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Lauenburg Mit Tricks zum frühen Spargel
Lokales Lauenburg Mit Tricks zum frühen Spargel
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21:05 18.04.2017
Die Spargelherzogin Elin I. gab den offiziellen Startstich in die lauenburgische Spargelsaison. Quelle: H. Marohn

„Wir sind froh, dass es heute wenigstens ein bisschen Spargel gibt“, sagt Landwirt Peter Buhk auf seinem Feld im Norden der Stadt. Dabei profitieren die hiesigen Gemüsebauern trotz Temperaturen von derzeit deutlich unter zehn Grad offenbar vom milden März, dem wärmsten seit Aufzeichnung der Wetterdaten, wie der Vorsitzende der Gemeinschaft der lauenburgischen Spargelanbauer, Andreas Löding, betonte. „Die Wärme steckt noch im Boden. Dadurch haben wir bereits gut ernten können“, sagt Löding. Ohnehin hätten die Produzenten in diesem Jahr mit Blick auf das späte Osterfest und das damit erhoffte gute Geschäft versucht, die Natur besonders erfolgreich „auszutricksen“.

Klicken Sie hier, um viele weitere Eindrücke vom Start in die Spargelsaison 2017 zu sehen.

„Ohne Folie ist ein Anbau nicht möglich." Peter Buhk, Spargelbauer

Und was die Tricks angeht, werden die Spargelbauern immer erfinderischer. „Ohne die Folie auf den Spargelbeeten wäre ein Anbau heute nicht mehr möglich“, sagt Buhk, der seit 30 Jahren das Edelgemüse anbaut. Viele würden inzwischen auch mit Tunneln arbeiten, um mehr Wärme in den Boden zu bekommen. In einigen Fällen gebe es auch schon Dreifach-Abdeckungen. „Und die ganz Verrückten beheizen ihre Tunnel inzwischen sogar“, so Buhk.

Doch die Mindestausstattung Folie hat auch ganz praktische erntetechnische Vorteile. Habe man früher jedes Beet zeitaufwändig mindestens morgens und abends auf Spargel kontrollieren und stechen müssen, werde heute durch den Sonnenschutz der Folie für die Stangen nur noch alle anderthalb bis zwei Tage beackert. Die Folge: Statt drei Erntehelfern sind heute durchschnittlich nur noch ein bis 1,3 Helfer je Hektar erforderlich. Und die müssten auch nicht bis Sonnenaufgang mit ihrem ersten Durchgang fertig sein. Für die Vermarktung ein großer Vorteil, könne das Gemüse doch noch frischer angeboten werden, sagte Buhk.

„Morgens gestochen und mittags auf dem Tisch“ sei ohnehin am besten, outete sich Landrat Dr. Christoph Mager als Spargelfan und wünschte bis Johanni angemessene Preise für Verbraucher und Erzeuger. Ohnehin werden nach einer Statistik der kreiseigenen Marketinggesellschaft HLMS 90 Prozent des im Kreis produzierten Spargels direkt vermarktet – und damit deutlich mehr als die 50 Prozent im Bundesschnitt. Und die deutschen Verbraucher scheinen sich beim Spargel auch an der Natur zu orientieren: Denn 80 bis 90 Prozent der Spargels wird in der Zeit bis Johanni am 24. Juni, gegessen.

In den kommenden Tagen wird die lauenburgische Spargelernte so richtig anlaufen. Sprecher Andreas Löding erwartet, dass in dieser Woche auch auf den Feldern ohne Folientunnel die Ernte beginnt.

Spargel im Lauenburgischen

Einige Spargelbauern feiern das edle Gemüse mit einem eigenen Fest. Es gibt verschiedene Spargelgerichte und Attraktionen für Kinder und Erwachsene. Auch Spargelherzogin Elin I. schaut bei den Spargelfesten vorbei. Kaiser's Hof in Salem lädt am Sonntag, 7. Mai, zum Spargelfest ein, Lödings Bauernhof am See in Buchholz am Sonntag, 21. Mai. Direkt am Ratzeburger See gibt es dann außerdem eine neue Auflage der Spargelregatta.

Frischen Spargel direkt vom Feld gibt es beim Spargelhof Gast in Alt-Mölln, dem Spargelhof Berodt, Poggensee, der Deutsche Spargelzucht Aloys Rosen in Alt-Mölln, Kaiser’s Hofladen und Café in Salem, Lödings Bauernhof am See in Buchholz, dem Müssener Hofladen in Müssen, Landhof Buhk in Geesthacht, Spargelhof Ehing in Basedow und beim Spargelhof Schultz in Worth. hm

 Holger Marohn

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