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Lauenburg Mit Solarenergie auf den Möllner Seen unterwegs
Lokales Lauenburg Mit Solarenergie auf den Möllner Seen unterwegs
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20:29 30.08.2017
Ein Flachdach aus Sonnenkollektoren ziert die 87 Jahre alte „Atlantis“. Hier präsentiert sich das Schmuckstück vor der malerischen Kulisse der Stadt Mölln mit Inga Morgenroth am Ruder. Schnellstmöglich wollen die Eigner die Solarenergie der „Atlantis“ erneuern. Quelle: Foto: Hfr

So lange schon zerbrechen die Menschen sich den Kopf darüber, wo Atlantis liegt. Ganz nah – in Mölln nämlich. „Schiff und Boot Morgenroth“ hat die „Atlantis“ Anfang Juni in die Eulenspiegelstadt geholt; seit Anfang Juli ist das wunderschöne Elektroboot auf den Möllner Seen in Betrieb.

Schiff und Boot Morgenroth bietet mit der solarbetriebenen „Atlantis“ jetzt auch die Ökovariante der Touristen- und Gesellschaftsfahrt an.

„Mein Herz schlägt regenerativ. Ich hätte gern ein richtig großes Solarboot.Olli Morgenroth

Boots(verleih)eigner

Oliver Morgenroth macht keinen Hehl aus seiner Freude über sein neues Boot. Er ist Natur- und Öko-Fan durch und durch. An Bord ihres Ausflugsschiffes „MS Till“ bekommen die Gäste Kaffee, Tee und heiße Schokolade aus fairem Handel, das Wasser: Viva con agua. „Mein Herz schlägt regenerativ“, sagt der 42-Jährige. „Am liebsten hätte ich ein großes Solarboot, würde gern die ,Till’ umrüsten.“

Warum das ein unerfüllter Traum bleiben wird, erklärt Olli, wie seine Freunde ihn nennen, mit drei Stichworten: zu flach, zu niedrig, zu schmal. „Die Wassertorbrücke ist sehr niedrig, das Wasser im sogenannten Stichkanal mit nur 70 Zentimetern zu flach und die Brücken sind nur vier Meter breit. Kurz: Mein Wunsch, ein großes Solarboot zu betreiben, lässt sich hier nicht realisieren.“

Schade, aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Immerhin ist Olli Käptn auf der „Atlantis“, und die ist ein Schmuckstück. Zugegeben, der Lack blättert an diversen Stellen ab: Die „Atlantis“

bedarf einer Überholung. Aber immerhin ist die Dame stolze 87 Jahre alt. Und dabei hochmodern! „Ein Solarboot ist eine spezielle Form eines Elektroboots, bei dem die Energie hauptsächlich durch an Bord installierte Solarzellen bereitgestellt wird“, so erklärt es das Internet.

Zwei Tonnen bringt die „Atlantis“ auf die Waage, „davon sind 800 Kilogramm Batterien“, berichtet Olli Morgenroth. Mit seiner Solaranlage ist das Boot seit zwölf Jahren unterwegs. „Da muss ich fairerweise klarstellen, dass die Anlage zur Fahrtzeit beiträgt – den größten Teil des Energieverbrauchs decken wir allerdings mit Ökostrom ab. Da ist also noch reichlich Kapazität nach oben“.

Die „Atlantis“ wird eine neue Anlage bekommen. „Mein Ziel ist es, zu 100 Prozent mit Solarstrom zu fahren“, erklärt Morgenroth, der außer den beiden größeren Schiffen noch 18 Boote wie kleine Elektroboote, Kanus und Tretboote sowie zwei Wasserfahrräder auf dem Möllner See vermietet.

Auf der „Atlantis“ finden zwölf Passagiere und der Kapitän Platz. Die Bänke haben original den Charme alter S-Bahn-Holzbänke – und bei den Brückenpassagen sind die Passagiere gefordert, das Boot im Gleichgewicht zu halten, sonst wird es knapp. Um eventuellen Gegenverkehr zu warnen, macht Käptn Olli dicke Backen und mit einer Tute ordentlich Lärm. Gegenverkehr gibt’s nicht, aber ein kleines Mädchen auf der Brücke findet Schiff und trötenden Kapitän einfach großartig, strahlt ein Zahnlückenlächeln und winkt begeistert.

Oliver Morgenroth hat viel gelernt und studiert, unter anderem im Ausland. Als er 2006 nach zehn Jahren Abwesenheit zurück nach Mölln kam, war er hingerissen von der Stadt und umgebenden Natur. „Als Teenager wusste ich das nicht zu schätzen.“ Heute schätzt er es – und will es auch schützen. Darum möglichst alles in Öko-, Bio- und Fairtrade-Qualität, darum regenerative Energien, darum das Solarboot, das kleine Gruppen ebenso wie Hochzeitsgesellschaften über den See transportiert. Und von dessen Bord aus Käptn Olli locker Plastik und Glasflaschen aus dem Wasser fischt. Einmal Naturfreund, immer Naturschützer.

Kontakt: Telefon 04542/3888

Dorothea Baumm

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