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Mit Plüsch gegen den Enkeltrick

Ratzeburg Mit Plüsch gegen den Enkeltrick

Tino Sdunek von der Polizei klärt mit seinem Puppenspiel Senioren auf – auch in Schulen ist er unterwegs.

Ratzeburg/Bad Oldesloe. Tri-Tra-

 

LN-Bild

Tino Sdunek arbeitet als Präventionsbeamter der Polizei in Bad Oldesloe. Lisbeth und Hinnerk sind ein Senioren-Puppenehepaar, mit dem er den Enkeltrick demonstriert.

Quelle: Foto: Bettina Albrod

Tatütata, Polizeipuppe ist wieder da: Tino Sdunek arbeitet als Präventionsbeamter der Polizeidirektion Ratzeburg in Bad Oldesloe und ist regelmäßig unterwegs, um mit seinen pädagogischen Plüschpuppen anschaulich über Themen wie Enkeltrick, Verkehrserziehung, Mobbing oder Mitschnacker aufzuklären. Kindergartenkinder, Schüler und Senioren, wie jetzt in Ratzeburg, hören gleichermaßen begeistert zu.

Insgesamt hat Sdunek gut 30 verschiedene Puppen in seinem Programm. „Inspiriert hat mich die Muppets-Show in den 80er Jahren“, erzählt Sdunek, wie er auf die Puppen kam. „1998 habe ich meine erste Puppe gekauft und sie in einem Bargteheider Kindergarten eingesetzt.“

Er taufte den rothaarigen Darsteller damals „Steffen“, und der kam in der Arbeit mit den Kindern gut an. Steffen brachte ihnen bei, wie man sicher über die Straße geht. „Da habe ich mir gedacht: Das machst Du weiter“, so Sdunek. Deshalb absolvierte der Bargteheider zunächst eine Ausbildung bei dem professionellen Puppenspieler Olaf Möller in Süddeutschland. „Jede Puppe muss einen eigenen Charakter bekommen“, hat er damals gelernt. „Als Puppenspieler tritt man als Ein-Mann-Schauspieler auf, der flexibel sein und spontan reagieren muss. Bei den Puppen geht es um Emotionen.“

Bei seinen Auftritten stellt Sdunek sich auf sein Publikum ein. Den Blick muss er beim Spielen immer auf die Puppe richten, die gerade spricht, sonst sehen die Zuhörer ihn an, nicht die Puppe. „Durch das Vorspielen bekommt man Routine und wird zum Menschenkenner“, hat er festgestellt. Trotzdem bringen auch ihn die Kinder manchmal noch zum Staunen. „Ich habe gerade vor Erstklässlern ein Stück über Mitschnacker gezeigt“, so der Polizist. „In der einen Klasse haben die Kinder sofort gewarnt: „Nicht mitgehen!“ In der anderen Klasse rief die Hälfte: „Mitgehen!“ Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass sie die Geschichte so spannend fanden, dass sie sehen wollten, wie es weitergeht. „Auf solche Reaktionen muss man spontan reagieren können“, hat Sdunek festgestellt.

Inzwischen hat er 30 Puppen, teils große Darsteller wie „Hinnerk“ und dessen Frau „Lisbeth“, teils bunte Sockenpuppen, die man schnell über die Hand ziehen kann. Nachdem Sdunek vor einigen Jahren in Niedersachsen eine Aufführung zur Seniorenaufklärung gesehen hatte, schrieb er ein eigenes Präventions-Programm – „Zweifeln erlaubt“ – und warnt seitdem mit seinen Puppen vor Betrügern an der Haustür, Geldwechseln auf der Straße und vor dem Enkeltrick. „Dafür habe ich den Fiesling“, zeigt er eine Puppe mit wirrem schwarzem Schopf, Kapuzen-

shirt und Sonnenbrille. Per Handy versucht der, sich gegenüber Lisbeth und Hinnerk als Enkel auszugeben, der dringend Geld braucht. Gut eine Stunde dauern Sduneks Präventionsprogramme, mit denen er auf Nachhaltigkeit setzt.

„Das ist wie beim Verkehrskasper“, erläutert der 54-Jährige. „Viele erinnern sich bis heute an den Kasper aus der Schulzeit, auch wenn sie den Namen des Lehrers nicht mehr wissen.“ Wiederholt hätten ihn Senioren angesprochen, die sich auch viel später noch an seine Puppen und damit an den Enkeltrick erinnerten. Aktuell hat er zwei neue Stücke entwickelt, neben dem Mitschnacker-Thema auch das Thema Mobbing. „Der ,Dödel‘ will mitspielen, aber die anderen lassen ihn nicht“, erklärt er, „am Ende darf er dann dabei sein.“ Die Kinder hätten gebannt zugehört. „Wenn es dabei ruhig ist, weiß ich, dass es funktioniert. Puppen sind vertrauenswürdig.“

Sein Liebling ist „Hinnerk“, dem er mittels Bart, Fischerhemd, Pfeife, Wollmütze und gelben Gummistiefeln ein Nord-Image verpasst hat. „Die Puppe nehmen wir immer mit in den Urlaub“, erzählt Sdunek.

„Dann steckt sie im Rucksack, und an schönen Orten kommt sie in die Landschaft und wird fotografiert.“ Mal sitzt Hinnerk mit dem Rücken zum Betrachter und schaut sinnend auf den Schwarzwald, mal lächelt er in die Kamera mit einem österreichischen Bergmassiv im Hintergrund oder dem Königssee. Zehn Orte hat Hinnerk schon besucht. Aus den Fotos hat Sdunek ein Fotobuch gemacht. „Die Arbeit mit den Stoffpuppen macht Spaß“, sagt er, „damit steigt man in eine ganz eigene Welt ein.“

Zweifeln erlaubt: Präventionsveranstaltung im SWR

„Vorsicht Falle - Zweifeln erlaubt“ ist eine Veranstaltung überschrieben, die am Dienstag, 13. Juni im SWR Ratzeburg stattfindet. Es handelt sich um ein Präventionsprogramm der Polizeidirektion Ratzeburg und Bad Oldesloe für lebenserfahrene Mitmenschen. Der Polizeibeamte Tino Sdunek gibt den Besuchern Tipps, Anregungen und Hinweise, wie man sich davor schützen kann, selbst Opfer einer Straftat zu werden. Bevorzugte Tathandlungen sind Täuschung und Ablenkung. So werden Wertgegenstände und Geld von älteren Menschen ergaunert oder gestohlen. In dem unterhaltsamen und informativen Programm wird Sdunek von seinen liebenswerten Puppen begleitet, die auf eine berührende und humorvolle Art ihre Erfahrungen mit Betrügereien und Diebstählen (z.B. Enkeltrick und Haustürgeschäften) berichten. Aber auch Sicherheitsaspekte aus dem Straßenverkehr werden thematisiert.

Beginn ist um 19 Uhr im Veranstaltungssaal des SWR. Der Eintritt ist frei.

Zur Person

Tino Sdunek ist seit vielen Jahren in der Präventionsarbeit. Er wurde in Wismar geboren, kam 1973 nach Westdeutschland und startete 1980 seine Ausbildung bei der Polizei Schleswig-Holstein.

1983 begann er seinen Dienst in der Polizeiwache in Bargteheide, 1999 wechselte er nach Bad Oldesloe, wo er als einer von neun Polizeibeamten der Polizeidirektion Ratzeburg in der Prävention arbeitet. Buchen kann man Tino Sdunek und sein Präventionsprogramm unter Telefon 04531/501613 (Bad Oldesloe) oder 04541/80 92140 (Ratzeburg).

Bettina Albrod

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