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Lauenburg Mit neuem Sportvereinszentrum will MSV ihre Zukunft sichern
Lokales Lauenburg Mit neuem Sportvereinszentrum will MSV ihre Zukunft sichern
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02:10 07.02.2016
So könnte das Sportvereinszentrum der Möllner SV aussehen, das auf dem alten Grandplatz des Klubs entstehen soll. Es soll zu einem zentralen Treffpunkt in Sachen Sport in Mölln werden und die MSV zukunftssicher machen. Computeranimation: hfr

Mölln Wieder ist die Möllner Sportvereinigung ihrem Sportvereinszentrum ein kleines Stück näher gekommen. Grundstückstechnisch sind die Fronten zwischen Stadt und Verein geklärt. Werden die Parteien nun auch vertraglich einig, kann die MSV Fördermittel beantragen und ihre Pläne umsetzen. Lange hat sie dafür nicht mehr Zeit.

„Das Zentrum

 ist ein wichtiger Schritt, um uns zukunftssicher aufzustellen.“

Philipp Westphal,

Geschäftsführer der MSV

Rund zehn Monate ist es nun her, dass die MSV beschloss, ein neues Sportvereinszentrum auf ihrem alten Grandplatz zu bauen. Eine entscheidende weitere Hürde habe sie jetzt nehmen können, denn „wenn Stadt und Verein sich in den Vertragsdetails einig werden, ist damit von städtischer Seite der Weg frei“, sagte der Hauptausschuss-Vorsitzende Horst Kühl (CDU) auf Anfrage der Lübecker Nachrichten. Der Ausschuss habe grünes Licht gegeben und sei berechtigt, in Erbbaurechtsfragen abschließend zu entscheiden. In der vorherigen Hauptausschusssitzung im Januar war man noch nicht zu einem Beschluss gekommen. Die Stadt hielt sich das Grundstück für die Unterbringung von Flüchtlingen offen. Einen weiteren Monat hatte die MSV-Führung zittern müssen.

Das Sportvereinszentrum soll zum zentralen Treffpunkt „der Bewegung und Gesundheit“ in Mölln werden, verspricht eine Broschüre der MSV. Außerdem stelle das Zentrum eine Ergänzung der sportlichen Aktivitäten des Vereins dar.

Herzstück des neuen Gebäudes an der Ratzeburger Straße soll ein Gesundheitsbereich mit Fitnessgeräten werden. Auch Kursräume und eine Sauna sollen unter dem Dach des geplanten Vereinszentrums Platz finden. „Das Sportvereinszentrum ist ein großer und wichtiger Schritt für die MSV“, steht in großen Lettern in der Broschüre. „Um uns zukunftssicher aufzustellen“, erklärt MSV-Geschäftsführer Philipp Westphal.

Seit Ende der 1990er Jahre geht laut dem Statistikportal „Statista“ die Zahl der Mitglieder in Sportvereinen in Deutschland zurück. Auch die Mitglieder der MSV werden weniger. Laut Westphal sind es derzeit 2920 — 55 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Fitnessstudios ist hingegen gestiegen. Reagiert die MSV auf diesen Trend? „Da ist kein Konkurrenzgedanke“, sagt Westphal. Es gehe darum, das Angebot der MSV zu erweitern. Der Fitnessbereich sei ein „Bereich, der genutzt werden muss“, sagt er, damit Sportler zeitlich unabhängig Sport treiben könnten.

Die MSV möchte dem demografischen Wandel begegnen. Laut Württembergischen Landessportbund (WLSB), an deren Beispiel sich die Pläne der MSV orientieren, sind Vereine vor dem Hintergrund der älter werdenden Bevölkerung in der Pflicht, die Bedürfnisse wie Gesundheit und Wohlbefinden aufzunehmen. In den Anfängen der Vereine habe die körperliche Ertüchtigung insbesondere für junge Menschen im Vordergrund gestanden. Die heutige Motivlage weiche davon ab, so der WLSB.

Vor dem neuen Gebäude sollen 70 Stellplätze entstehen — deutlich dichter gelegen als die Parkplatzanlage an der Ratzeburger Straße. Angrenzend soll der Haupteingang sein. Ein weiterer Zugang könnte in das Obergeschoss über eine Brücke führen. Das sorgt für Barrierefreiheit, denn das Grundstück liegt tiefer, direkt an einer Böschung. Das Gebäude ist so konzipiert, dass es an drei Stellen erweitert werden kann: zweigeschossig an der Südseite für eine Arzt- und eine Physiopraxis sowie links und rechts an dem nach Osten ausgerichteten Haupteingang.

Die MSV hofft auf Mittel aus Töpfen der Aktivregion. Sie könnten die Sportvereinigung beim Bau finanziell erheblich entlasten. Rund drei Millionen Euro soll das Sportvereinszentrum laut Philipp Westphal kosten. Derzeit läuft noch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Steuerberaters.

Die Unterlagen für die Aktivregion müssen die Möllner Sportler bis zum 17. Februar einreichen, sonst verstreicht die Frist. Dann wäre der geplante Baubeginn im Frühjahr 2017 kaum mehr zu realisieren.

Für die MSV könnte die Zeit knapp werden. Das Votum des Hauptausschusses sei „ein gutes Signal“, sagt Westphal optimistisch. „Jetzt können wir in die Finanzierungsgespräche gehen.“

Philip Schülermann

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