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Lauenburg Mit „Fritz“ und „Fina“ zur Lesung
Lokales Lauenburg Mit „Fritz“ und „Fina“ zur Lesung
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20:19 13.07.2016

Mücken stachen erbarmungslos zu, Bremsen ebenfalls. Und dennoch ließen sich 18 Menschen nicht davon abhalten, eine Kutschfahrt durch den Lübschen Staatsforst bei Ritzerau zu unternehmen. Bereits zum 11. Mal saß Herrmann Drechsler aus Mollhagen auf dem Kutschbock, hatte seine beiden Hannoverschen Kaltblüter „Fritz“ und „Fina“ angespannt. Nur kurz war die Einweisung von Gwendolin Fähser, die das Programm erklärte. Erst ein Stück mit dem Planwagen durch die Natur, dann die erste Lesung im Wald. Weiter sollte es gehen mit Pferd und Wagen zum nächsten Halt, bei dem auch ein Picknick eingeplant war und dann sollte noch ein dritter Halt folgen. Hier würden dann die Pferde samt Planwagen entlassen, denn den Rest des Weges könne man bequem per Fußmarsch schaffen, so Fähser.

Literarische Kutschtour durch den Wald: Auch das bietet der Lauenburgische Kultursommer – ein Erlebnisbericht.

„Ich bin eine Leseratte und habe zu Hause keinen Fernseher.“Karen Schwerdtfeger aus Tramm

Was sie allerdings lesen wolle, gab sie noch nicht preis. Erst bei der ersten Lesung an einem mystischen Ort mit 69 Grabhügeln im Lübschen Staatsforst bei Ritzerau stellte sie die „Anatolischen Hirtenerzählungen“ von Elsa Sophia von Kamphoevener vor. Daraus wollte sie in diesem Jahr lesen.

Jürgen Lyko und Frau Ute sind bereits zum dritten Mal bei dieser Veranstaltung dabei, die im Rahmen des Kultursommers stattfindet. Der Rentner aus Labenz ist literarisch sehr interessiert und freute sich auf die kommenden Stunden, obwohl er wie alle anderen Teilnehmer nicht wusste, was an diesem Tag gelesen wird. „Ich finde es klasse, dass so etwas in der freien Natur stattfindet. Die Natur, die Umgebung ist das besondere an dieser Veranstaltung. Ich freue mich auch wieder auf die Lesungen, denn die waren bislang immer überzeugend schön“, so der 62-Jährige. Karen Schwerdtfeger (53), Hausfrau und LN-Austrägerin aus Tramm war ebenfalls mit dabei. „Ich bin eine wahre Leseratte. Ich habe zu Hause keinen Fernseher. Meine beiden Kinder reiten und da wollte ich wenigstens mal mit einer Kutsche fahren. Dass ich das nun auch mit diesen Lesungen verbinden konnte, ist einfach toll“, sagte die 53-Jährige.

Beide Mitfahrer waren am Ende total begeistert. Rentner Lyko hatten die Hirtenerzählungen in ihren Bann gezogen: „Ich liebe Märchen. Ich habe selbst zu Hause eine große Regalwand voller Märchen, nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt.“ Er wird wiederkommen, allerdings erst in zwei Jahren. So, wie er es bisher auch gemacht hat.

Und auch Karen Schwerdtfeger war begeistert. „Ich fand die Lesung super. Frau Fähser hat das toll vorgetragen. Es war nie langweilig. Man fühlte sich regelrecht in die Zeit versetzt, als wäre man dabei.“ Und wenn man zu Beginn von einer ruhigen Kutschfahrt gesprochen hatte, sei die doch teilweise sehr wackelig, aber dennoch ganz toll gewesen.

Wer bei diesen Lesungen in der freien Natur dabei sein möchte, muss sich allerdings sputen. Denn die sind mit gerade einmal 18 Plätzen immer sehr schnell ausgebucht.

Jens Burmester

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