Mercatorstraße gibt, denen wir ein Angebot mit kurzen Wegen bieten wollen“, sagt Kunert.

Beim künftigen Angebot soll auch Fitness eine Rolle spielen, man werde sich aber von Sportstudios abgrenzen, so Stark. „Wir bieten Beratungen durch eine Diätassistentin an und wollen mehr zu betrieblichem Gesundheitssport animieren“, sagt der Vorsitzende.

Um die Angebote realisieren zu können, wird das neue Sport-, Fitness- und Gesundheitszentrum benötigt. „Wir benötigen dazu eine Anschubfinanzierung der Stadt, danach soll sich der Neubau selbst tragen“, sagt Stark.

Kunert: „Ohne diese Unterstützung der Stadt ist das Projekt tot.“ Nach den derzeit gültigen Richtlinien über die Bewilligung von städtischen Zuschüssen für Sportförderungsmaßnahmen können Zuschüsse zur Finanzierung beim Bau vereinseigener Sportanlagen bis maximal 25 565 Euro gefördert werden. „Grundsätzlich möchte die Stadt ein breites Angebot städtischer und vereinseigener Sportstätten abbilden und vorhalten. Hierzu ist eine umfassende Sportentwicklungsplanung notwendig“, so Bürgermeister Olaf Schulze.

Der VfL hofft, dass nach den 3,3 Millionen Euro, die die Stadt für Fußballer ausgibt, auch der Breitensport gefördert wird.

Die Möllner planten zunächst den Bau eines neuen Vereinszentrums auf dem Waldsportplatz im Norden der Stadt. Doch nun hat die MSV mit der Anmietung von Räumen in der Wallstraße eine Zwischenlösung gesucht. Neben der Finanzierung des Neubaus sind auch die Grundstücksverhältnisse zu klären. Schließlich ist das Gelände am Waldsportplatz nur gepachtet. Der Sportpark in der City soll 400 Quadratmeter Gesamtfläche, individuelles Gerätetraining, Cardiotraining und vielen mehr bieten. Auch einen gemütlichen Loungebereich soll es geben. Im August ist Eröffnung. Schon für diesen Plan allein gab es 2016 den Zukunftspreis des Landessportverbandes.

Das vereinseigene Sportstudio des Ratzeburger Sportvereins besteht wie gesagt schon seit 2001. „Und die Fitness-Abteilung ist mittlerweile sogar mit 450 von insgesamt 2700 Mitgliedern die größte im Verein, noch vor den Fußballern“, erklärt Dieter Montag, Geschäftsführer des RSV. Alle RSV-Mitglieder zahlen aktuell einen Grundvereinsbeitrag von derzeit 13 Euro (Erwachsene), neun Euro (Kinder und Jugendliche) beziehungsweise 22 Euro (Familien) im Monat. Bei einzelnen Sparten müssen die Mitglieder dann noch einen kleinen Obolus oben drauf legen. Den höchsten dabei im Sportstudio mit 22,50 Euro für Erwachsene und 20 Euro für Jugendliche. Der Gesamtbeitrag liegt dann mit 35,50 beziehungsweise 29 Euro aber immer noch unter den Gebührensätzen der meisten gewerblichen Fitnessstudios.

„Die Politik hat noch nicht entschieden aber sehr positiv auf die Pläne des VfL reagiert“, berichtet Arne Ertelt (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Geesthachter Sportausschusses aus der Sitzung am vergangenen Dienstag. Eine Entscheidung soll im November im Haushaltsausschuss fallen.

T. Jann, F. Grombein und J. Strunk

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